Kostüme ändern

Wer kennt nicht die Probleme, wenn ein Kostüm einfach nicht richtig sitzt. Selbst wenn man hochwertige Kostüme kauft, kommt man nicht daran vorbei, diese mit ein paar Stichen auf die eigene Figur abzuändern. Damit man mit solchen Kleinigkeiten nicht jeweils zu einer Schneiderin rennen muss, lohnt es sich, wenigstens die einfachsten Grundkenntnisse im Nähen anzueignen. Trotzdem ist es oft nicht so einfach, das Kostüm so abzuändern, dass es wirklich optimal sitzt. Daher habe ich auf dieser Seite einige Tipps und Kniffe zusammen gestellt, die im Laufe der Jahre aus der Erfahrung heraus entstanden sind und sich als nützlich erwiesen haben.

 

BH-Oberteil

Unterbrustweite einstellen

Der erste Schritt ist immer das passend-machen der Unterbrustweite. Dazu ziehe ich das Oberteil an und lasse die Träger einfach locker rechts und links hängen. Dann bitte ich einen Helfer (netter Ehemann oder Freundin, zur Not geht´s aber auch alleine) den BH hinten so zu schließen bzw. die Enden übereinander zu halten, dass er sehr straff und eng sitzt (in etwa so, dass man gerade noch gut Luft bekommt) und die Stelle vorsichtig mit Bleistift o.ä. zu markieren.

Verschluß und Verschluß-Sicherung annähen

An die markierte Stelle nähe ich nun einen kräftigen Haken an. Bei ägyptischen Kostümen werden überwiegend flache Haken und Ösen (werden normalerweise für Hosen verwendet) genommen, die türkischen Designer verwenden eher einfache Haken und Ösen. Der Haken kommt an das eine Ende des Rückenteils, die Öse oben auf das andere Rückteil.

Ist der Verschluß angebracht, probiere ich das Oberteil nochmals an, um zu überprüfen, ob es auch nicht zu eng oder weit ist. Stimmt alles, nähe ich nun am zweiten Rückenteil ebenfalls einen Haken an und fixiere ihn durch eine Öse, die diesmal von innen an das Gegenstück angenäht wird. So ist gewährleistet, das im Falle, dass ein Haken sich löst, der andere Haken das Oberteil noch sicher an Ort und Stelle hält. Evtl. tun es auch große Druckknöpfe als Sicherung, diese halten aber nicht ganz so viel Spannung aus und öffnen sich wesentlich schneller (außerdem ist es mehr Arbeit, sie anzunähen). Von daher habe ich mit Haken und Ösen bessere Erfahrung gemacht.

Überlappen sich die beiden Rückenteile sehr weit, nähe ich in der Mitte noch etwas Klettband oder einen stabilen Druckknopf an, damit die beiden Teile auch übereinander liegen bleiben und nicht eines oben oder unten rausguckt.

Tipp: Wenn Dein Gewicht öfter mal schwankt, lohnt es sich, gleich 2 Haken (einen engeren und einen weiteren) oder 3 Haken (einen normalen, einen engeren, einen weiteren) anzunähen. So kannst Du sicher sein, dass das Oberteil in jedem Fall gut passt.

Träger befestigen

Als nächstes kommen die BH-Träger dran: Sind sie an der richtigen Stelle angenäht? Sind sie zu lang oder zu kurz? Zunächst überlege ich mir, wie ich die Träger befestigt haben möchte. Nicht immer ist die vorgegebene Lösung die beste. Sind die Schultern eher schmal oder breit? Wieviel Halt braucht der Busen? Sollen Ärmel oder Schulterapplikationen an den Trägern befestigt werden? Diese Überlegungen spielen bei der Auswahl der folgenden Möglichkeiten eine Rolle:

a) Normale seitliche Träger

BH-Traeger1

In dem Fall werden die Träger hinten mehr oder weniger außen oder innen an den beiden Rückenteilen des BHs festgenäht.

b) Nackenträger

BH-Nackentraeger

Diese Methode gibt nicht ganz so viel Halt, jedoch kann man einen schönen Push-up-Effekt erzielen – somit eignet sich diese Lösung eher für kleinere Oberweiten. Bei dieser Variante werden die beiden Träger hinten im Nacken mit Haken und Ösen beschäftigt. Wem das zu straff ist, der kann auch ein breites, festes Gummiband zwischen die Träger nähen – aber Vorsicht: Die Brust sollte beim Tanzen nicht “Wippen”. Außerdem nachteilig: In dem Fall kann man das Oberteil nur noch im Rücken schließen, was allein praktisch unmöglich ist – man braucht also immer eine Ankleidehilfe.

c) Gekreuzte Träger

BH-Gekreuzte-TraegerDiese Methode bietet einen sehr guten Halt sowohl bei großem als auch bei kleinem Busen, jedoch müssen die Träger lang genug dafür sein. Die Träger werden im Nacken gekreuzt und dann rechts und links in den beiden Rückenteilen des BH mittels Haken und Ösen eingehakt und befestigt. Als ich diese Methode das erste Mal sah, hätte ich schwören können, dass das das nie im Leben beim Tanzen hält. Die Erfahrung lehrte mich eines besseren: Es hält nicht nur fantastisch, es sitzt auch absolut perfekt! Auch hier liegt wiederum der Nachteil darin, dass man den BH nicht alleine schließen kann sondern eine Anziehhilfe dazu braucht.

d) Mittelträger

BH-Mitteltraeger

Diese Methode würde ich nur bei kleinerer und knackiger Oberweite empfehlen, da diese Form einen ohnehin schon leicht hängenden Busen noch zusätzlich betonen kann und nicht allzuviel Halt gibt. Möchte man trotzdem nicht darauf verzichten, kann man evtl. noch seitlich hautfarbene Träger befestigen, die praktisch unsichtbar sind und zusätzlichen halt geben.

e) Doppelträger (Seitliche + Nackenträger)

BH-Traeger-normal-und-Nacken

Diese Methode war lange Zeit bei ägyptischen Kostümen weit verbreitet und gibt auch bei einer größeren Oberweite guten Halt. Bei dieser Version würde ich die Nackenträger mit einem breiten Gummiband verbinden, da sonst die seitlichen Träger die Tendenz haben, durch zu wenig Spannung ständig über die Schulter nach unten zu rutschen.

f) Doppelträger (Seitliche + Mittelträger)

BH-Seitlich-und-Mitteltraeger

Bei dieser Variante wird die vordere Mitte des BHs noch mal fixiert und nach oben gezogen, was ebenfalls bei einer größeren Oberweite von Vorteil sein kann.

g) Normale Träger mit Querverbindung

BH-Traeger-QuerverbindungBei dieser Träger-Lösung sind die beiden seitlichen Träger hinten im Rücken noch einmal miteinander verbunden. Dies kann durch einen festen Steg geschehen, oder man näht rechts und links an den Träger ein dünnes Band in Kostümfarbe an, welches man dann als Schleife bindet. Diese Methode ist sehr bequem zu tragen und man kann den Push-up-Effekt, der dadurch entsteht, sehr gut variieren.

Daneben gibt es noch 1001 andere Möglichkeiten, die Träger am BH zu befestigen. Wer hier auf Ideensuche ist, dem empfehle ich das Buch “Cabaret Belt and Bra for Bellydancers” von Dina Lydia, der Costum Goddess (www.costumegodess.com).

Hat man sich für eine Lösung entschieden, geht es daran, die BH-Träger an der richtigen Stelle und in der richtigen Länge zu befestigen.

Die richtige Länge für die Träger finden

Als Fausregel kann man sagen, daß die Träger grundsätzlich sehr fest und schön straff sitzen sollten, ohne jedoch in die Schulter einzuschneiden. Der Abstand von BH und Gürtel sollte immer größer sein als zwischen BH und Schulter – dies ist umso wichtiger, je höher man seine Gürtel trägt (danke an Nadya für diesen Tipp). Eine der Todsünden bei Kostümen, die man leider immer wieder sieht, sind zu lange BH-Träger, die den Eindruck vermitteln, der Busen würde “hängen”.Generell kann man davon ausgehen, dass der Abstand zwischen BH und Gürtel immer größer sein sollte als zwischen BH und Schulter – . Dabei sollte man berücksichtigen, dass beim Tanzen durch die Körperwärme, den Schweiß und die Belastung die Träger immer noch ein wenig nachgeben und länger werden.

Traeger-hinten-weiter-enger-auseinanderJe nachdem, wo man die Träger vorne und hinten am Oberteil befestigt, werden die Träger natürlich wieder kürzer oder länger. Näht man die Träger im Rückenteil an, sollte man folgdes beachten:

Setzt man die Träger mehr nach außen, werden die Träger länger. Näht man sie eher enger zusammen, verkürzen sich die Träger. Damit die Träger gut halten und nicht die Tendenz haben über die Schulter zu rutschen, sollten sie hinten immer leicht nach innen laufen.

Wenn Du die Träger fertig angenäht hast, kommt der große Moment: Passt alles? Sitzt es wie gewünscht? Hier ein paar Tipps, anhand derer man bei der Anprobe überprüfen kann, ob die Träger kurz genug sind:

Schließe den BH im Rücken und streife die Träger locker über die Arme (aber noch locker nach unten hängen lassen). Jetzt ziehe den BH so weit nach oben, bis er richtig sitzt. Nun probiere die Träger über die Schultern nach oben zu ziehen. Wenn Du das Gefühl hast, sie sind sehr eng und straff und Du kannst sie gerade noch über die Schulter streifen, sitzen sie richtig.

Andere Möglichkeit: Probiere den BH an und versuche dann, die Brust vorne hochzuheben. Ist dies problemlos möglich, sollten die Träger noch etwas gekürzt werden.

Auch wenn die Träger in der richtigen Länge angenäht sind, kann es sein, dass das Oberteil noch nicht optimal sitzt. Vielleicht liegen die Cups zu sehr an oder stehen ab, der BH steht seitlich ab oder die Körbchen sind einfach zu klein? Dann können die folgenden Problemlösungen vielleicht weiterhelfen:

 

BH-Passform – Häufige Problemfälle und Lösungen

Oberteil auspolstern

Solange man es nicht übertreibt, ist bei einer kleineren Oberweite ein bisschen schummeln immer erlaubt. In Ägypten polstern häufig selbst Tänzerinnen mit großer Oberweite ihre BH´s noch etwas aus – nicht zuletzt deshalb, weil die festen Oberteile die Brust auch oft optisch kleiner erscheinen läßt. Zum Auspolstern hat man verschiedene Möglichkeiten: Man kann Watte, normale Schaumstoffteile, Schulterpolster (schon teurer) oder richtige Brustpolster (richtig teuer, aber dafür auch toll in der Form, erhältlich im Kurzwarengeschäft oder Sanitätsfachhandel) nehmen.

Wer mag, kann auch aus einem Futterstoff in Kostümfarbe ein kleines ovales Täschchen nähen und dieses dann mit Watte füllen (danke an Shirin-Yasar für diesen Tipp).

Ich plädiere grundsätzlich dafür, die Polster lieber fest innen unter dem Futterstoff im Oberteil einzunähen (Ausnahme siehe unten), da dies einfach sicherer ist (es gab auch schon peinliche Fälle, bei denen sich BH-Polster während des Tanzens selbstständig gemacht haben). Ich würde die Polster hautfarben oder in der Kostümfarbe wählen. Um einen Push-up-Effekt zu erzielen, werden die Polster einmal seitlich außen in den Körbchen (drückt den Busen nach innen) sowie im unteren/mittleren Bereich der Cups platziert (drückt den Busen nach oben). Die Polster sollten wenn irgend möglich nicht ganz bis zum oberen BH-Rand gehen, da man sonst Gefahr läuft, dass die Auspolsterung von oben zu sehen ist. Also Futterstoff auftreffen, Polster platzieren und evtl. mit einigen Stichen fixieren und Naht wieder schließen.

Tipp: Wenn Deine Oberweite hormonell bedingt mal weniger und mal mehr ist, kannst Du die Polster auch mit zwei oder drei Druckknöpfen an der Innenseite am Futter befestigen. Bei Bedarf kannst Du sie so schnell entfernen oder wieder befestigen – wie Du es gerade benötigst.

Oberteile vergrößern

Ist Deine Oberweite eher üppig, hast Du wahrscheinlich häufiger das Problem, dass die Cups eigentlich zu klein für Dich sind. In diesem Fall kannst Du die Körbchen vergrößern, indem Du am oberen Rand ein Stück Stoff (z.B. das Haarband) oder eine Borte ansetzt.

Körbchen schneiden oben ein / sind zu klein (Brust quillt raus)

Traeger-weiter-enger-auseinanderIn diesem Fall müssen die Träger weiter nach außen gesetzt werden, so dass der obere BH-Rand etwas mehr nach vorne kippt und dem Busen mehr Platz läßt (Balkon-Form). In diesem Fall wird das Dekollté allerdings auch etwas freizügiger (Tipps, was man dagegen tun kann, weiter unten), so dass man darauf achten sollte, dass dennoch alles am rechten Fleck bleibt.

Körbchen stehen ab / sind zu gross (zwischen Cups und Brust ist zuviel Luft)

In diesem Fall müssen die Träger etwas mehr nach innen versetzt werden, wodurch der obere BH-Rand mehr zur Brust gezogen wird und enger anliegt.

Unterbrustweite ist zu klein, BH geht nicht zu

Hier kann man entweder vorne einen breiteren Mittelteil zwischen die Körbchen setzen (es darf jedoch nicht zuviel sein, sonst sind die Körbchen zu weit auseinander). Oder man setzt hinten im Rückenteil, wo der Verschluß hinkommt, ein Stück an. Hat man ein Stirnband oder einen Handschmuck zum Kostüm, den man nicht braucht, kann man diese gut nehmen.Oder man nimmt farblich passenden Stoff und bestickt diesen selbst ein bisschen.

BH steht seitlich ab

In diesem Fall ist der BH wahrscheinlich für eine etwas größere Brust ausgelegt. Abhilfe: Von innen seitlich neben den Cups ein breites Gummiband straff in den BH einnähen und mit Kreuzstich fixieren. Dadurch zieht sich die Stelle zusammen (siehe auch: Gürtel steht seitlich ab).

BH rutscht im Rücken hoch

In diesem Fall ist oft die Unterbrustweite zu groß eingestellt, in diesem Fall also einfach enger nähen. Bei Bustier-Oberteilen hatte ich jedoch auch schon den Fall, dass die Unterbrunstweite schon so eng genäht war, wie es nur ging, und dennoch das Rückenteil hoch rutschte. In diesem Fall liegt es meist daran, das das Rückenteil des BHs und/oder die Träger zu elastisch sind. In diesem Fall hilft nur: Alle Teile gegen nicht-elastisches Material austauschen. Wie man das macht, kannst Du bei Nadyas Nähtipps unter dem Stichwort “Oberteile” nachlesen.

BH liegt vorne nicht fest unter dem Busen an, rutscht vorne hoch

In diesem Fall ist ebenfalls die Unterbrustweite zu groß eingestellt, evtl. sind auch die Träger zu kurz geraten. Abhilfe: Unterbrustweite enger nähen, Träger evtl. länger einstellen.

Träger schneiden in die Schulter ein

Hier sind die Träger im Vergleich zum Gewicht, das sie tragen müssen, zu dünn. Abhilfe: Breitere, weiche Träger zusätzlich unter die normalen Träger nähen.

Träger rutschen seitlich runter

Dies kann zwei Ursachen haben: Bei der seitlichen Trägervariante kann dies dadurch kommen, dass sie Träger hinten am Oberteil etwas zu weit außen angenäht sind. Wenn man diese hinten etwas weiter zu Mitte (Verschluß) hin befestigt, dürfte das Problem gelöst sein.

Außerdem tritt dieses Problem oft auf, wenn man die doppelte Trägervariante seitliche Träger plu Mittelträger im Nacken zu schließen wählt. Wenn der Mittelträger im Nacken gut sitzt, rutschen nämlich oft die seitlichen Träger herunter. Lösung: Ich habe in diesen Fällen beim Nackenträger hinten in der Mitte ein kleines Stück festes Gummiband eingesetzt (sieht keiner, da die Stelle ja ohnehin später von den Haaren verdeckt wird). So sitzt der der Mittelträger straff, ohne einzuschneiden und die seitlichen Träger bleiben an Ort und Stelle.

Oberer oder unterer BH-Rand stehen stellenweise ab

In diesem Fall kann es sein, dass die Körbchen vorne durch den Mittelsteg nicht an der richtigen Stelle verbunden sind. Am besten mal die Körbchen per Hand in die eine oder andere Richtung kippen und beobachten, ob sie so besser sitzen. Ist dies der Fall, den Mittelsteg heraustrennen und an der gewünschten Position wieder annähen.

Körbchen stehen zu weit auseinander

In diesem Fall muss der Mittelsteg verkürzt werden. Den Mittelsteg raustrennen und enger zusammensetzen, dabei ist es meist vorteilhaft, wenn man unten einen grösseren Abstand nimmt als oben. Alternativ kann man auch den Mittesteg komplett rausnehmen und die Körbchen direkt zusammen nähen.

Körbchen stehen zu eng zusammen

Hier kann man evtl. selbst ein breiteres Mittelteil dazwischen setzen – vielleicht ein Stück vom Stirnband, oder man nimmt farblich passenden Stoff und bestickt diesen selbst ein bisschen.

 

Gürtel

Den Gürtel passend zu bekommen, ist meist wesentlich einfacher, als es beim BH war. Wichtig ist, dass der Gürtel eng genug sitzt, um nicht ins rutschen zu kommen, aber auch weit genug, um nicht einzuschneiden – schließlich sieht es nicht besonders ästethisch aus, wenn über dem oberen Rand des Gürtels der Hüftspeck hervorquillt.

Hat man das Problem, dass das eigene Gewicht immer mal wieder leicht schwankt, kann man mehrere Verschlüsse am Gürtel anbringen, z.B. einen für die normale Weite, einen etwas weiter und einen etwas enger.

Gürtel – Häufige Problemfälle und Lösungen

Gürtel rutscht hoch

Dies ist meist der Fall, wenn der Gürtel recht leicht ist, wie z.B. bei den modernen Kostümen ohne viel Fransen und damit ohne viel Gewicht, das nach unten zieht. Als Abhilfe hat sich bewährt, den oberen Rand von halterlosen Strümpfen (der Teil, der innen mit Gummi beschichtet ist) abzutrennen und von innen in den Gürtel einzunähen. In hartnäckigen Fällen und wenn wenig Zeit ist, hat sich auch schon doppelseitiges Klebeband bewährt.

Gürtel rutscht zur Seite

Gerade schwerere Gürtel mit vielen Fransen haben leider die schlechte Angewohnheit, sich beim Tanzen selbständig zu machen und zur Seite zu rutschen. Dem kann man vorbeugen, indem man vorne und hinten, evtl. auch noch seitlich, den Gürtel mit großen Druckknöpfen am oberen Rockbund befestigt. Sollten Gürtel und Rock in einem gearbeitet sein, kann wiederum Gummiband von halterlosen Strümpfen (siehe Gürtel rutscht hoch) oder ein eingenähter, geraffter Gummi (siehe Seiten stehen ab) Abhilfe schaffen.

Gürtelspitze steht unten ab

Dies ist oft bei der türkischen Gürtelform der Fall, wenn Vorder- und Rückteil des Gürtels in einer Spitze auslaufen. Diese biegt sich beim Tanzen dann oft nach außen und steht unschön ab. Abhilfe: Unten an die Spitze einen kleinen Druckknopf anbringen und das Gegenstück am Rock befestigen.

Gürtel steht seitlich ab oder oberer oder unterer Rand ist zu locker

Dies ist einer der häufigsten Problemfälle – der Gürtel sitzt an einer Stelle schon recht eng, an einer anderen aber verhältnismäßig locker und passt dadurch nicht richtig. Hierfür gibt es einen ausgezeichneten Trick, der sich schon hundertfach bewährt hat: Man nimmt ein breiteres Gummiband und näht dies an der Innenseite des Gürtels an einem Ende fest. Dann fixiert man das Gummiband, indem man it groben Kreuz-Stichen einen “Tunnel” näht (siehe Abbildung). Danach zieht man das Gummiband so eng, bis der gewünschte Raffung des Gürtels erreicht ist, und schneidet es nun erst ab und näht das zweite Ende fest. Dieser Trick hat sich auch bei seitlich abstehenden BHs bewährt.

 

Röcke

Zu kurzer Rock

Wie wir bei den Kostümsünden gesehen haben, ist ein zu kurzer Rock einer der häufigsten und schlimmsten Fehler, die man bei einem Kostüm machen kann, der er verkürzt die Bein optisch ungemein und läßt die Füße um ein vielfaches größer aussehen. Als Faustregel kann man sich merken: Der Rock sollte im Stehen stets auf dem Fuß (Spann) aufliegen.Was kann man nun tun, wenn der Rock trotzdem zu kurz geraten ist oder beim Traumkostüm die entscheidenden 3 cm fehlen?

Sind Gürtel und Rock getrennt, ist dies meist kein Problem: Oft kann man oben am Rockbund noch einige Zentimeter Saum rauslassen oder ein breites Elastikband am Bund annähen. Ist der Gürtel zwar am Rock angenäht, jedoch nur unter dem Futter des Gürtel mit groben Stichen befestigt (wie es oft bei ägyptischen Kostümen der Fall ist), kann man hier ebenfalls oft noch einige Zentimeter Stoff herauslassen.

Etwas kniffliger wird es bei engen Röcken, bei denen Rock und Gürtel ineinander übergehen, also der obere Rockteil bestickt ist. Hier gibt es zwei Möglickeiten:

a) An den unteren Rocksaum eine Reihe kurze Perlfransen annähen (siehe Bild schwarz-bunter Rock) – das geht aber nur, wenn der Rock maximal 5 Zentimeter zu kurz ist.

b) Unter den engen Rock einen zweiten, weiten Rock aus Chiffon o.ä. setzen (siehe Bild pinker Rock mit weißem Chiffonunterock) – hierdurch erzielt man einen ganz neuen Look und kann oft auch noch Kostüme retten, die schon hoffnungslos erschienen.

Rock-zu-kurz1 Rock-zu-kurz2

 

Zu langer Rock

Auch ein zu langer Rock ist ungünstig. Wer möchte beim Tanzen schon ständig auf den Saum treten? Erstens wird der Rock schnell schmutzig, wenn er über den Boden schleift, zweitens ist es eine gemeine Stolperfalle, da man schnell ausrutschen und hinfallen oder aber den Rock oben vom Gürtel abreißen kann, wenn man auf den Rock tritt.

Bei engen Röcken reicht es oft schon, wenn man diese am Schlitz oben etwas rafft oder eine bereits vorhandene Raffung verstärkt. Der Rock rutscht dadurch nicht nur etwas hoch und wird somit kürzer, die Shilouette schmeichelt dadurch auch mehr der Figur.

Bei weiten Röcken nimmt man meist etwas vom oberen Rocksaum weg. Wenn möglich, schneidet man dabei den Stoff nicht ab, sondern öffnet das Futter des Gürtels, fasst den Stoff etwas weiter ein oder schlägt ihn um und näht ihn anschließend wieder fest. Auf diese Art und Weise hat man immer noch etwas Reserve, wenn man das Kostüm einmal an jemanden verkaufen möchte, der einige Zentimeter größer ist.

Mehr Volumen

rock-voluminoeserBei Röcken, die oben eng und unten weit sind (sog. Godet- oder Meerjungfrauenröcke) kann man den Schnitt und die Shillouette noch figurgünstiger mache, indem man die Einsätze oder den unteren, weiten Teil des Rockes mit einer weiteren Lage Stoff unterlegt (möglichst etwas steifer, um zusätzliches Volumen zu erzielen). Dieser kann in der gleichen Farbe sein, auch gold- oder silberfarbener Lamée kann sehr schön aussehen.

 

Sollte bei weiten Röcken mehr Volumen gewünscht werden (meist bei zierlichen, schmalen Frauen der Fall) kann man ebenfalls einfach wieder einen weiteren Rock aus einem steiferen Material drunter setzen, entweder in der gleichen Farbe/Material oder in einer Kontrastfarbe. So kann es z.B. sehr reizvoll sein, unter einen zarten Chiffonrock einen Lamée-Rock in gold oder silber zu setzen, der dann leicht durch schimmert und bei Drehungen einen schönen Effekt gibt.

 

Röcke – Häufige Problemfälle und Lösungen

Rock “krabbelt” beim Tanzen hoch

Dies ist oft bei engen Röcken der Fall. Abhilfe kann hier Gardinen-Bleiband schaffen, das man unten in den Saum einnäht. Durch das Gewicht wird der Rock nach unten gezogen.

Zu hohe Schlitze, zu offenherziger Rock

Dieses Problem hat man oft bei geschlitzten Röcken. Die einfachste Lösung ist es, die Schlitze einfach ein Stück mehr zuzunähen und damit zu schließen. Bei engen Röcken kann man auch gut ein Stück Stoff (meist Viertel- bis Halbkreis) in den Schlitz einsetzen.

Zu durchsichtiger Rock

Oft ist dies bei weiten Chiffonröcken der Fall. Lösung: Einfach einen weiteren Rock drunter setzen, entweder in der gleichen Farbe/Material oder in einer Kontrastfarbe. So kann es z.B. sehr reizvoll sein, unter einen zarten Chiffonrock einen Lamée-Rock in gold oder silber zu setzen, der dann leicht durch schimmert und bei Drehungen einen schönen Effekt gibt.

Rock schaut über dem Gürtel raus

Wenn Gürtel und Rock nicht fest aneinander genäht sind, kann es passieren, dass der Rock beim Tanzen über dem Gürtel heraus schaut. Dem kann man vorbeugen, indem man vorne und hinten, evtl. auch noch seitlich, den Gürtel mit großen Druckknöpfen am oberen Rockbund befestigt.

 

Zum Schluss

So, dies waren die häufigsten Probleme, die mir zum Thema Abändern und passend machen von Kostümen eingefallen sind. Deine Frage war nicht dabei? Dann nutze bitte das Kontakt-Formular und schildere mir Deinem Problem – ich versuche gerne Dir weiterzuhelfen und nehme weitere Fragen gerne mit in diese Rubrik auf.

 

Text: Djamila