Kostüme ändern

Das Kostüm ist ein essentieller Bestandteil des orientalischen Tanzes. So verleiht erst ein passendes Kostüm dem Tänzer jene Eleganz und orientalische Mystik, welche den Bauchtanz so faszinierend macht.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Kostüme auch optimal in ihrer Größe auf den Tänzer angepasst sind. Dabei stellen sich zahlreiche Fragen, wie bestimmte Kostümteile gestaltet und ideal an den Tänzer angepasst werden können. Deshalb soll nun geklärt werden, wie ein professionelles Ändern der Kostüme gelingt.

1. Der Rock

Der Rock nimmt beim Bauchtanz eine Schlüsselrolle ein. So ist dieser der zentrale Farbträger und Bewegungen der Hüftregionen werden auf diesen übertragen.

1.1 Die Rocklänge

Ein entscheidendes Kriterium ist die Rocklänge. Hier gilt die Grundregel, dass der Rock im aufrechten Stand auf dem Fußspann aufliegen sollte.

Ein zu kurzer Rock, welcher etwa nur auf Höhe der Fußgelenke oder gar des Schienbeins reicht, lässt die Tänzerin dagegen klein und gedrungen wirken. Gleichzeitig erscheinen die Füße ungleich größer, was der Künstlerin jegliche Eleganz raubt.

a) Eine Verlängerung des Rockes lässt sich einerseits erreichen, indem bei Modellen mit Gürtel Stoff nach unten geschoben und bei Bedarf anschließend wieder vernäht wird.

b) Bei Kostümen, bei welchen Rock und Gürtel fest vernäht sind oder kein Spielraum im Stoffbereich mehr besteht, bestehen dagegen zwei Möglichkeiten der Verlängerung:

  1. So können hier entweder Perlen- oder Stofffransen an das Fußende genäht werden, was dem Tänzer gleichzeitig eine noch exotischere Note verleiht.
  2. Daneben ist es auch möglich, einen zweiten dünnen Rock unterhalb des eigentlichen Kostüms zu tragen, welcher dann bis zum Fußspann erreicht. Hierdurch lassen sich ebenso interessante Effekte erzielen, welche bei passender Farbwahl auch äußerst elegant wirken können.

Ein zu langer Rock behindert die Tänzerin hingegen bei ihren Bewegungen, sammelt den Schmutz des Bodens und kann kann ebenso als wenig elegant wahrgenommen werden, da er regelmäßig in Bodenkontakt kommt.

a) Eine Kürzung eines zu langen Rocks gelingt entweder auch über die Nutzung des Gürtels, so dass hier etwas Stoff nach oben gezogen und bei Bedarf wieder vernäht wird.

b) Ebenso denkbar kann ein Teil des Stoffes im Rocksaumbereich durch ein Wegschneiden komplett entfernt werden. Hier ist auf eine saubere Schneiderarbeit zu achten, da die optische Qualität des Kostüms sonst erheblich leidet.

1.2 Die Rockweite

Im Falle des Rockes kann aber nicht nur die Länge, sondern auch die Weite die Optik und den Tragekomfort erheblich beeinflussen.

Ein weiter Rock, welcher zu viel Volumen aufweist, verschluckt quasi die Bewegungen der Tänzerin, was wiederum die Performance weitaus passiver erscheinen lässt. Ein solcher Missstand kann nur durch eine professionelle Schneiderarbeit beseitigt werden, indem Teile des Stoffes entfernt werden.

Deutlich häufiger aber haben Bauchtänzer das Problem, dass der Rock flach am Körper anliegt und mehr Volumen gewünscht wird. In diesem Fall kann einerseits ein steifer zweiter Rock unter den Auftrittsrock gezogen werden, wodurch dieser an Volumen gewinnt. Gleichzeitig kann aber auch das ursprüngliche Kostüm bearbeitet werden, indem in den unteren Innenbereich eine weitere, etwas steifere Stoffsicht eingenäht wird. Letztere sorgt ebenso für mehr Volumen, wovon vor allem schmale Tänzerinnen profitieren.

2. Der Gürtel

Die Anpassung des Gürtels fällt schon deutlich leichter aus. Hier eignen sich vor allem Gürtel mit mehreren Verschlüssen, um das Kostüm einfach an jede Künstlerin anpassen zu können. Sollte dies nicht der Fall sein, können auch weitere Verschlüsse im Gürtel gestanzt werden.

Allerdings ist der Gürtel bei Tanzauftritten großen Belastungen ausgesetzt. Schließlich wiegt der Rock in der Regel deutlich mehr als ein klassischer Alltagsrock und der Bauchtanz lebt von seinen raumgreifenden Hüftbewegungen, welche mechanischen Druck auf den Gürtel ausüben.

An dieser Stelle wird vor allem zwischen zwei Problemen unterschieden.

2.1 Der Gürtel rutscht ab

Insbesondere leichte Gürtel entwickeln die Tendenz, seitlich oder nach unten abzurutschen. Grundsätzlich bietet sich der Einsatz von Druckknöpfen an den Seitbereichen an. Alternativ kann auch der obere Rand abgetrennt und im Innenbereich vernäht werden, was im Falle halterloser Strümpfe für Stabilität sorgt. In hartnäckigen Fällen oder vor wichtigen Auftritten kann schließlich auch noch auf die drastische Methode des doppelseitigen Klebebandes zurückgegriffen werden.

Der Gürtel steht ab

Ein Gürtel kann aber auch seitlich oder nach unten abstehen, was wenig elegant wirkt und sogar die Armbewegungen des Tänzers behindern kann. Sollte der Gürtel nach unten abstehen, sorgt ein kleiner Druckknopf im unteren Bereich der Spitze für Abhilfe. Bei seitlich abstehenden Gürteln kann wiederum ein Gummiband im Kreuzstil vernäht werden. Dabei ist auf eine ausreichende Breite und spätere Straffung des Gummibandes im inneren Gürtelbereich zu achten.

3. Der BH

Der Brustbereich spielt beim Bauchtanz letztlich auch eine zentrale Rolle. Zum einen muss dieser ausreichend stabilisiert werden, da sich die dynamischen Hüftbewegungen auch auf den Brustbereich übertragen. Gleichzeitig handelt es sich beim Bauchtanz auch um eine sinnliche und äußerst weibliche Tanzform, welche dementsprechend auch den Brustbereich nicht vernachlässigen sollte. Im Folgenden soll deshalb ein Überblick über die häufigsten Problemfälle im Brustbereich gewährt werden, wobei auch Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

3.1 Eine zu kleine Oberweite

  • Auspolstern des Brustbereich mit Brustpolstern oder notfalls Watte und Schaumstoffteile
  • Langfristiges Vernähen einer Stofftasche in den BH-Bereich unter den Futterstoff, wo dann das Polstermaterial eingebracht wird

3.2 Eine zu große Oberweite

  • Vergrößerung des BHs durch eine Erweiterung des Körbchens, indem ein Stück Stoff vernäht wird
  • Erweiterung des vorderen Trägers durch Einnähen von Stoff, so dass ein Einschneiden in den Außenbereichen der Brust vermieden wird
  • Kürzung des vorderen Trägers durch Entfernen von Stoff, so dass ein äußeres Abstehen der Brüste vermieden und eine höhere Stabilität erreicht wird

3.3 Träger schneiden ein oder rutschen ab

Im Falle eines unbequemen Sitzes schaffen breitere, weiche Träger Abhilfe

  • Beim Abrutschen der Träger sollten diese enger vernäht werden oder es wird ein Zwischenband auf Höhe der Schulterblätter eingenäht