Bauchtanz lernen

Kann man Bauchtanz einfach so lernen?

Na klar kannst Du das. Allerdings gilt es, wie bei jeder Sportart, einiges zu beachten: Du solltest Dir eine vertrauenswürdige Tanztrainerin aussuchen, Dich vorab schon einmal mit dem Sport befassen und ein bisschen Hintergrund dazu lesen, und Du solltest auf keinen Fall Scheu vor femininer Körperlichkeit haben. Raks Sharki, orientalischer Tanz, ist extrem weiblich und trainiert den gesamten Körper. Als Sport betrachtet, leistet der Tanz gute Dienste, denn mit viel Schwung und Spaß trainierst Du beim Tanzen Deinen ganzen Körper und lernst dabei noch Rhythmus und Balance, baust ein positives Körpergefühl und Selbstbewusstsein auf.

Alleine, in der Gruppe, mit oder ohne Anleitung?

Ob Du lieber in der Gruppe, alleine oder im Einzelunterricht lernst, ist dabei gar nicht ausschlaggebend – denn alles ist möglich. Bauchtanz wird fast ausschließlich von Frauen unterrichtet, und Du solltest Dir Deine Lehrerin gut aussuchen. Generell lernt man besser, wenn man sich mit der Lehrkraft versteht – vor allem bei einer körperbetonten Sportart, die nicht ohne Berührungen im Unterricht auskommt, muss die Chemie zwischen der Lehrkraft und Dir stimmen.

Keine einheitliche Ausbildung für Lehrende

Generell gibt es überall gute und schlechte Lehrerinnen. Niemand kann Dir garantieren, dass das teure Privatstudio die besser ausgebildeten Lehrkräfte hat, und umgekehrt heißt ein kostengünstiger Kurs bei der Volkshochschule nicht zwangsläufig, dass der Unterricht schlecht ist. Die meisten Lehrerinnen für Bauchtanz haben selbst mit einer Ausbildung in orientalischem Tanz begonnen und sich später vielleicht spezialisiert – auf die eine oder andere Richtung des Raks Sharki. Die Bezeichnung “Lehrerin für Bauchtanz” ist nicht geschützt, es gibt keine verbindliche Richtlinie für die Ausbildung. Dementsprechend kannst Du überall Glück haben und eine sehr kompetente Lehrkraft finden (oder eben auch Pech).

Eine erste Idee davon, was Bauchtanz heißt, wie genau der Tanz wirkt und welche Vorübungen Dich auf den richtigen Weg bringen, kannst Du Dir gut zu Hause verschaffen. Trainings-DVDs sind zwar nie so gut wie ein Tanzkurs, aber immerhin bekommst Du so einen ganz guten Eindruck, worauf Du Dich einlässt. Und zum “Aufwärmen” und Einstimmen vor dem Kurs ist die Übung alleine zu Hause auch nicht schlecht. Allerdings wirst Du, wenn Du den Tanz wirklich meistern willst, um Kurse nicht herum kommen. Und ganz ehrlich: In der Gruppe macht es auch mehr Spaß. Gegenseitiges Feedback hilft, Hemmungen abzubauen, locker zu werden und vor allem die eigenen Bewegungen zu optimieren.

Den richtigen Kurs finden

Bauchtanz ist sehr stark körperbetont. Völlig klar, dass Du das nicht einfach so im Kreis von Fremden machen willst. Um dir ein Bild von der Arbeitsweise der einzelnen Lehrerinnen zu verschaffen, kannst Du sie einfach vorab kontaktieren. Adressen findest Du online (unter anderem unter www.vhs.de) sowie auf Nachfrage in den Tanzstudios, von denen Du einige in unseren Tanzstudio-Verzeichnis finden kannst.

Informationen bezüglich der Regelmäßigkeit und Länge des Unterrichts, der Kosten, des benötigten Outfits und vor allem der Gruppengröße können Dir die Lehrerinnen telefonisch geben. Du wirst schnell merken, ob Du im Gespräch ein positives Gefühl hast – Tanzen macht nur Spaß, wenn die Chemie stimmt.

Branchenbücher

Es lohnt sich auch einen Blick in regionale Branchenbücher zu werfen und dort nach Tanzschulen oder Bauchtänzerinnen zu suchen. Da gibt es zum Beispiel:

Probestunden sind oft kostenfrei

Wenn Du eine Lehrerin gefunden hast, die Dir sympathisch ist und deren Unterrichtskonzept Dir gut erscheint, dann mach doch einfach einen Termin für eine Probestunde aus. Die Schnupperstunde ist in der Regel kostenlos und unverbindlich, Du kannst danach also ganz einfach und ohne Erklärungsnot woanders Unterricht suchen (oder zusagen und weitermachen). Für die Probestunde(n) brauchst Du kein besonderes Outfit, enge Turnhosen und ein nicht zu weites T-Shirt oder Trikot reichen völlig aus. Manche Studios empfehlen Turnschläppchen, aber barfuß hast Du eigentlich mehr Gefühl für den Boden.

Spezielle Kleidung?

Für den ersten Kurs brauchst Du weder spezielle Kleidung, noch irgendwelches anderes Equipment. Du solltest bequeme Kleidung tragen, die Dir die nötige Bewegungsfreiheit gibt und in der Du Dich wohl fühlst. Leggings oder enge Turnhosen sind prima, ein Top oder T-Shirt dazu passt gut. Ob Du für den Kurs dünnsohlige Schuhe oder Turnschläppchen benötigst oder Tücher brauchst, wird Dir die Lehrkraft sagen können. Ein spezielles Kostüm ist außerhalb von Auftritten jedoch nicht nötig.

Was macht eine gute Tanzlehrerin aus?

Text von Leila Yuliyah:

Ich habe mir mal ein paar Gedanken darüber gemacht, woran man eine gute Tanzlehrerin von einer schlechten Tanzlehrerin unterscheiden kann. (Tanzlehrer sind selbstverständlich mitgemeint.) Dabei herausgekommen ist folgende Liste, die ich als Entwurf gern zur Diskussion stellen möchte.

Die Kriterien sollen zum Einen Schülerinnen helfen ihre Lehrerin einfacher einzuschätzen. Zum Anderen möchte ich damit auch die Lehrerinnen darin unterstützen ihren Unterricht zu reflektieren und herauszufinden, was sie noch verbessern können und worauf sie noch achten müssen.

Qualifikation

  • Sie hat eine fundierte Tanzausbildung und bildet sich weiter.
  • Sie kann Bewegungen nachvollziehbar erläutern und vorführen.
  • Sie verfügt über Hintergrundwissen (bezüglich Musik, Kultur, Kontext).
  • Sie kann eure Fragen in der Regel beantworten.
  • Sie tanzt toll. Du willst so tanzen wie sie.

Unterricht

  • Der Unterricht wird von einem Warm-Up eingeleitet und endet mit einem Cool-Down.
  • Sie baut das Programm so auf, dass man die Bewegungen lernt und sich nicht übernimmt.
  • Sie kennt zahlreiche Übungen und Kombinationen, die zu konkreten Lernerfolgen führen.
  • Der Unterricht macht Spaß und bringt dich weiter. Du lernst etwas.

Erfahrung

  • Sie unterrichtet seit mehreren Jahren und wird von ihren Schülerinnen weiter empfohlen.
  • Sie erkennt Fehlhaltungen bei ihren Schülerinnen und korrigiert diese.
  • Sie analysiert korrekt und falsch ausgeführte Bewegungen und weiß, was den Fehler hervor ruft.
  • Wer sich erst seit ein paar Monaten oder wenigen Jahren mit Orientalischem Tanz beschäftigt, sollte und kann noch nicht Unterricht erteilen.

Gruppe

  • Sie achtet auf alle Schülerinnen und bemerkt Fehler.
  • Sie motiviert und baut ihre Schülerinnen auf.
  • Sie sorgt sich um den Zusammenhalt der Gruppe und ist stolz auf ihre Schülerinnen.
  • Sie schafft ein freundschaftliches Klima, in dem kein Raum für Neid und Missgunst ist.
  • Sie respektiert ihre Schülerinnen und deren Grenzen.

Persönlichkeit

  • Sie will das Beste für ihre Schülerinnen (und nicht nur für sich).
  • Sie ist bereit von ihren Schülerinnen und durch deren Schwierigkeiten und Fragen dazu zu lernen.
  • Sie hat Humor und Einfühlungsvermögen.
  • Umgang mit Menschen macht ihr Freude. Sie ist Neuem gegenüber aufgeschlossen.

Bücher zum Thema “Bauchtanz lernen”

Hier befindet sich eine Zusammenstellung lesenswerter Bücher zum Thema “Bauchtanz” bzw. “Orientalischer Tanz”: Bücher zum Thema orientalischer Tanz