Wozu
braucht man eigentlich einen Künstlernamen? Und wie komme ich
zu einem? Denk ich mir einen aus, frage ich meine türkische
Freundin, oder nenne ich mich einfach nach meinem Parfum?
Nun,
fast jeder Künstler hat einen Künstlernamen - kein Peter Maffay
oder Jürgen von der Lippe tritt unter seinem "bürgerlichen"
Namen auf. Es ist einfach ein Teil des Bildes und des Images,
das der jeweilige Künstler vermittelt und wofür er steht.
Als
orientalische Tänzerin verkaufen wir dem Publikum nicht zuletzt
eine Phantasie, und wohl jeder Zuschauer hat eine bestimmte
Vorstellung, wie eine Tänzerin aussieht und was dazu gehört.
Jeder, der schon einmal Ansagen wie "jetzt kommt Ulrike
mit einem orientalischen Bauchtanz" erlebt hat, weiß, dass
diese Ankündigung die Spannung und Atmossphäre erheblich dämpft.
Da klingt ein Künstlername doch erheblich besser! Und werden
wir nicht auch ein bisschen zu einer anderen Person, wenn wir
in unser Kostüm schlüpfen?
Unseren
Geburtsnamen können wir uns nun leider nicht aussuchen, beim
Künstlernamen ist dies sehr wohl der Fall. Und damit fangen
die Probleme schon wieder an, denn wer die Wahl hat, hat bekanntlich
auch die Qual. Bei der Namenswahl sollte man vorher schon ein
wenig überlegen und Vorsicht walten lassen. Denn schließlich
kannst Du Deinen Künstlernamen - einmal gewählt - nicht so schnell
wieder ändern, und der Name wird Teil Deiner Person werden.
Vielleicht helfen Dir bei der Namenswahl also folgende Überlegungen:
Der
Name sollte vom Klang und möglichst von der Bedeutung her
zur Person und zur Persönlichkeit passen.
Er
sollte auch für Deutsche (bzw. Deinen Landsleuten, wenn
Du aus einem anderen Land kommst) gut auszusprechen sein
(Viele Namen klingen zwar richtig ausgesprochen toll, aber
bei den meisten Ansagen wird der Sprecher Deinen Namen einfach
ablesen und so aussprechen, wie man ihn liest).
Ebenfalls
sollte er in Deiner Landessprache keine negativen Assoziationen
hervorrufen und nicht ins Lächerliche gezogen werden können!
Wer sich "Mumina" nennt, sollte sich nicht wundern,
wenn Deine Mitbürger dabei als erstes an eine Mumie denken!
Mach´
Dir klar, dass es schon sehr viele Tänzerinnen gibt, die
unter einem Künstlernamen auftreten, und Du als "Leyla"
oder "Suleika" wiederum nur eine von hunderten
"Leylas" oder "Suleikas" sein wirst!
Suche
Dir nicht gerade einen Namen aus, unter dem schon eine andere
Tänzerin auftritt (vielleicht kann Dir hierbei ein Blick
in das Tänzerinnen- und Lehrerinnen-Verzeichnis helfen).
Viele bekanntere Tänzerinnen haben sich ihren Künstlernamen
mittlerweile rechtlich schützen lassen, so dass eine gleiche
Namenswahl nur Ärger bringt.
In
den letzten Jahren gibt es auch immer mehr Tänzerinnen,
die sich zu ihrem Künstlernamen noch einen Zunamen zulegen.
Auch dies ist eine gute Möglichkeit, sich von gleichnamigen
Tänzerinnen zu unterscheiden. Oft hat dieser Zusatz-Name
auch wieder eine Bedeutung, der speziell auf die Person
abgestimmt ist. Auf Deutsche wirken diese Doppelnamen übrigens
oft wie ein "normaler" Vor- und Zuname.
Wenn
Du einmal darauf achtest, wirst Du feststellen, dass sehr
viele Tänzerinnen Namen haben, in denen die Vokalfolge a
- i - a vorkommen, z.B. Aischa, Amina, Saida, Laila, Jamila
usw, die natürlich für den Laien alle irgendwo ähnlich klingen.
Wenn Du Dich also etwas davon abheben möchtest, kannst Du
dies bereits mit der Auswahl Deines Namens tun.
Hier
noch ein Tipp "aus der Praxis": Ein langer Name
- evtl. noch bestehend aus mehreren Einzelnamen - kann zwar
wunderschön klingen, wird aber spätestens dann
zum Nachteil, wenn man ihn als Homepage-Adresse verwenden
oder in Kleinanzeigen nennen möchte. In diesem Fall
ist ein langer Name nicht nur schlecht zu merken, sondern
auf Dauer auch ziemlich kostspielig! Übrigens werden
Anzeigen in Zeitungen oft auch nach dem Alphabet sortiert.
Eine "Aamina" hätte also gute Karten, ganz
vorne zu langen... ;-))
Um
die hier vorgeschlagenen Namen für deutschsprachige Menschen
praktisch verwendbar zu machen, wurde:
Erstens
der Artikel al (al-, ad-, ar-, as- und so weiter ), der
bei einigen arabischen Namen regelmässig, bei anderen
unregelmaessig, bei den meisten allerdings nicht verwendet
wird, stets ausgelassen; also Bara statt al-Bara, Schaima
statt asch-Schaima
Zweitens
die Schreibweise stark eingedeutscht: s statt z (nicht
Zainab, sondern Sainab), k statt q (nicht Qamar, sonder
Kamar). Die Apostrophe fuer hamza/alif und ain wurden
ausgelassen (daher einfach: Aischa, Djabrail, Umar).
Bei
der Aussprache ist zu beachten:
ch
= stets wie in ach (niemals wie in ich),
dj
= stimmhaftes englisches j , tuerkisches c (dsch),
j
= deutsches j, englisches, tuerkisches y,
th
= stimmloses (dh = stimmhaftes) englisches th.
Verwendete
Abkürzungen:
w.
weiblicher
Name
m.+w.
Name,
der Jungen und Maedchen gegeben werden kann
ar.
arabisch
Bd.
Bedeutung
h.
hebraeisch
Vkf.
Verkleinerungsform
(Husain ist Vkf. von Hasan, "Hasanchen")
(1)
(2)
Angabe
der Quelle, der die Bedeutung
des Namens entnommen wurde
In
der Namenliste folgt dem Namen in deutscher Schreibweise gegebenenfalls
in Klammern eine etwas internationalere Schreibweise - zum Beispiel
Sainab (Zainab) -, hernach die Feststellung des Geschlechts
(m., w. oder m.+w.); ist der Name mit einem beruehmten Traeger
verbunden (zum Beispiel Prophetengattin, Kalif und so weiter
), so wird dies bei den wichtigsten angegeben. Am Schluss folgt
die Erklaerung der woertlichen Bedeutung des Namens.
Solltest
Du Dich noch etwas tiefergehend mit den arabischen Namen beschäftigen
wollen, so kann ich Dir das bekannte Buch von Annemarie Schimmel
"Von Ali bis Zahra" empfehlen. Genaue Angaben dazu
findest Du bei den Literaturhinweisen.
Chadidja
(Khadidja) w. (Erste und zu ihren Lebzeiten einzige Frau Muhammads,
Mutter von Fatima, Rukajja, Sainab, Umm Kulthum) Fruehgeburt,
also: (zu) frueh Geborene. (1)
Fatima
w. (Tochter Muhammads, verheiratet mit Ali, Mutter von Hasan
und Husain): Entwoehnende, Abstillende. Ihr Beiname Sahra
(Zahra) bedeutet: leuchtend, strahlend. (1)
Habiba
w. Geliebt, liebevoll (siehe auch Umm Habiba). (1)
Hafsa
w. (Frau Muhammads, Tochter des Umar) junge Loewin; auch Hyaenin.
Hafsa
w. Eine der Frauen des Propheten (2)
Hakima
w. weise. (1)
Hala
w. (Grossmutter der Chadidja): Hof des Mondes. (1)
Halima
w. (Amme Muhammads, in der Prophetenbiographie, sira, als
Mutter des Gesandten Gottes bezeichnet): mild, sanftmuetig.
(1)
Hamasa
w. Flüstern (2)
Hamida
(Haamida) w. Lobende, Preisende. (1)
Hamieda
w. Lobenswert, gepriesen. (1)
Hamna
w. (Schwester von Muhammads Frau Sainab bint Djahsch) eine
Traubenart, oder: Zecke, kleine Laus. (1)
Hanan
w. Liebe, Zaertlichkeit, Mitleid. (1)
Hanifa
w. Dem rechten Glauben folgend, aufrichtig. (Abu Hanifa, beruehmter
Rechtsgelehrter, nach dem sich die hanafitische Rechtsschule
benennt.) (1)
Hanna
w. (1)
1. (h. Hanna - Mutter der Marjam) "(Gott) war gnaedig".
2. auch ar. "Mitleid, Sympathie". (Sowohl der h.
wie auch der ar. Name kommen aus einer gemeinsamen Wortwurzel
h-n-n "gnaedig sein, Mitleid haben".
Hatce
(Hatice)w. türkische Form von Khadija, die erste Frau des Propheten
Mohamed (2)
Hatice
(Hatce) w. türkische Form von Khadija, die erste Frau des
Propheten Mohamed (2)
Havva
(Hawwa) siehe Hawwa (3)
Hawwa
w. (1)
1. Eva (h. Hawwa). Bd. vielleicht, nach traditioneller Deutung:
"Leben, Lebenspendende, Lebendige"? Im ersten Buch
Mose 3:20 nennt Adam seine Frau Hawwa, "denn sie ist
die Mutter alles Lebenden (haj)"; vgl. ar. hajat (und
so weiter ) "Leben" - (Wurzel h-j-w).
2. Als alter ar. Frauenname: "schwarz" (Wurzel h-w-w).
Hazar
persisch, Nachtigallen (2)
Hepsen
türkisch, Immer fröhlich (2)
Hilal
m+w, arabisch, Neumond (2)
Hind
w. (Vorname der Umm Salama; Hind bint Utba war die Frau des
Abu Sufjan); Bedeutung unklar. (1)
Hufaysa
Verkleinerungsform von Hafsa, w. Eine der Frauen des Propheten
(2)
Hulya
Traum (2)
Humaida
w. Vkf. zu Hamida oder w. Vkf. zu hamd "Lob". (1)
Humaira
(Humayra) w. Kleine Roetliche (Kosename, den Muhammad fuer
Aischa gebrauchte). (1) (2)
Humayra
(Humaira) w. Kleine Roetliche (Kosename, den Muhammad fuer
Aischa gebrauchte). (1) (2)
Kadidscha
(Khadija) w. Erste Frau des Propheten Mohamed (2)
Kamar
(Qamar) w. Mond; siehe auch Kumaira. (1)
Kamila
w. vollkommen. (1)
Karima
w. Edel, wohltaetig. (1)
Kayhan
w. persisch, Welt
Kayhan
w. persisch, Welt (2)
Khadidja
(Chadidja) w. (Erste und zu ihren Lebzeiten einzige Frau Muhammads,
Mutter von Fatima, Rukajja, Sainab, Umm Kulthum) Fruehgeburt,
also: (zu) frueh Geborene. (1)
Khadija
(Kadidscha) w. Erste Frau des Propheten Mohamed (2)
Khalida
(Chalida) w. Ewig, bestaendig. (1)
Khalisa
(Chalisa) w. Rein, aufrichtig.(1)
Khayriyya
w. Kurzform von Khayr un-nisa, der "besten der Frauen"
(2)
Kishwar
w. persisch,
Land (2)
Kulthum
m.+w. pausbackig, vollbackig. - Siehe auch Umm Kulthum. (1)
Kumaira
(Qumaira) w. Moendchen (siehe Kamar).(1)
Kumru
türkisch Turteltaube (2)
Kurratulain
(Qurratulain) w. Augentrost, Freude, Liebling. (1)
Mahasti
persisch, heutige Form von Mahsati, Monddame (2)
Mahbanu
w. persisch Mond-Dame (2)
Mahnaz
türkisch, Mond-Koketterie (2)
Mahsati
persisch, Monddame, siehe auch Mahasti (2)
Mahsitti
w. persisch
Mond-Herrin, siehe auch Sitti und Sayyidati (2)
Mahtab
(Mehtap) w. türk. Mondlicht (2)
Maimoona
w. (Frau Muhammads) Gluecklich, gesegnet, siehe Maimuna (3)
Maimuna
w. (Frau Muhammads) Gluecklich, gesegnet. (1)
Malaika
Engel (plural) (2)
Malak
w. Engel. (1)
Malika
w. Koenigin. (1)
Marija
w. (aegyptische Konkubine Muhammads, sie gebar ihm den Ibrahim).
Der Name wird oft als Maria erklaert (siehe Marjam), andererseits
auch als Martha (= aramaeisch: Herrin). (1)
Marjam
(Maryam) w. Maria (Mutter Jesu / Isa; althebraeisch und aramaeisch:
Marjam, spaeter Mirjam) - Bd. umstritten; vielleicht: Widerspenstige,
Trotzkopf; andere Deutungen: wohlbeleibt, Herbe, Bittere,
Geliebte. (1)
Marjan
Koralle (2)
Maryam
(Marjam) w. Maria (Mutter Jesu / Isa; althebraeisch und aramaeisch:
Marjam, spaeter Mirjam) - Bd. umstritten; vielleicht: Widerspenstige,
Trotzkopf; andere Deutungen: wohlbeleibt, Herbe, Bittere,
Geliebte. (1)
Umm
Habiba w. (Frau
Muhammads, Tochter des Abu Sufjan; hiess eigentlich Ramla),
Bd.: Mutter von Habiba - Ihre Tochter hiess Habiba. (1)
Umm
Kulthum w.
(Tochter Muhammads und Chadidjas, verheiratet mit Uthman;
auch Abu Bakr und Ali hatten jeweils eine Tochter namens Umm
Kulthum), Bd. Mutter von Kulthum. Der Name Kulthum (m.+w.)
bedeutet: pausbackig, vollbackig. (1)
Umm
Salama w. (Frau
Muhammads, hieß eigentlich Hind), Bd.: Mutter von Salama -
ihr Sohn hieß Salama. (1)
(1)
Internetseite der christlich-islamischen Gesellschaft.
(2)
Buch von Annemarie Schimmel "Von Ali bis Zahra. Namen und
Namengebung in der islamischen Welt." Muenchen 1993.
(3)
Hier handelt es sich um meine persönliche Annahme, dass es sich
dabei um einen Namen handelt, der bereits in anderer Schreibweise
in der Liste vorkommt und darunter auch erkläutert wird.
Ein
Großteil der Namen sowie die Informationen zur Aussprache und
zur Übersetzung wurde den Informationen der christlich-islamischen
Gesellschaft übernommen.
Webdesign, Idee, Konzept, Realisation:Djamila.
Djamila ist ein beim Dt. Patentamt eingetragener geschützter Markenname.
Ein Mißbrauch kann zu Schadensersatzansprüchen führen.