"Das
menschliche Gehirn ist eine großartige Sache.
Es funktioniert vom Moment der Geburt an –
bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten.“
Mark Twain
Fast
jeder kennt das Gefühl, dieses Kribbeln im Bauch und die Aufregung
vor wichtigen Situationen: Lampenfieber! Doch was dagegen tun? Wie
kann man damit umgehen, es vielleicht sogar positiv nutzen? Nun,
vielleicht nicht gerade wie im folgenden Witz vom Pfarrer, der seine
erste Predigt hält:Ein
Pfarrer hat vor seiner ersten Predigt Lampenfieber und fragt den
Apotheker, was er dagegen tun könne. Der Apotheker rät ihm, vor
dem Spiegel zu üben und zur Beruhigung einen Schnaps zu trinken
und zwar immer dann, wenn er das Zittern bekäme.
Nachdem der Pfarrer 17 mal gezittert hatte, bestieg er die Kanzel.
Nach Beendigung der Predigt verließ er unter anhaltendem Beifall
die Kanzel und fragte den Apotheker, wie ihm seine Predigt gefallen
habe. Der Apotheker lobt den Pfarrer, erklärt ihm aber auch, dass
er leider ein paar Fehler gemacht habe.
1. Eva hat Adam nicht mit einer "Pflaume" verführt, sondern
mit einem "Apfel".
2. Kain hat Abel nicht mit einer MP erschossen, sondern er hat ihn
erschlagen.
3. Es heißt nicht "Berghotel", sondern "Bergpredigt".
4. Jesus ist nicht auf der "Kreuzung" überfahren worden,
sondern er wurde ans "Kreuz" geschlagen.
5. Gott opferte nicht "seinen Sohn den Eingeborenen",
sondern "seinen eingeborenen Sohn".
6. Das war nicht der "warmherzige Bernhardiner", sondern
der "barmherzige Samariter".
7. Es heißt nicht "Sucht mich nicht in der Unterführung",
sondern "führe mich nicht in Versuchung".
8. Es heißt nicht "dem Hammel sein Ding", sondern "dem
Himmel sei Dank".
9. Es heißt auch nicht "Jesu, meine Kuh frisst nicht",
sondern "Jesu meine Zuversicht".
10. Und am Schluss heißt es "Amen" und nicht "Prost."So
sollte es also nicht gerade laufen. Statt dessen wollen wir zunächst
einmal versuchen zu verstehen, was in unserem Körper abläuft, wenn
uns das Lampenfieber packt. Und damit kommen wir zur ersten Frage:Zurück
zum Inhaltsverzeichnis
Was ist Lampenfieber?
Lampenfieber
ist ein Phänomen, das Redner, Schauspieler, Musiker oder Tänzer
vor einem Auftritt befallen kann. Der Hypothalamus, die "Steuerzentrale"
im Gehirn löst eine Sympathicusreaktion aus. Das hat zur Folge,
dass die Nebennierenrinde Adrenalin und Noradrenalin produziert.
Das kann positive und negative Auswirkungen haben (siehe unten).Wie
viel Lampenfieber man hat, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Manch einer bleibt selbst bei großen und wichtigen Events cool,
andere haben schon beim Vortanzen vor Freundinnen das Gefühl, gleich
zu sterben. Doch keine Angst, es gibt sehr wohl Mittel und Wege
damit fertig zu werden. Und vielleicht tröstet es auch ein wenig,
dass nicht nur Anfänger, sondern auch Profis (bei denen man es sich
oft gar nicht vorstellen kann) darunter zu leiden haben. Hier einige
"Erfahrungberichte" anderer Tänzerinnen:
Dschinny:
"Bei mir ist es ganz komisch. Ich
bin vor einem Auftritt ziemlich ruhig und gelassen. Aber in
dem Moment wo ich auf der Bühne bin fange ich an zu zittern,
die Choreo ist aus dem Kopf gelöscht, ich bekomme Herzrasen,
Schweißausbrüche und frage mich immer ob ich besoffen war, als
ich mich entschloss aufzutreten! Wirklich, es ist die Hölle.
Hilfen? Bei mir helfen manchmal vorher homöopathische "Rescue-Tropfen"
(gibt es in jeder Apotheke), mich innerlich zu sammeln und ganz
tief durchzuatmen und mir zu sagen, dass es o.k. ist was ich
mache und dass es mir gut geht! Ansonsten: Übung macht den Meister,
mit jedem Auftritt wird es ein klein wenig besser. Weg wird
das Lampenfieber bei mir aber sicher nie sein, ich versuche
halt mich mit ihm zu arrangieren und es als "Freund"
und nicht als "Feind" zu sehen."
Sahida:
"Ich leide jedes mal schwer unter
Lampenfieber, kann aber jedem, der auch darunter leidet, versichern,
dass die Leute im Publikum keine Monster sind. Klar, die Blicke
ruhen auf einem, aber meist sind es bewundernde Blicke (ein
schönes funkelndes Kostüm ist eigentlich schon die halbe Miete,
wenn man auf privaten Feiern auftrittst). Und auch ich habe
schon meinen Schleier verloren, bin in eine Lampe gescheppert,
und ähnliche "Katastrophen". Da hilft nur lächeln,
neu sortieren, und weitermachen. Ausgelacht worden bin ich deswegen
noch nicht. Naja, und wenn man in der Gruppe tanzt, fällt es
eigentlich selten auf, wenn ein Mitglied mal "patzt",
da sich die Leute selten die ganze Gruppe auf einmal anschauen,
sondern eher einzelne Tänzerinnen."
Sahira:
"Als wir damals noch in der Gruppe
aufgetreten sind, haben wir alle Stufen von Lampenfieber gehabt.
Eine wurde immer ganz hysterisch obwohl sie sonst sehr schön
getanzt hat. Bei ihr artete es dann so aus, dass sie mit der
Choreo immer einen Schritt voraus war. Wir haben uns dann angewöhnt,
vor einem Auftritt ein Glas Sekt zu trinken oder einen Grappa.
Bei dieser Tänzerin hat es Wunder gewirkt und auch die anderen
waren befreiter und viel lockerer drauf. Das ist natürlich keine
Dauerlösung, aber uns hat es damals geholfen. Wenn ich heute
zu einem Auftritt gehe, habe ich das Gefühl ich könnte eine
Pipeline zur Toilette legen, aber sobald die Musik einsetzt,
ist alles weg. Ich bin trotzdem immer froh, daß ich persé ohne
Choreo tanze, denn so kann ich sie auch nicht vergessen. :-)))"
Meissoun:
"Persönlich habe ich das Glück, nicht
an Lampenfieber zu leiden. Was ich aber auch kenne, ist der
Urindrang kurz vorm Auftritt - das kann aber auch daran liegen,
dass der Bauchtanzgürtel halt genau auf die Blase drückt :-).
In unserer indischen Tanzgruppe haben wir ein Mitglied, das
sehr mit Lampenfieber kämpft. Anfangs war's so schlimm, dass
sie fast in Tränen ausbrach, wenn sie nur mal im Unterricht
schnell einen Schritt allein tanzen sollte. Wir mussten sie
jeweils fast auf die Bühne prügeln. Dabei ist sie diejenige,
die technisch am besten von uns tanzt! Irgendwann hat sie dann
wohl beschlossen, den Stier an den Hörnern zu packen und hat
sich auch für Auftritte gemeldet, wo wir nur zu zweit hingegangen
sind. Und letzthin hatte sie sogar ihren ersten Solo-Auftritt.
So langsam gewöhnt sie sich also ans Auftreten. Lampenfieber
wird sie bis ans Ende ihrer Tage haben, aber wenigstens weiß
sie jetzt, dass es möglich ist, einen Auftritt lebend zu überstehen."
Ceylan: "Ich hatte auch
oft Lampenfieber, aber erst kurz vor dem Auftritt. Dies äußerte
sich dann, dass ich die ganzen Zeit auf die Toilette musste.Inzwischen
ist es wesentlich besser geworden. Es beginnt 2 Minuten bevor
ich dran bin und ist weg, sobald ich im Raum oder auf der Bühne
bin und die Leute sehe. Denn ich habe gemerkt, daß selbst wenn
ich einen Fehler machte, die Leute das selten gemerkt haben
und ich trotzdem mit Komplimenten überschüttet wurde."
Auch
wenn es auf den ersten Blick so aussieht: Lampenfieber hat durchaus
nicht nur negative Folgen! Nur wenn das Adrenalin uns puscht,
können wir Höchstleistungen vollbringen. Der katholische Kirchenlehrer
Augustinus sagte: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden
willst.“ Wer Lampenfieber verspürt, hat es leichter zu überzeugen.
Die besten Schauspieler haben vor jedem Auftritt Lampenfieber.Unser
Gehirn kann am besten arbeiten, wenn wir weder zu gleichgültig,
noch zu angespannt in eine wichtige Situation (Prüfung, Auftritt)
gehen. Bei großer Anspannung funktioniert plötzlich die Informationsübertragung
nicht mehr zwischen den einzelnen Nervenzellen und dann kommt
der oft zitierte "Blackout". Gesucht
ist also eine gesunde Balance: Soviel Lampenfieber wie nötig,
so wenig wie möglich.
Du
wirst es wahrscheinlich niemals schaffen, das Lampenfieber ganz
abzubauen. Das solltest Du auch gar nicht, da man mit ein wenig
Lampenfieber viel authentischer wirkt und nicht - im schlimmsten
Falle - wie eine Maschine, wenn man zu perfekt auftritt.
Ein
Patentrezept gegen plötzliche Panikattacken und Blackouts gibt es
nicht. Das heißt aber nicht, daß man der Auftrittsangst chancenlos
ausgeliefert ist.Von
einem Tag auf den anderen wird aber niemand vom Angsthasen zum Helden.
Flatternden Nerven unter Kontrolle zu bekommen, muß trainiert werden.
Zunächst muß man sich bewußt werden, daß man sich nur selbst dabei
helfen kann, mit diesem Problem fertig zu werden. Jeder, der schon
mal Lampenfieber hatte und von lieben Menschen dann mit dem Kommentar
"Du schaffst das schon" aufgemuntert wurde, weiß aus eigener
Erfahrung, wie wenig das weiterhilft! Wie kann man sich also selbst
am Schopf packen und aus dem Sumpf ziehen, sprich richtig
mit dem Lampenfieber umgehen und es sogar positiv nutzen?
Beginne
so früh wie möglich Ein großer Teil der Angst entsteht häufig nur deshalb,
weil man sich die Zeit falsch eingeteilt hat und bei der Vorbereitung
ins Schleudern gerät. Wer so früh wie möglich mit dem Üben
anfängt, kann sich die Arbeit in kleine Portionen einteilen,
und sich vorab mit einer Situation vertraut machen.
Suche
den Tanz so aus, dass Dir wirklich alles gefällt
Wirklich gut und überzeugend kannst Du nur
wirken, wenn Du auch selbst von dem, was Du machst, überzeugt
bist. Denn wenn Du es nicht bist - wie sollte es dann das
Publikum sein? Musik Tanz, Kostüm - das alles sollte Dir wirklich
gut gefallen! Solltest Du also mit der Art der Vorführung,
der Thematik oder den Rahmenbedingungen nicht einverstanden
sein, laß´ es lieber, als es halbherzig durchzuziehen.
Bereite
Dich vor und motiviere Dich selbst
Wenn Du Dich entschlossen hast, ein bestimmtes Engagement
anzunehmen, dann zieh´ es durch - es gibt es kein Zurück mehr!
Jetzt gilt es, den Auftritt gut vorzubereiten. Das beste Mittel
gegen übermäßige Nervosität ist immer eine gute Vorbereitung!
Je kürzer Dein Tanz sein soll, um so länger
solltest Du Dich vorbereiten. Wenn Du Dich in wenigen Minuten
präsentieren sollst, so muß Dein Tanz viel abwechslungsreicher
und aussagekräftiger sein, als wenn Du eine 15-minütige Show
zeigen darfst. Sieh Deine Aufgabe positiv:
„Ich werde eine gute Show zeigen, denn ich bin sorgfältig
und umfassend vorbereitet."
Übe,
übe, übe - so oft es geht
Wie heißt es so schön im Sprichwort? "Übung macht den
Meister". Üben, üben und noch mal üben heißt die Devise.
Wenn Du eine Choreographie tanzt, tanze sie so oft durch,
bis Du sie im Schlaf kannst und Du keine Sekunde mehr
nachdenken musst, welche Bewegung als nächstes kommt. Wenn
Du frei tanzt, übe so lange, bis Du die Musik vorwärts und
rückwärts kennst und jeden Akzent auch im Schlaf treffen würdest.
Etwas ausdrücken mit dem Tanz kannst Du nur, wenn Du an die
Technik keinen Gedanken mehr verschwenden musst! Wenn notwendig,
nimm Deinen Tanz auf Video auf und arbeite an Schwachpunkten.
Verwende besonders viel Zeit darauf, den Anfang Deines Tanzes
zu üben - so kannst Du brillant starten und machst einen guten,
ersten Eindruck auf Dein Publikum. Erfahrungsgemäß hat man
außerdem am Anfang am meisten mit der Aufregung zu kämpfen,
steht man dann erst mal auf der Bühne und tanzt eine Weile,
legt sich die Nervosität meist mehr und mehr.
Übe auch im kompletten Auftrittskostüm, mit allen Accessoires
(Schleier, Stock, Leuchter) - und zwar alles im Original!
Nur so merkst Du, wie sich die Shimmies im Kostüm anfühlen,
wie der Schleier fliegt usw. und vermeidest peinliche Überraschungen!
Stell
Dir die Situation vor
Tanz Deine Choreographie nicht nur stur herunter. Stell´ Dir
vor, wie Du auf die Bühne kommst, wie die Scheinwerfer Dich
blenden, wie Du das Publikum anlächelst - auch wenn Du nur
durch das heimische Wohnzimmer tanzt und Dein Haustier Dich
dabei verständnislos mustert. Je realitätsnäher Du übst, desto
besser wirst Du später mit der Situation umgehen können.
Bereite Dich auch auf Pannen und Mißgeschicke vor. "Was
tue ich wenn...?" Über viele Situationen kann man schon
vorher nachdenken und so im Zweifelsfall viel souveräner reagieren.
So kann Dich so schnell nichts mehr aus der Bahn werfen.
Sammle
soviel Erfahrung wie möglich
Tanze Deine Choreographie so viel wie möglich vor: Vor Deinem
Lebenspartner, vor Deiner Freundin, vor Deinem Kurs. Wenn
Du häufiger auftrittst und Dich auf eine große Bühnenshow
vorbereitest: Vielleicht hast Du die Möglichkeit, den Tanz
schon einige Male vorher bei "normalen" Auftritten
zu zeigen?
Versuche solche "Vortanz-Situationen" nicht zu vermeiden,
sondern suche im Vorfeld bewußt viele solcher Situationen.
Je mehr Erfahrungen Du gesammelt hast, desto besser kannst
Du mit solchen Herausforderungen umgehen.
Schlafe
genug und bereite rechtzeitig alles vor
Packe Deine Sachen in Ruhe ein und gehe alles ein paar mal
in Ruhe durch. Oder mach Dir eine Checkliste. Nichts ist schlimmer,
als im Auto auf dem Weg zum Auftritt zu sitzen und verzweifelt
zu überlegen, ob man nicht doch etwas Wichtiges vergessen
hat.
Vermeide
unnötigen Zeitdruck!
Plane genügend Zeit für die Fahrt ein. Wenn Dich das Autofahren
zu sehr stresst, benutze öffentliche Verkehrsmittel oder laß´
Dich von jemandem zum Auftrittsort fahren!
Lerne
die Räumlichkeiten kennen
Wenn Du die Möglichkeit hast, fahre schon etwas früher zu
dem Ort hin (evtl. sogar vorab schon mal), wo Du auftreten
sollst.
Sei
freundlich zu Anderen
Nicht hilft mehr, als wenn man sich mit jemand anderem nett
unterhalten kann. Geh´ auf die anderen Mitwirkenden zu, stell´
Dich dem Bühnenpersonal vor - ein Lächeln wirkt oft Wunder!
Überprüfe
nochmals alles
Überprüfe vor dem Auftritt (z.B. bei der Probe) nochmals die
technischen Anlagen und die örtlichen Gelegenheiten. Eine
zu leise Musikanlage oder ein glatter Boden können tödlich
sein für Deinen Tanz.
Beweg
Dich!
Nutze dazu die Probe, oder mach einen kleinen Spaziergang.
So baust Du das Maß an Adrenalin ab, das Dich daran hindert,
während Deines Auftritts aufzublühen.
Lenke
Dich ab!
Vielleicht kannst Du Dich hinter der Bühne mit jemandem unterhalten?
Unbezahlbar ist es, wenn man jemandem in der Garderobe hat,
der einen etwas aufmuntert und nicht alles so ernst nimmt.
Den Nerven zuliebe solltest Du am entscheidenden Tag einen
weiten Bogen um Leidensgenossen machen, die noch in letzter
Minute vor dem Auftritt ihre Choreographie einstudieren.
Versuche
Dich zu entspannen!
Es gibt viele Möglichkeiten, sich vor dem Auftritt zu entspannen:
Meditation, Autogenes Training, Entspannungsübungen oder einfach
nur Ruhe. Sollte dies nicht möglich sein, hilft es oft schon
die Muskeln zu lockern - anzuspannen - wieder zu lockern;
Arme, Hände und Kopf gleichsam ausschütteln und den Kiefer
zu lockern (nach unten fallen lassen).
Nicht
bis zum Schluss "lernen"
Gehe unmittelbar vor Deinem Auftritt (bzw. die letzte halbe
Stunde davor) Deine Choreographie nicht mehr durch. Damit
macht man sich nicht nur selbst verrückt, sondern blockiert
sich häufig auch noch. Sag´ Dir statt dessen, dass Du gut
vorbereitet bist und jetzt sowieso nichts mehr
zu ändern ist. Versuche statt dessen, Dich abzulenken (siehe
oben).
Toilette
Gehe kurz vor Deinem Auftritt oder kurz bevor Du Dich umziehst
noch einmal zur Toilette.
Styling
Überprüfe Dein Kostüm und Styling noch ein letztes Mal im
Spiegel.
Homöopathische
Mittel
Vielleicht hast du schon einmal etwas von den "Notfalltropfen"
gehört. Sie stammen aus der Bach-Blüten-Therapie und sind
eine spezielle Blüten-Kombination. Einigen Leuten helfen sie
hervorragend, andere wiederum spüren kaum eine Wirkung. Wenn
Du es ausprobieren möchtest, Du erhältst die Tropfen rezeptfrei
in der Apotheke (auch Rescue-Remedy oder Rescue-Tropfen genannt).
Alkohol
Mit Alkohol sollte man vor Auftritten ganz besonders vorsichtig
sein! Manch einem mag ein Gläschen Sekt helfen, anderen wird
davon so schwindelig, dass keine Drehung mehr klappt. Wenn man nicht sehr genau
weiß, wie der eigene Körper darauf reagiert, sollte man die
Finger davon lassen.
Gehörst
Du auch zu denjenigen, die dazu neigen, innerlich einen "Katastrophenfilm"
ablaufen zu lassen? Dann solltest Du ein neues Drehbuch schreiben.
Denn einen "Blackout" produziert man selbst, indem man
sich zu stark unter Anspannung versetzt. Tausend negative Gedanken
gehen einem durch den Kopf, man malt sich selbst die schlimmsten
Szenarien aus und man gibt sich gedanklich genügend Gründe,
in Angst oder gar Panik zu verfallen. Und genau das kann dann zu
einem Blackout führen. Unser Gehirn klinkt sich sozusagen aus, wenn
es ihm zu gefährlich wird.Um das zu vermeiden, brauchen wir beruhigende,
positive Gedanken.
Auch
hier gilt wieder, die Aufregung positiv zu nutzen: Stell Dir möglichst
konkret, lebendig und so oft wie möglich vor, wie Du Deine Rolle
bravourös meisterst: Wie Du die Choreographie perfekt umsetzt, wie
Du alle mit Deinem Ausdruck verzauberst, wie das Publikum applaudiert...
Im
Folgenden sind verschiedene negative Gedanken, die Angst hervorrufen,
und die dazugehörigen positiven Gedanken zusammengestellt. Wann
immer Du Dich bei einem negativen Gedanken ertappst, musst
Du sie statt dessen durch hilfreiche ersetzen.
Angstauslösender
Gedanke:
Ich darf meine Choreographie nicht vergessen, keinen Fehler
machen.
Hilfreicher
Gedanke:
In
Wirklichkeit bin ich
die Einzige, die weiss, wie meine Choreographie aussieht
und wann welche Bewegung kommt. Das heißt, ich bin auch
die Einzige, die einen Patzer merkt - das Publikum bekommt
nichts davon mit.
Angstauslösender
Gedanke:
Wenn ich den Auftritt versaue, bin ich ein Versager.
Hilfreicher Gedanke:
Das ist eine maßlose Übertreibung. Ich versage dann in einer
einzigen Situation in meinem Leben.
Angstauslösender
Gedanke:
Dieser Auftritt ist so wichtig, ich muss auf jeden Fall
eine super Show liefern. Das ist eine einmalige Gelegenheit,
die nicht wieder kommt.
Hilfreicher Gedanke:
Ich habe mich auf diesen Auftritt vorbereitet. Es wäre schade,
wenn es nicht so klappen würde wie ich möchte, aber es werden
sich noch andere Chancen bieten. Ich kann damit weiterleben.
Angstauslösender
Gedanke:
Man darf mir auf keinen Fall ansehen, dass ich so aufgeregt
bin. Meine Knie dürfen nicht so schlottern, mein Herz soll
nicht so schlagen...
Hilfreicher Gedanke:
Es ist o.k., dass ich aufgeregt bin. Das geht allen Tänzerinnen
so, nicht nur mir allein. Das Publikum weiß das. Es darf
ruhig sehen, dass ich angespannt bin.
Vielleicht
kennst Du das Gefühl, wenn Du hinter dem Vorhang stehst und nur
noch darauf wartest, dass Deine Musik startet: Plötzlich fühlt
man sich vollkommen allein, so allein, wie noch nie zuvor. Dieses
Einsamkeitsgefühl ist ganz normal, lass Dich davon nicht verunsichern.
Konzentriere Dich statt dessen auf Deinen Auftritt, sag´ Dir noch
einmal "ich schaffe es" und atme ein letztes Mal ganz
tief durch. Und dann: raus!
Die
ersten Minuten sind meist die schlimmsten, hat man sich erst einmal
an die Situation gewöhnt, wird es immer besser. Versuche, natürlich
und ungezwungen zu sein statt gekünstelt den "Star"
herauszukehren. Wenn Du merkst, dass die Panik in Dir hoch kriecht
und die Aufregung überhand nimmt, versuche Dich selbst wieder
"herunter zu holen". Bleib ruhig und atme tief durch.
Sag Dir: "Das ist kein Grund zur Panik. Du kannst es. Du
musst nicht perfekt sein. Dir kann nichts passieren. Du bist nicht
in Lebensgefahr." Wenn Du wirklich einen Fehler machst, sag
Dir, dass es nichts macht, und überspiele es mit einem Lächeln.
Schimpfe nicht mit Dir, weil Dein "dämliches Gehirn"
nicht funktioniert, denn damit machst Du es nur noch schlimmer.
Hilfreich
ist es auch, einen positiven Zuschauer im Publikum zu suchen,
also jemanden, der interessiert und freundlich wirkt, und diesen
als ruhenden Pol anzuvisieren. Vielleicht kannst Du mit ihm auch
scherzen oder ein wenig flirten? Ein
Trick, der auch von Profi-Rednern und Politikern benutzt wird,
ist es, eine Vertrauensperson mitzunehmen und diese in die ersten
Reihen zu setzen. Vernachlässige aber trotzdem
nicht das restliche Publikum, schließlich haben alle Zuschauer
ein Anrecht auf Deine Aufmerksamkeit. Und falls wirklich jemand
im Publikum sitzt, der Dich böse anschaut, gelangweilt wirkt oder
womöglich sogar abwinkt - ignoriere ihn einfach, oder noch
besser: lache über ihn. Er bringt sich selber um den Genuß, Dir
zuzuschauen.
So,
und nach dem ganzen Streß im Vorfeld: Wandle Deine Anspannung
in Energie und Bewegung um, und lass den Funken der Begeisterung
auf Dein Publikum überspringen! Du wirst sehen: es macht Spass!
Nimm Dich selber nicht zu ernst, denn wem es gelingt, sein Publikum
zum Lachen zu bringen, hat schon halb gewonnen. Und wenn Du es
dann endlich geschafft hast, wirst Du sehen: Der Applaus wird
Dich für alles, was Du vorher durchgemacht hast, entschädigen
- ein unglaublich schönes Gefühl!
Djamila
Vielen
Dank an Dschinny, Ceylan, Meissoun, Sahida und Sahira, die mir
ihre Erfahrungsberichte für diesen Artikel zur Verfügung
gestellt haben.
Diese Seite gehört
zu den führenden und meistbesuchten Internetseiten
für Bauchtanz / orientalischen Tanz im deutschsprachigen Raum.
Sie sind der
Besucher dieser Seite seit dem 09. Februar 2000 (siehe
Statistik).
Sie möchten Bauchtanz lernen?
Kurse, Seminare sowie Aus- & Weiterbildung für Anfänger bis Profi finden Sie in
Djamilas Tanzstudio www.orient-academy.de
Akademie für klassischen & zeitgenössischen Orientalischen Tanz (Bauchtanz), Ballett, Bollywood, Hip Hop, Flamenco, Modern Dance uvm. - Offenbach / Frankfurt