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Mit
dem richtigen Material fängt alles an
Jeder,
der schon einmal versucht hat, eine IKEA-Schrankwand mit den beiliegenden
Mini-Werkzeugen aufzubauen, wird die Erfahrung gemacht haben,
wie wichtig das richtige Werkzeug und Arbeitsmaterial ist. Nicht
umsonst würde kein Handwerker auf die Idee kommen, mit behelfsmäßigem
Werkzeug zu arbeiten. Und was für den Profi gilt, gilt erst
recht für den Neuling - schließlich tut man sich gerade
am Anfang ohnehin schwer. Daher sollte man es sich nicht aus falscher
Bescheidenheit ("ist zu teuer", "brauche ich zu
selten" etc.) nicht noch schwerer machen, als es sowieso
schon ist.
Ohne gutes
Material kein gutes Ergebnis! Gerade bei Pinseln und anderen Utensilien
lohnt es sich, etwas mehr zu investieren. Dafür kann man
sich beim eigentlichen Make-up auf wenige Farbtöne beschränken.
Weiterer Vorteil: professionelle Bühnen-Make-up-Produkte
sind meist wesentlich günstiger als handelsübliche Produkte
- man muss also durchaus keine Unsummen ausgeben. Und last but
not least kann man das meiste davon auch problemlos für ein
normales Tages-Make-up verwenden.
Welche Merkmale sollten spezielle
Bühnen-Make-up Produkte erfüllen?
- Hohe Deckkraft
- Grosse Farbauswahl
- Gute Haltbarkeit
- Gute Hautverträglichkeit
- Keine Glanzpartikel (reflektieren
das Licht!)
- Gutes Preis-Leistungsverhältnis
Dies
alles ist bei professionellen, speziellen Bühnen-Make-up
Produkten wie z.B. von den Firmen Grimas oder Kryolan der Fall.
Von den Farbtönen her sollte man bei Bühnen-Make-up
übrigens noch stärker als beim normalen Make-up auf
neutrale Farben (naturweiss, grau, anthrazit, braun, schwarz)
setzen, da dadurch die Kontraste besser herausgearbeitet werden
und das Gesicht sonst leicht zu bunt wirkt. Farbiger Lidschatten
und Pearl-Effekte können beim Abend-Make-up hinreißend
aussehen, auf der Bühne sind sie meist unvorteilhaft.
Kleine
Materialkunde
Bezug
sowie nähere Infos und Bilder der einzelnen Produkte siehe
Bezugsquellen.
| Make-up
Unterlage: |
- Anti-Glanz-Mittel wie
z.B. Antishine werden unter dem Make-up im Bereich der
T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) dünn aufgetragen. Sie
verhindern lästiges Glänzen auch bei extremer
körperlicher Belastung (wie z.B. Tanzen). Diese Mittel
mattieren ca. 4x länger als herkömmlicher Puder.
- Lidschatten-Grundierungen
wie z.B. Botanical Primer sowie ähnliche, handelsübliche
Produkte sind spezielle Make-up-Unterlagen für das
Augenlid. Sie verhindern das Absetzen von Lidschatten
und Lidstrich in der Lidfalte und ermöglichen ein
besonders gleichmäßiges Auftragen.
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| Make-up/
Camouflage: |
- Crème Make-up
ist ein schwach deckendes Make-up, das sehr natürlich
wirkt und über einen hohen Feuchtigkeitsgehalt verfügt.
Es eignet sich gut für den täglichen Gebrauch
und wenn das Make-up leicht und natürlich wirken
soll. Mein Tipp: Ideal für trockenere Haut und auch
hervorragend als tägliches Make-up geeignet.
- Foundation ist ein
flüssiges Make-up mit mittlerer Deckkraft. Foundation
gibt ein leicht kosmetisches Aussehen und deckt kleine
Hautunreinheiten gut ab. Es ist gut geeignet für
ein Abend-Make-up.
- Cake Make-up ist
ein gut deckendes Make-up auf Wasserbasis. Cake Make-up
saugt sehr gut Schweiß auf und wird daher häufig
beim Tanz, aber auch für Clownerie, Artistik und
Portraitfotografie verwandt. Da Cake-Make-up sehr trocken
ist, ist es nur für fettige Haut sowie im Sommer,
wenn man stark schwitzt, zu empfehlen.
- Camouflage ist ein
extrem stark deckendes Make-up auf einer Öl-Wachs-Basis.
Camouflage ist ideal zum Abdecken von starken Hautunreinheiten,
Pickeln, Äderchen, Muttermalen, Tätowierungen
usw.
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| Puder |
Bei Puder
unterscheidet man zwischen losem und Compact Puder. Ich
würde auf jeden Fall losen Puder empfehlen und Compact
Puder nur für das Nachschminken unterwegs verwenden.
- Farbloser Transparent
Puder ist ein neutraler, weißer Puder zum Mattieren
von Creme Make-up. Da er sich farbneutral verhält,
kann er mit jeder beliebigen Make-up-Farbe kombiniert
werden. Das ist gerade dann äußerst praktisch,
wenn man verschiedene Make-up-Töne benutzt (z.B.
auch bei einer Tanzgruppe), das man für alle Hauttöne
nur einen Puder braucht.
- Fixier-Puder verhält
sich ebenso wie farbloser Tansparent-Puder farbneutral
(also wieder ein Puder für alle Farben) und wird
zum Fixieren von Crème Make-up, Foundation sowie
Camouflage aufgetragen. Er macht das Make-up sehr haltbar
und wirkt wasserabweisend.
- Makeup-Puder ist
ein leicht getönter Puder zum Mattieren von Creme
Make-up und Foundation. Es sollte farblich auf das jeweils
verwendete Make-up abgestimmt werden.
- Compact Puder ist
ein leicht gefärbter, mattierender Puder zur Verwendung
auf Crème Make-up oder als leichtes Tages-Puder
auf einer Feuchtigkeitscreme. Auch Compact Puder sollte
auf den jeweiligen Make-up- oder Haut-Ton abgestimmt sein.
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| Lidschatten,
Rouge, Modellage |
Ob Lidschatten,
Rouge oder Modellage - bei professionellen Bühnen-Make-up
Produkten sind diese Produkte von der Konsistenz her alle
gleich und damit universell einsetzbar. Das bedeutet, man
kann alle Farbtöne sowohl als Lidschatten, wie auch als
Rouge oder Modellage verwenden. Wie alle Bühnen-Make-up-Produkte
sind sie sehr hoch pigmentiert, daher sollte man sie vorsichtig
und sparsam verwenden. Nass aufgetragen erzielt man harte
Konturen (z.B. um einen Lidstrich zu ziehen), trocken aufgetragen
kann man die Farben sehr gut verwischen und so sanft modellieren.
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| Lippenstifte |
Die Lippenstifte
bei den Bühnen-Make-up-Produkten zeichnen sich durch
sehr hohe Farbintensität und gute Haltbarkeit aus. Es
gibt sie als Stift oder in kleinen Döschen. Bei den Farben
hat man die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Farbtönen
sowie transparentem Base und Gloss.
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| Pinsel,
Quasten, Schwämme |
Nun kommen
wir zu einem besonders wichtigen Punkt, nämlich zu
dem, was für fürs Auftragen des Make-up benötigen.
Da gibt es:
- Make-up-Schwämmchen
in verschiedenen Grüssen und aus unterschiedlichem
Material zum Auftragen, Verteilen und Einarbeiten von
Make-up und Camouflage.
- Kleine Plastikspatel
zum Aufnehmen von Camouflage u.ä.
- Puderquasten aus Baumwollsamt
oder Lambswool zum Auftragen von losem Puder.
- Puderbürsten
aus weichem Ziegenhaar zum Entfernen des überschüssigen
Puders nach dem Fixieren.
- Puder- und Rougepinsel
in verschiedenen Größen zum Auftragen von
Rouge und zum Abschattieren und Modellieren.
- Applikatoren aus
Schaumstoff zum flächigen Auftragen von Lidschatten.
- Rinderpinsel, schräg
gebunden, zum Nachziehen und Auffüllen von Augenbrauen.
- Rotmarderpinsel
- flach gebunden für
Creme Make-up und Camouflage
- rund und kurz gebunden
für Lidstriche
- in der sog. Katzenzungenform
für Lippenstift
- als "V-Pinsel"
(V steht für Verwischen), zum Auftragen von Lidschatten,
Creme Make-up und Camouflage und als Lippenpinsel
- sowie als "L-Pinsel"
(L steht für Linie) zum Ziehen von Linie
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Grundausstattung
für ein Bühnen-Make-up
Was ist nun
für ein gutes Bühnen-Make-up wirklich nötig, und
was ist eher Luxus? Folgende Dinge sollten zu einer Grundausstattung
gehören:
| Zum Auftragen (Kostenpunkt
für dieses Grundpaket: ca. 50 Euro): |
- Make-up
Schwämmchen (1)
- Spatel
(2)
- Puderquaste
(3)
- Ziegenhaarbürste
oder großer Puderpinsel (4)
- Schaumstoffapplikator
(5)
- 2
Lidschattenpinsel
(ein größerer und ein kleinerer) (6)
- Größerer
Rouge-Pinsel zum Auftragen von Rouge (7)
- Kleinerer
Rouge-Pinsel zum Modellieren (8)
- Wimpernzange
(9)
- Lippenpinsel
(10)
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| Make-up-Produkte
(Kostenpunkt für dieses Grundpaket: ca. 80 Euro:) |
- Make-up
(1)
- Camouflage
oder Abdeckcreme (2)
- Puder
(3)
- 2
Töne Lidschatten (ein hellerer und ein dunklerer)
(4)
- Lidstrich
(5)
- Wimperntusche
(6)
- Rouge
(7)
- Dunkles,
bräunliches Rouge als Modellage zum Abschattieren
(8)
- Lippen
Konturenstift (9)
- Lippenstift
(10)
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Wenn´s ein bisschen mehr sein darf...
Wer
sich etwas Besonderes gönnen und eine wirklich gute Ausstattung
haben möchte, der ist mit einer großen Profi-Pinseltasche
gut beraten. Solche Pinsel-Sets sind wirklich mit allem drum und
dran ausgestattet und bieten alles, was man für das professionelle
Schminken benötigt.Dazu sind in einer solchen Tasche alle
Pinsel übersichtlich, ordentlich und sauber verstaut - auch
unterwegs. Wer einmal damit gearbeitet hat, wird es nicht mehr
missen wollen. Große Pinsel-Set sind für ca. 150,-
Euro zu haben, wobei die Pinsel gegenüber dem Einzelkauf
im Set erheblich günstiger sind. Kleinere Sets mit weniger
Pinseln sind ab ca. 45,- Euro erhältlich.
Pflege
Mit ein bisschen Pflege hat man nahezu lebenslange Freude an seiner
Ausstattung: Also Pinsel und Schwämmchen regelmäßig
mit einer milden Seife reinigen. Rougepinsel werden mit ein bisschen
Haarspülung wieder seidenweich. Tipp: Die Pinsel dabei immer
liegend trocknen, sonst quillt das Wasser den Stil auf.
Aufbewahrung
Hat
man nun seine ganze Ausrüstung zusammen, so sollte man diese
natürlich sauber und übersichtlich verstauen (Kosmetikkoffer
o.ä.). Ich persönlich benutze dafür eine Make-up-Tasche,
wie man sie im Visagisten-Bedarf bekommt. Ein anderer guter und
dazu sehr preisgünstiger Tipp ist es, einfach alle Produkte
einfach in einer großen, flachen Plastikbox (wie man sie
in Baumärkten bekommt) zu verstauen (Abbildung 4). Durch
die Unterteilungen sind sie äußerst übersichtlich
und man hat man alles gleich zur Hand und muss nicht lange suchen.
Die gleiche Box in einer kleineren Version benutze ich übrigens
auch für meinen Auftritts-Schmuck.
So, nachdem
wir nun perfekt und mit allem, was man braucht ausgerüstet
sind, können wir uns nun der Frage zuwenden, wie man das
alles nun kunstvoll aufträgt.
Schritt
für Schritt zum fertigen Make-up
Ein gelungenes
Make-up muss nicht nur der eigenen Persönlichkeit entsprechen,
man sollte sich auch damit wohl fühlen. Beim Schminken gibt
es daher unzählige Möglichkeiten und Variationen. Mit
welchen Methoden man am besten zurecht kommt und was einem vom
Ergebnis am besten gefällt, sollte jeder für sich selbst
ausprobieren und entscheiden. Hat man den eigenen Stil dann gefunden,
so heißt es üben, üben, üben! Denn auch Schminken
will gelernt sein. Wer also zwei Stunden vor der großen
Show das erste Mal anfängt, über sein Make-up nachzudenken
und die übrig gebliebenen Utensilien rauskramt, darf sich
nicht wundern, wenn das Ergebnis entsprechend ausfällt. Erst
die regelmäßige Anwendung bringt Routine, so dass auch,
wenn man mal aufgeregt ist, jeder Handgriff sitzt und alles flott
geht .
Wie bereits
rwähnt, gibt es beim Make-up nur sehr wenige Regeln. Eine
der wichtigsten, die man sich gut einprägen sollte, lautet:
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Hell
hebt hervor
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Dunkel
lässt zurück treten.
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Diesem
Grundsatz werden wir im Folgenden noch öfter begegnen.
Doch beginnen wir der Reihe nach, mit der
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Auf das gereinigte Gesicht
eine leichte Feuchtigkeitscreme oder ähnlichesauftragen
und gut einziehen lassen.
Anschließend Lidschatten-Basis auf dem Lid verteilen
und bei Bedarf die schnell fettenden Stellen (T-Zone) mit
etwas Anti-Shine mattieren.
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Auftragen von Botanical Primer auf das Augenlid
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Die Wahl des passenden Make-up-Tons
richtet sich nach dem eigenen Hautunterton (rosa oder beige-gelblich)
und der Hautfarbe (hell, mittel, dunkel). Zum Testen gibt
man ein wenig Make-up auf den Übergang vom Kinn zum
Hals - stimmt er hier mit der Haut überein, hat man
den richtigen Farbton gefunden. Im Zweifelsfall bitte immer
lieber eine Nuance zu hell, da ein zu dunkles Make-up nicht
nur unnatürlich wirkt, sondern auch alt macht.
Zum Auftragen verwendet man bei Creme Make-up am besten
ein Schwämmchen, flüssige Foundation tupft man
einfach mit den Fingerspitzen auf und arbeitet es anschließend
mit einem Schwämmchen ein (so saugt es nicht voll).
Ein guter Tipp ist es, mit dem Auftragen auf der Stirn beginnen,
da hier die größte Fläche ist und man so
am ehesten bemerkt, wenn der Farbton doch nicht 100%ig passen
sollte. Anschließend die Grundierung sorgfältig
verteilen, Lippen und Hals nicht vergessen und das Make-up
dort sorgfältig auslaufen lassen.
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Flüssige Foundation auftupfen..
|

...und mit einem Schwämmchen
einarbeiten.
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Als nächstes werden kleine Unzulänglichkeiten mit
Camouflage abgedeckt. Im Normalfall genügen dafür
hautfarbene Töne, es gibt aber auch Spezial-Farbtöne
wie z.B. grün gegen Hautrötungen und gelb gegen
bläuliche Äderchen. Da Camouflage es eine sehr feste
Konsistenz hat, sollte man es vor dem Auftragen etwas erwärmen
(z.B. auf den Handrücken geben und verreiben) - so lässt
es sich leicht verteilen.
Benutzt man zwei oder mehr Farbtöne, kann man jetzt bereits
etwas modellieren: Den helleren Farbton benutzt man zum |

Abdecken von Augen-
ringen mit Camouflage
|
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Abdecken von Augenringen und
trägt ihn außerdem überall dort auf, wo
man das Gesicht optisch hervorheben will, z.B. Kinn, Lippenherz,
Nasenrücken zur Stirn hin auslaufend, auf den Wangenknochen
und den Wangenflächen neben den Nasenflügeln.
Auch Falten (z.B. Nasenlabialfalte) kann man so optisch
ein wenig "aufpolstern". Der dunklere Farbton
wird dagegen überall dort aufgetragen, wo man optisch
zurücknehmen möchte, z.B. auf den Nasenflügeln,
am Hals unterhalb der Kinnpartie sowie unter den Wangenknochen.
Evtl. Pickel mit einem möglichst neutralen Farbton
abdecken (evtl. hell und dunkel mischen), da hell hier wieder
hervorheben und damit eher noch betonen würde Zum Schluss
alle Übergänge sorgfältig verwischen.
|
Nun geht es ans Abpudern. Statt
Kompakt-Puder (dieser ist nur zum Nachpudern unterwegs geeignet)
sollte man dafür immer losen Puder verwenden - am besten
farbneutralen Fixier-Puder, denn dieser passt sich allen
Make-up-Tönen an und ist daher universell einsetzbar.
|
| Zum
Auftragen die Puderquaste in den Puder tauchen, den Überschuss
in die Handfläche geben und dann großzügig
(wirklich großzügig - zuviel Puder gibt es nicht!)
auf die Haut geben. Einige Minuten abwarten und anschließend
die Reste mit einem großen Puderpinsel oder einer weichen
Ziegenhaarbürste abnehmen. Während der Puder noch
einwirkt, kann man sich bereits dem nächsten Schritt
widmen, dem |

Puder mit der Puderquaste großzügig auftragen...
|

...und nach einigen Minuten den Überschuss mit einer
Puderbürste abnehmen.
|
Lidschatten
Keine
Sorge, so schwierig, wie man oft denkt, ist das Auftragen
von Lidschatten gar nicht. Auch hierbei gilt wieder der Grundsatz:
Hell hebt hervor, dunkel tritt zurück. Daraus ergibt
sich, dass die Augen je nach Typ individuell geschminkt werden
sollten.
Sehen
wir uns zunächst die ideale Augenform an: Das Lid und
der Brauenbogen sind leicht hervorgehoben, die Lidfalte tritt
etwas zurück. Um dieser natürlichen und idealen
Form möglichst nahe zu kommen, modelliert man die Augen
nun wieder mit hellen und dunklen Tönen, wodurch man
einzelne Bereiche hervorheben und zurücktreten lassen
kann. Hier nun einige Beispiele:
Bei hervorstehenden Augen verwendet man dunklen Lidschatten,
um die Augen optisch zurücktreten zu lassen. Diesen trägt
man auf dem Liddeckel auf, verwischt ihn nach oben über
die Lidfalte hinaus und verteilt anschließend noch etwas
Highlighter oder sehr hellen Lidschatten unter dem Brauenbogen.
Tiefliegende und auch kleine Augen kann man mit hellem
Lidschatten optisch öffnen. Das gilt auch für das
Schlupflid. Von einem Schlupflid spricht man, wenn
das bewegliche Lid kaum oder gar nicht zu sehen ist. Das ist
zum einen Veranlagungssache, zum anderen liegt es leider auch
ein bisschen an der Schwerkraft. Damit die Augen nicht wie
"verschluckt" aussehen, wird das bewegliche Lid
hell betont. Dazu mit dem Applikator oder breiten Pinsel hellen
Lidschatten auf das ganze Lid geben und anschließend
mit dunklem Lidschatten konturieren. Um das Auge dabei optisch
anzuheben, hat man verschiedene Möglichkeiten: |
a)
Die "Banane"
Bei der Banane zeichnet man die Linie direkt auf dem Knochen
der Augenhöhle (etwas über der Lidfalte) mit dunklem
Lidschatten nach. Anschließend mit dem Pinsel sanft
nach oben zu den Brauen hin verwischen. |
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b)
Die "Maus
Für die Maus über dem äußeren Augenwinkel
ein nach außen zeigendes Dreieck malen und ebenfalls
sanft nach innen und oben verwischen. Evlt. kann man den Knochen
der Augenhöhle zusätzlich mit etwas Rouge oder mitteldunklem
Lidschatten zurücktreten lassen. |
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| Ich
verwende die Schminktechnik der Banane. Als kleines Beispiel
habe ich hier mal in Bildern festgehalten, wie ich dabei den
Lidschatten auftrage: |
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Zunächst
hellen Lidschatten auf das bewegliche Lid und den Brauenbogen
geben...
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dann hellgrauen
Lidschatten
mit einem breiteren Pinsel...
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und anthrazitfarbenen
Lid-schatten mit einem schmale-ren Pinsel etwas oberhalb
der Lidfalte auftragen.
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Anschließend
alle Übergänge gut verwischen. Das fertige Ergebnis
sieht man rechts.
Ein guter Tipp ist es übrigens, vor dem Auftragen des Lidschattens
etwas losen Puder als "Barriere" unter die Augen zu
geben - so kann evtl. herunterfallender Lidschattenstaub später
problemlos mit einem Puderpinsel entfernt werden.
Lidstrich
Für
den Lidstrich kann man dunklen Lidschatten oder flüssigen
Eyeliner verwenden. Lidschatten (nass mit einem dünnen
Pinsel auftragen) wirkt von der Optik her etwas weicher als
flüssiger Eyeliner, der dafür um einiges haltbarer
ist. Wichtig beim Auftragen: Der Lidstrich sollte immer direkt
mit dem Wimpernrand abschließen, es darf kein heller
Zwischenraum mehr zu sehen sein.
Um ausdrucksstarke Augen zu erzielen, beginnt man im inneren
Augenwinkel mit einer feinen Linie, die dann ab Lidmitte etwas
breiter wird und am äußeren Winkel nach oben ausläuft
(Bild rechts) - wie weit, ist Geschmackssache.
Wie das Ganze bei offenen und geschlossenen Augen wirkt, sieht
man hier: |
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Mit
Lidstrich lassen sich auch unterschiedliche Effekte erzielen:
Zieht man die Linie vom Ober- und Unterlied gerade nach außen,
erhält man einen pharaonischen Look.
Setzt man statt dessen im inneren Teil des Lides noch eine
helle (naturweiße) Linie über den dunklen Lidstrich,
erzielt man einen Katzenaugeneffekt. Sehr dramatisch wirkt
es, wenn man die Augen rundherum kholschwarz schattiert -
leider verkleinert das die Augen aber auch optisch erheblich.
Sollen sie statt dessen größer wirken, schattiert
man das Unterlid nur bis zur Hälfte und zieht auf dem
Oberlid keine durchgehende Linie, sondern setzt nur dunkle
Punkte zwischen die Wimpern. Und noch ein Tipp, den schon
die Leinwand-Stars der 30 Jahre nutzten: Ein naturweißer
oder leicht gräulicher Kajal im unteren, inneren Lidrand
aufgetragen vergrößert die Augen zusätzlich
optisch. |
Wimpern
Wer
nicht auf eine Wimperndauerwelle (ja, die gibt's wirklich) zurückgreifen
möchte, der sollte unbedingt eine Wimpernzange benutzen.
Dazu die Wimpern ca. 10 Sekunden in Form biegen, anschließend
tuschen (bitte nicht vorher, sonst kleben die Wimpern fest) und
die noch feuchten Härchen mit einem Bürstchen trennen.
Wer mag, wiederholt das Ganze mehrmals, denn beim Tuschen gilt:
Mehr macht mehr her.
Einen
noch größeren Effekt erzielt man freilich mit falschen
Wimpern. Das Ankleben ist dabei gar nicht so schwer: Dazu die
Wimpern (falls nötig) auf die richtige Länge kürzen,
einen Tropfen Wimpernkleber auf den Handrücken geben, die
Wimpern mit einer Pinzette fassen und das Band durch den Wimpernkleber
ziehen. Die beiden Enden bekommen eine extra Portion, damit später
alles gut hält. Nun den Kleber einen Moment antrocknen lassen,
die Wimpern mit der Pinzette mittig auf dem Oberlid direkt über
den eigenen Wimpern aufsetzen und mit einem schmalen Holzstäbchen
(z.B. Manikürestäbchen) am inneren und äußeren
Lidrand andrücken - fertig. Der Kleber ist übrigens
zunächst weiß, wird aber beim Trocknen transparent
- also nicht wundern.
Augenbrauen
Oft unterschätzt,
haben die Augenbrauen wie kein anders Merkmal eine sehr starke
Wirkung auf das gesamte Gesichts. Schwere, buschige Augenbrauen
können die Augen optisch erdrücken, dunkle Augenbrauen
lassen das Gesicht härter, hellere dagegen weicher wirken
(Tipp: Sehr dunkle Augenbrauen lassen sich mit Bleichmittel aus
der Drogerie aufhellen). Es lohnt sich also, etwas Zeit für
das Formen der Augenbrauen zu verwenden. Wie findet man dabei
die ideale Linie?
Dafür
gibt es einen einfachen Trick: Man nimmt man einen Stift oder
langen, dünnen Schminkpinsel und legt diesen zunächst
unten an den Nasenflügel und oben am inneren Augenrand an.
So erhält man den Punkt, an dem die Brauen beginnen sollten
(1). Die Linie zwischen Nasenflügel und Mitte der Pupille
zeigt den höchsten Punkt (2), und Nasenflügel und äußerer
Augenwinkel die Stelle, an der die Brauen enden sollten (3).
Um die Augenbrauen nun nachzuziehen, die Härchen zunächst
nach unten bürsten und dann mit feinen Strichen auffüllen
und evtl. die Brauen etwas verlängern. Anschließend
alles in Form kämmen und mit etwas Modelliergel oder farbloser
Mascara (Tip: gut eignet sich auch fast leere Wimperntusche, die
nur noch wenig Farbe abgibt) fixieren - fertig.

Die Augenbrauen bürsten,
um den natürlichen Verlauf sichtbar zu machen...
|

..und mit feinen Strichen nachziehen. Dabei evtl.
verlängern oder korrigieren...
|

...und ansschließend mit
einem Bürstchen wieder in
Form kämmen und fixieren.
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Modellieren
und Schattieren
Wie
die Augenbrauen, so wird auch das Modellieren und
Schattieren des Gesichtes oft vernachlässigt, obwohl man
gerade dadurch die Wirkung ganz entscheidend beeinflussen kann.
Geschickt gesetzte Schatten lassen das Gesicht schmaler wirken
und geben Form - andernfalls wirkt das Gesicht im Endergebnis
leicht zu flächig. Auch hier trifft man wieder den Grundsatz
von hell und dunkel. Für das Schattieren wählt man daher
einen bräunlichen Puder, der zwei Farbtöne dunkler ist
als der normale Teint.Welche Stellen bevorzugt schattiert werden,
sieht man auf dem rechten Bild: Um die Wangenknochen herauszuarbeiten,
zieht man dabei einen leichten Schmollmund und ertastet so die
diagonale Linie unterhalb der Wangenknochen. Hier wird nun der
dunklere Puder diagonal platziert. Zusätzlich bekommen die
Schläfen und die Nasenflügel rechts und links etwas
Modellage, wodurch die Nase etwas schmaler wirkt. Soll sie spitzer
erscheinen, zusätzlich etwas Puder an der Unterseite auftragen.
Möchte man die Kinnlinie betonen und den Hals (Doppelkinn)
etwas zurücktreten lassen, schattiert man dazu unterhalb
des Kinns etwas ab. Wem der Modellage-Effekt noch nicht genug
ist, kann zusätzlich noch die Wangenknochen, Nasenrücken
und das Kinn mit etwas hellem Puder optisch hervorheben.

Schattieren der Wangen...
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... Augen (Schläfen)
|

... und Nase.
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Erzielt man mit dem Schattieren
und Modellieren schöne Konturen, so gibt Rouge dem
Gesicht einen frischen und lebendigen Effekt. Auch hier
richtet sich das Auftragen nach der Gesichtsform.Dazu bitte
immer einen schönen großen Rougepinsel benutzen
- so werden die Übergänge weich und harmonisch.
Das Rouge wird nun in die Richtung platziert, in die das
Gesicht gezogen werden soll:
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Diagonales Auftragen
von Rouge
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Trägt
man es diagonal
von den Wangen bis in Augenhöhe auf, lässt es
das Gesicht länger und schmaler wirken.
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Lässt
man es statt
dessen nach außen
hin breiter auslaufen,
wirkt das Gesicht breiter.
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Will man die
Gesichts-
form neutral belassen
und nicht beeinflussen, wird das Rouge am Jochbein nach
außen entlangaufgetragen.
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Lippen
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Last but not
least: Der Lippenstift. Damit er schön haltbar wird,
sollten die Lippen gut grundiert und abgepudert sein. Um
optisch mehr Volumen zu erzielen, kann man vor dem Auftragen
der Farbe zunächst den oberen Lippenrand, Lippenherz
und unteren Lippenrand mittig mit einem hautfarbenen Stift
oder hellem Puder betonen und leicht verwischen. Nun die
Lippenkonturen sorgfältig nachmalen - ob von außen
nach innen, durchgehend oder als kleine Striche, sollte
jeder für sich selbst ausprobieren. Auf jeden Fall
geht es am besten, wenn man dabei leicht lächelt.
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| Anschließend
die Lippen sorgfältig mit einem Lippenpinsel mit Farbe
ausfüllen. Soll der Lippenstift super haltbar werden,
hat sich die folgende Methode bewährt: Nach dem Auftragen
die Lippen mit einem Kosmetiktuch abtupfen, Fixierpuder auftragen,
den Überschuss wieder abnehmen und die Lippen nochmals
schminken - falls gewünscht, kann man das mehrmals wiederholen.
Der so erzielte Look ist ultra haltbar und übersteht
auch ganze Nächte. Sofern gewünscht, kann man abschließend
noch etwas Glanz auf die Mitte der Unterlippe auftragen oder
Gloss auf den Lippen verteilen, so dass diese plastischer
erscheinen. Fertig! |

Oberen Lippenrand
mit Highlighter aufhellen...
|

...Kontur sorgfältig nachziehen..
|

...mit Lippenpinsel
und Farbe ausmalen...
|

...und anschließend noch
Gloss auftragen.
|
Das Ergebnis
Schritt für
Schritt ist nun ein komplettes Make-up entstanden. Das Ergebnis:
Ein frisches, lebendiges Gesicht mit harmonischen Konturen, großen,
ausdrucksvollen Augen, schön geschwungenen Brauen und einem
sinnlichen Mund. Und nun heißt es, der eigenen Kreativität
und Experimentierfreudigkeit freien Lauf zu lassen. Denn wie heißt
es so schön: Probieren geht über Studieren!
Zum
Abschluss noch ein Tipp zu den Farben: Für ein Tanz-Make-up
am Abend wähle ich beim Lidschatten naturweiß, hellgrau
und anthrazit, dazu für Lidstrich, Wimpern und Brauen dunkelgrau
bis schwarz. Wangen und Lippen bekommen ein kräftiges Himbeerrot
(Pink). Diese Farben wirken eher neutral und lassen sich dadurch
sehr gut mit den unterschiedlichsten Kostümfarben kombinieren,
ohne dass man ständig seine Make-up-Farben ändern muss.
Findet der Auftritt tagsüber draußen statt, trage ich
die Farben etwas dezenter auf und achte besonders darauf, alle
Übergänge weich zu schattieren und gut zu verwischen.
Dazu wähle ich für Wangen und Lippen einen dezenteren
Farbton (Rosenholz). So wirkt das Make-up immer noch ausdrucksstark
und dabei nicht angemalt, sondern sehr natürlich.
Und nun: viel
Spaß beim Ausprobieren! Wer noch Fragen hat, kann sich auch
gerne an mich wenden - soweit möglich, stehe ich gerne mit
Rat und Tat zur Seite.
Djamila
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