Portrait der Bauchtänzerin Yasmena: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse



Künstlername: Yasmena El Sameerah
Geburtsjahr:  1961
Sternzeichen: Jungfrau
Beruf / Tätigkeit: Schneiderin und Bürokauffrau
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Wir sind glücklich geschieden, sagen meine Töchter Jennifer 17 und Christina fast 15 Jahre. Diesen Schritt hätte ich viel früher wagen sollen. Ich bin jetzt sehr glücklich mit meinem jetzigen Mann, obwohl wir nicht verheiratet sind. Er ist Tanzsporttrainer, somit wird in unserem Haus das Tanzen groß geschrieben. Außerdem bin ich viel damit beschäftigt Tanzkostüme für mich und meine jüngere Tochter zu entwerfen, die mittlerweile auch tanzt. Die Zeit ist mir ständig zu knapp, weil ich zu viele Interessen habe, nebenbei lerne ich noch Spanisch, afrikanisches Trommeln, Didgeridoo und gehe regelmäßig zum Fitneß.
Was findest Du an Dir positiv? Meine Begeisterungsfähigkeit und meine Neugier, immer wieder neue Sachen auszuprobieren. Nichts ist unmöglich.
Und was magst Du nicht an Dir? Ich möchte alles an mir ständig perfektionieren, dabei stoße ich natürlich oft an meine Grenzen, was mich dann erschreckt.
Worüber kannst Du Dich aufregen? Ungerechtigkeit - Recht haben heißt nicht, Recht zu bekommen. Rassenhaß - die Arroganz mancher Zeitgenossen, die sich für etwas besseres halten, und auf Menschen anderer Herkunft, Rasse oder Glaubensrichtung herabschauen. Banalität und Oberflächlichkeit - Berichte über Prominenz und Geldadel, die Verblendung dieser "VIPs" und deren verloren gegangene Realität im Hinblick auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich?

Meine Töchter entwickeln sich prächtig und gehen ihren Weg. Außerdem die Zweisamkeit und Harmonie mit meinem Mann, z.B. gemütliche Abende in einem Restaurant bei einem herrlichen Essen oder zu Hause bei einem Glas gutem Wein.

Wann und wie bist Du zum OT gekommen?
Getanzt habe ich schon als Kind, Bewegung nach Musik ist aus meinem Leben nicht wegzudenken. Mit Eifer habe ich viele Sparten des Tanzens betrieben. Meine Ballettlehrerin hat mich überzeugt, daß ich mit 25 Jahren nicht zu alt bin, mit Jazztanz zu beginnen. Mein Trainer und jetziger Mann hat mich motiviert Turniertänzerin (Standart) zu werden. Als ich meine Laufbahn als Turniertänzerin schließlich beendete, habe ich mich wieder einer Jazztanzgruppe angeschlossen. Leider stellte das Studio seinen Betrieb ein und ein anderes war nicht zu finden. Da siegte meine Neugier, ich stürzte mich in das "Abenteuer Bauchtanz." Doch schnell siegte meine Begeisterungsfähigkeit und ich begann meinen Weg als orientalische Tänzerin.

Hast Du einen Künstlernamen und wie bist Du dazu gekommen?
Mein Künstlername ist Yasmena. Als mein Mann mir für meine Auftritte eine Erkennungsmusik aussuchte und mir den Titel als Namen vorschlug, war ich sofort begeistert. Den Zusatznamen schlug mir ein türkischer Bekannter vor. Er meinte, ich sei eine Künstlerin, die zur Unterhaltung ausdrucksstarke tänzerische Geschichten erzählen könne, da sei der Name "el Sameerah" (die Übersetzung lautet: "eine, welche in der Nacht Geschichten erzählt / Unterhaltungskünstlerin)"für mich die richtige Eränzung.Mehr und mehr fühle ich mich zu meinem Künstlernamen gehörend, mit meinem wirklichen Namen "Bärbel" konnte ich mich ohnehin nie identifizieren.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflußt hat?
Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Bei meinem ersten Engagement auf einer türkischen Hochzeit sagte mir einer der Gäste, mein Tanz habe ihn in seine Heimat versetzt, ich habe getanzt, so wie es dort bei einer Hochzeit üblich ist. Ein ebenfalls anwesender Trommler forderte mich zur Improvisation auf und es entwickelte sich eine lange tänzerisch-musikalische Zwiesprache zwischen mir und der Tabla. So habe ich von Beginn an meine Vorliebe für das freie Tanzen entdeckt, die Möglichkeit, seine Gefühle mit der Musik zu verbinden und auch die Gäste mit einzubeziehen haben Vorrang vor choreografierten Tänzen. Hier fehlt mir der Funke, der überspringt.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen OT?
Zur Zeit realisiere ich mit meinem Mann zusammen unser Tanzstudio. Dort werde Ich dann den orientalischen Tanz unterrichten. Dabei wird es mir nicht darum gehen, nur Bewegungen zu lehren, vielmehr möchte ich versuchen, den Teilnehmerinnen das "Orientalische Feeling" zu vermitteln. Augenblicklich trainiere ich mit meiner Tochter allein Tribal Style. Ich hoffe, wir können bald weitere Tänzerinnen motivieren, mit uns zu tanzen. Außerdem bin ich in einem Libanesischen Spezialitäten-Restaurant fest engagiert. Hier kann ich frei tanzen und den direkten Kontakt zum Publikum genießen.

Denkst Du, dass es im Orientalischen Tanz neben der Technik und dem Gefühl noch eine weitere, andere Ebene gibt - wie immer man diese bezeichnen mag?
Wenn ich bedenke, wie alt der orientalische Tanz überhaupt ist, ergreift mich eine Art Mystik. Es ist selbstverständlich, daß man die Technik beherrschen sollte, das Gefühl stellt sich früher oder später ein. In meinem Tanz spiegelt sich ein Hauch der alten orientalischen Zeiten wieder und ich spüre mich in einer anderen Welt. Dieses "Feeling" habe ich in keiner anderen Tanzrichtung erlebt und ist somit für mich die dritte Ebene neben Technik und Gefühl. Es geht sogar so weit, daß ich sagen kann, ich habe seit dem einen anderen Blickwinkel bekommen. In meinem Tanz vereinen sich Demut und Stolz, sowie das Bewußtsein für unwiederbringliche Begebenheiten.

Glaubst Du, dass Erotik und Orientalischer Tanz zusammengehören?
Ja, auf jeden Fall, auch wenn es hier manchmal todgeschwiegen wird oder, was noch schlimmer ist, es den Hauch eines Unanständigen bekommt. Ich habe die persönliche Erfahrung bei orientalischen Gästen gemacht, für meine Erotik im Tanz verehrt zu werden wie eine Göttin. Sie gaben mir das Gefühl, daß Tanz und Erotik etwas ganz normales sind, was einfach dazu gehört. Da sind wir in unserer Kultur noch weit von entfernt.

Wie bringst Du Deine Aktivitäten unter einen Hut?
Meine Mädchen sind sehr selbständig, da werde ich im Haushalt durch meine Familie entlastet. Außerdem wird das viele "Alleinsein", das durch meine Workshop- und Ausbildungsabwesenheit zwangsläufig ist, mit großem Verständnis hingenommen. Bei meinen Auftritten käme ich ohne die Hilfe meines Mannes nicht zurecht. Er hilft mir beim Anziehen der Kostüme und sorgt für die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt. Wir sind eben ein richtiges Team geworden.

Was ist Dir in Deinem Unterricht wichtig, was macht für Dich eine gute Lehrerin aus?
Gute Grundkenntnisse sind sehr wichtig, zu vergleichen mit dem richtigen Werkzeug. Nur leider lassen viele Lehrer/innen außer Acht, daß jede Tänzerin ein Individuum ist und auch so unterrichtet werden muß. Ich sehe den Menschen mit seiner Psyche als Einheit und versuche im Unterricht nicht nur Technik sondern auch Selbstbewußtsein zu vermitteln.

Was für Pläne hast Du für die Zukunft?
Unser eigenes Studio, die Tanzwerkstatt, weiter auszubauen. Ich möchte alle Tanzrichtungen unter einem Dach unterrichten, Bauchtanz, Flamenco, Tribal.... ebenso wie Standard, Latein, alte Tänze, Mode- und Partytänze.... was natürlich ohne meinen Mann nicht möglich ist.


Kontaktadresse:

Gerhard M.Scharf

Tel. (04941) 68678
Fax (4941) 4631

Homepage: www.yasmena-oriental.de
Email: info@yasmena-oriental.de

Bilder:
Gerhard M.Scharf /
Lichtbildwerkstatt Aurich

 

 

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