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Wann
und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Getanzt habe ich als Kind schon gern. Dann ging es in der Tanzschule
und mit Standard und Latein weiter und irgendwann war mein Ehrgeiz
so groß und mein Tanzpartner so genervt, daß ich mich
nach etwas Neuem umsehen mußte. Einzelne Männer fürs
Formationstanzen gab es nicht, Aerobic fand ich für mich zu
anstrengend, Jazzdance machte zu der Zeit fast jjede und dann wurde
ich fündig: es wurde in der Tanzschule ein Kurs für orientalischen
Tanz angeboten.
Endlich etwas, das ich allein so oft und so lange trainieren konnte,
wo und wie ich wollte. Das war im Sommer 1993!
Hast
Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Ich bin wie ich bin. Deshalb wollte ich nicht großartig einen
Künstlernamen kreieren. Ich habe lediglich das "e"
gegen ein "a" am Ende meines Namens ausgetauscht, weil
zum einen die meisten Namen im oriental. Tanz auf "a"
enden, zum anderen zur Erinnerung an meine Oma, die mit zweitem
Vornamen "Susanna" hieß.
Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflußt hat? Oder
hattest Du ein
Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Diejenigen, die anfangs nur gelächelt haben, als ich sagte,
daß ich mit dem orientalischen Tanz anfangen würde, haben
in mir genauso den Ehrgeiz erweckt weiterzumachen, wie diejenigen,
die mir spürbar Neid entgegengebracht haben.
Die größte Bestätigung ist natürlich für
jeden Künstler der Applaus des Publikums.
Was
sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
In diesem Jahr fliege ich zum dritten Mal nach Kairo, um beim "Ahlan
wa Sahlan" - Festival dabei zu sein. Ansonsten gebe ich noch
Kurse in Oberhausen, Essen und Bottrop und Workshops bundesweit.
Hast bzw. hattest Du ein Vorbild oder
eine Person, die Du bewunderst?
Suheir Zaki ist für mich das Nonplusultra. Wenn ich sie tanzen
sehe bekomme ich nicht nur eine Gänsehaut, auch der Rest der
Welt versinkt. Ich bin froh sie in Kairo getroffen und bei ihr Unterricht
gehabt zu haben.
Gibt es eine Tanzart, eine Musikrichtung,
die Du besonders magst oder hast Du ein Lieblingsaccessoire im Tanz?
Ich experimentiere gerne mit der Musik und versuche möglichst
auch moderne Aspekte mit einfließen zu lassen, um auch diejenigen
anzusprechen, die mit z.B. traditioneller, folkloristischer Musik
nicht so viel anfangen können. Bestes Beispiel ist der orientalische
Rock'n'Roll, den ich kreiert habe und mit dem ich 2001 im Nachwuchswettbewerb
der "Orienta" den 2. Platz in der Kategorie "Phantasie"
und 2002 den Zuschauerpreis bei den Duisburger Tanztagen gewonnen
habe.
Ich habe ebenso oriental. Tango oder Foxtrott im Angebot wie klassischen
Raks Sharki und einen etwas ausgefallenen Musikgeschmack.
Ein Lieblings- Accessoire habe ich nicht. Die Musik entscheidet
über Schleier und deren Anzahl, Säbel, Leuchter, Zimbeln,
Tambourin, Lichter, Tücher.....etc.
Dabei sind spontane Entscheidungen meist die besten.
Wenn
Du auch als Lehrerin tätig bist: Was machst Du lieber - tanzen
bzw. auftreten oder unterrichten?
Sowohl als auch. Ich liebe die direkte Nähe zum Publikum. Gerade
auf privaten Feiern, in Restaurants oder wie z. B. beim Frühjahrsfestival
für oriental. Tanz in Frankfurt, wo sich die Bühne direkt
zwischen den Gästen befindet, ist das Feedback überwältigend.
Das Gefühl für den Tanz und den Spaß den ich dabei
empfinde und den Leuten nahebringen möchte, spiegelt sich in
den Reaktionen der Zuschauer wider.
Beim Unterricht ist es mir genauso wichtig, daß sich jede/r
angesprochen fühlt. Ich möchte, das meine Schüler/innen
mit der Gewißheit nach Hause gehen, das sie nicht nur etwas
gelernt haben, sondern daß auf ihre persönlichen Fragen,
Probleme und Schwachpunkte eingegangen worden ist.
Was war das schönste oder amüsanteste
Erlebnis Deiner bisherigen Laufbahn?
Das schönste Erlebnis hatte ich bei einer Silberhochzeit. Der
schon etwas ältere DJ kam ziemlich entnervt aus dem Festsaal,
um mit mir den Ablauf meines Auftritts zu besprechen. Ich fragte
ihn was los sei und er antwortete mir: "Ach, die können
ja nicht mal tanzen."
Nun, bei dem Begriff "Silberhochzeit" dachte ich mehr
an die Altersklasse zwischen 50 und 60 Jahren und hatte mich auf
eine erfahrungsgemäß schwungvolle Party eingestellt.
Als ich mit den Raum betrat, sah ich was er meinte: Das Silberbrautpaar
hatte später geheiratet als vermutet und auch die Gäste
(mit Ausnahme der Kinder) war ca. 20 Jahre älter als gedacht.
Auf der einen Seite des Raumes standen die zusammengeklappten Rollstühle,
auf der anderen Seite lehnten diverse Krücken an der Wand.
Letztere sollten jedoch an diesem Abend doch noch zum Einsatz kommen
und er Rest klatschte begeistert mit.Von wegen, die konnten nicht
tanzen.....
Was
für Pläne hast Du für die Zukunft?
Ich möchte noch mehr dazulernen. Es gibt noch viele Aspekte
des OT, die ich noch nicht kenne. Die Kultur und die verschiedenen
Stile reizen mich. Ich bin erst am Anfang und muß noch soviel
dazu lernen.
Mein Hauptanliegen ist es vielleicht einmal ansatzweise meine Kosten
decken zu können.
Auch hoffe ich, noch viele nette Leute kennenlernen zu dürfen
und noch lange dem OT treu bleiben zu können.
Dein Motto?
Es ist nicht wenig Zeit, die wir zur Verfügung haben, sondern
es ist viel Zeit, die wir nicht nützen.
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