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Wann
und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
1987, als ich als während meiner Tanzausbildung auf der Suche
nach weiteren Bewegungs- und Ausdrucksformen war und mich einfach
in diese Musik und diese sinnliche und weibliche Art sich zu bewegen
verliebt habe.
Hast Du einen Künstlernamen und wenn
ja, wie bist Du dazu gekommen? Nein, ich habe keinen Künstlernamen.
Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflußt
hat?
Ich denke, jede oder jeder von dem ich gelernt habe, hat mich beeinflußt.
Manchmal sind es nur kleine Momente, ein anderes mal die ganze Persönlichkeit,
die einen inspiriert, antreibt oder einfach nur bewundernd zuschauen
läßt. Meine gesamte Entwicklung haben mich am meisten
meine Schauspiellehrerin Alia Hawa und mein Stimmlehrer Peter Elkus
mitgetragen, denen ich sehr dankbar bin für alles, was sich
mit ihrer Hilfe entfalten konnte.
Hattest
Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Meine erste Unterrichtsstunde, als ich vom klassischen Tanztraining
kam, total müde und kaputt, in dem Gefühl irgendwie nicht
ganz richtig zu sein und die Tür des Studios aufmachte und
dachte: Oh, hier bin ich zu Hause...
Was bedeutet der orientalische Tanz für
Dich?
Es ist eine der fröhlichsten und leidenschaftlichsten Ausdrucksformen,
die die ganze Facette des Frau seins mit einschließt. Ganz
einfach eine wunderbare Bereicherung und Quelle der Freude in meinen
Leben.
Was sind Deine Aktivitäten in Sachen
orientalischer Tanz?
Ich habe lange Zeit ausschließlich getanzt und als Schauspielerin
auf der Bühne gestanden, aber in den letzen Jahren gebe ich
auch verstärkt Workshops und Einzelunterricht.
Gibt
es eine Tanzart, eine Musikrichtung, die Du besonders magst oder
hast Du ein Lieblingsaccessoire im Tanz?
Ich liebe den ganz klassischen Raks Sharki, und tänzerisch
finde ich auch eine Fusion aus Modern Dance und orientalischen Elementen
sehr reizvoll.
Wie würdest Du Deinen eigenen Tanzstil
beschreiben?
Jemand hat mal über mich geschrieben: dynamisch und leidenschaftlich,
ausdrucksstark und mit unaufhaltsamer Energie... darin finde ich
mich wieder.
Glaubst Du, dass der Tanz Dich in Deiner
persönlichen Entwicklung beeinflusst hat?
Ich glaube, das die Entwicklung als Tänzerin immer auch
eine persönliche Weiterentwicklung miteinschließt und
genauso umgekehrt. Je mehr Persönlichkeit in den Tanz einfließen
kann, desto mehr kann ich andere Menschen berühren, aber ich
muß mich selbst auch kennenlernen über die Bewegung und
meine Emotionen. Oft befreit eine persönliche Erfahrung die
Ausdrucksmöglichkeiten und eben auch durch das Tanzen wirst
du im Alltag lockerer oder entspannter (ich sage nur Shimmy! Mit
Zwang geht nix).
Glaubst
Du, dass es im orientalischen Tanz neben der Technik und dem Gefühl
noch eine weitere, andere Ebene gibt – wie immer man diese bezeichnen
mag?
Ich glaube es gibt immer eine andere Ebene, die Frage ist: will
man sie wahrnehmen oder nicht? Alles ist miteinander verbunden.
Glaubst Du, dass orientalischer Tanz und
Erotik zusammengehören?
Erotik ist für mich Lebensfreude und Energie, daher gehört
es natürlich zusammen.
Hast Du Lampenfieber und was tust Du dagegen?
Ich habe gelernt Lampenfieber in Erregung und Freude umzuwandeln
und warte eigentlich immer hinter der Bühne wie ein Rennpferd
in der Startbox, um endlich lostoben zu dürfen.
Aber ich kann mich noch gut erinnern, dass ich früher vor lauter
Lampenfieber immer so gezittert habe, dass ich dachte, ich falle
bei den ersten Schritten um (ist aber nie passiert!)
Tanzt
Du eher choreographiert oder lieber frei?
Das hängt von den Umständen ab. Eine große Bühne
verlangt nach Raum, nach Inszenierung. Im Restaurant oder einer
Hochzeit ist Spontanität und direktes Reagieren auf das Publikum
viel wichtiger als eine ausgefeilte Choreographie.
Was hältst Du von Authentizität,
Phantasie und Weiterentwicklung und Kreativität im orientalischen
Tanz?
Eine Weiterwicklung halte ich für sehr wichtig, denn Stillstand
bedeutet Tod. Aber wie in jeder anderen Kunstform auch muß
man erst die Basis verstehen und beherrschen, um sie weiterentwickeln
zu können. Aus diesen Grunde graut es mich immer wenn die Dazunahme
stilfremder Elemente dazu benutzt wird, eigene Unzulänglichkeiten
zu übertünchen.
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