Portrait der Bauchtänzerin Raksan: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse


Künstlername: RAKSAN
Geburtsjahr:  1960
Sternzeichen: Löwin
Beruf / Tätigkeit: Orient. Tänzerin/ Lehrerin, Choreographin
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Ich habe zwei Kinder - einen großen Sohn von 17 Jahren und eine kleine Tochter, jetzt gerade 2 Jahre alt Seit mittlerweile 11 Jahren bin ich in "wilder Ehe" ( im wahrsten Wortsinn) mit dem Schauspieler und Comedian Leon Düvel leiert...er ist auch der Vater meiner Tochter Aneska. Wir leben in Berlin - Kreuzberg, mitten im schönen Bergmannstraßenkiez...richtige Großstadtmenschen, aber mit Hinterhofbegrünung!!. Meinen ausgebauten LKW, mit dem ich 15 Jahre durch die Weltgeschichte getourt bin, habe ich erst vor 4 Jahren gegen unsere Altbauwohnung getauscht...Achsen gegen Dielen, so zu sagen! Aber in meinem Herzen bin ich "Zigeunerin" geblieben.
Was findest Du an Dir positiv? Ich glaube, daß ich ein ganz umgänglicher Mensch bin, wenn man mich nicht reizt...dazu kreativ und ziemlich diszipliniert. Ich bin eine treue Freundin und Familienmensch. Außerdem bin ich sehr gesellig und kann gut kochen!
Und was magst Du nicht an Dir? Hmmm. Ich kann gelegentlich cholerisch werden...dann wächst kein Gras mehr. (Passiert aber nicht so oft). Leider bin ich eitel...für Komplimente mache ich fast alles. (Ich arbeite daran!)
Worüber kannst Du Dich aufregen? Über Intoleranz. Humorlosigkeit. Arroganz. Wichtigtuerei gepaart mit Inkompetenz. Ideenklau. Glatte Bühnen. Angebrannte Weihnachtsgänse. In Hundekacke getreten zu sein!! (Das letztere werden alle Berliner verstehen...)
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Gesundheit. Eine gelungene Weihnachtsgans. Heiße Sommertage und die Nase in wildem Thymian. Rotwein mit Freunden. Rotwein ohne Freunde. Applaus!! Im Tessin wandern und Feuersalamander finden. Richtig schwitzen. Applaus!! Wenn meine Tochter 10 Stunden durchschläft und dann morgens verstrubbelt knutschen kommt...

Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Ich habe schon mit 4 auf den Parties meiner Eltern wilde, nicht enden wollende Tänze aufgeführt - in die Gardinen meiner Oma gehüllt. Später, Anfang 20, habe ich auf Zypern gelebt und dort im Autoradio die libanesischen Sender gehört: Die Musik hat mich damals sehr berührt.19885 habe ich dann in Berlin aus Zufall Feyrouz! tanzen sehen - und bin ihr und ihrer Kunst sofort verfallen. Ein Geschenk, denn mit einem Schlag war mir klar, was ich wirklich in meinem Leben tun will. Sie wurde meine Meisterin, ein anderes Wort würde ihrer Rolle nicht gerecht.

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
RAKSAN kam über einen Umweg zu mir und begleitet mich seit 16 Jahren. Ich wollte schon als Kind eine Zigeunerin sein und Roxana heißen. Als ich dann bei meinem ersten Auftritt mit Live - Musik den Musikern meinen Namen sagte, weigerten die sich: Eben Zigeuner!! Als Kompromiss ergab sich Raksana. Damals noch mit "a".
Diese Endung erwies sich als fatal, denn mehr als einmal wurde "Rexona" daraus... ich habe kurzer Hand das "a" gekappt und bin mit meinem alter Ego RAKSAN sehr glücklich geworden. Vor nicht so langer Zeit hat mir ein Musikethnologe eröffnet, das RAKSAN die Bezeichnung eines selten genutzten 15/8 Rhythmus ist, der seinen Ursprung in der Musik der Sufis hat. Er bedeutet so etwas wie " Das was tanzt, das Tanzende". Ich wusste es nicht...Nomen est Omen, sicher kein Zufall.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflußt hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Oh ja...Feyrouz! natürlich. An ihre Inspiration denke ich mit viel Dankbarkeit zurück.
Auch an Momo Kadous, der mir geholfen hat, meine Größe (ich bin 1,80 m) in den Tanz zu integrieren. Er hat nur eine kleine Bemerkung über meine langen Arme und Beine gemacht... danach war alles gut.
Und an einen Pantomimen, Willi hieß er, der mir während meines ersten Circus - Engagement gezeigt hat, wie ich mit Räumen umgehen muß, die viel Präsens erfordern. Die Begegnung mit Jazz und Modern Dance.
Meine vielen wunderbaren Variete - Kollegen und die Arbeit mit Ihnen und - das OASIS DANSE ENSEMBLE!!

Was bedeutet der orientalische Tanz für Dich?
Brötchenberuf. Berufung. Inspiration. Kreative Spielwiese. Ständige Arbeit und Entwicklung auf vielen Ebenen...eine äußere und innere Reise.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Tanzen. Trainieren. Unterrichten !!!

Wie würdest Du Deinen eigenen Tanzstil beschreiben?
Wie gesagt, habe ich die letzten 15 Jahre meiner Tanzlaufbahn hauptsächlich auf der Bühne von intern. Varietes oder in Circusmanegen gearbeitet. Obwohl ich immer darauf geachtet habe, der Orientalischen Tradition so treu wie möglich zu bleiben, musste ich natürlich technisch und choreographisch mit anderen Elementen umgehen.
Auf diesem Weg bin ich erst dem Modern Dance und dann dem Jazz begegnet, erst nur in Ansätzen, später immer konkreter. Das hat meinen Stil sehr geprägt, in der äußeren Form auf der Bühne und auch inhaltlich im Unterricht.

Gibt es eine Tanzart, eine Musikrichtung, die Du besonders magst oder hast Du ein Lieblingsaccessoire im Tanz?
Seit 6 Jahren gehört meine große Liebe dem Tanz mit dem Säbel. Dort kann ich Phantasie mit Kraft und Spiritualität verbinden... eine wachsende Herausforderung und eine Fülle von Möglichkeiten. Choreographisch fehlt bei mir auch fast nie Bodenarbeit, eine weitere, wichtige Ebene.

Was mir ebenfalls in den letzten 5-6 Jahren immer wichtiger wurde, ist das Unterrichten - das Weitergeben an Andere. Ich hatte lange, teils aus Termingründen und teils aus Überzeugung, keine Stunden gegeben. Ich hatte nicht die wirkliche Reife dazu. Meiner Meinung nach sollte man viel künstlerische und persönliche Erfahrungen gesammelt haben, bis man wirklich etwas zu vermitteln hat oder kann - Ich bin erst jetzt an diesem Punkt ...nach 17 Jahren Tanz.
Das gilt sicher nicht für alle Lehrer/innen und Tänzer/innen unseres Genres - aber vielleicht ist das zu frühe und unreflektierte Unterrichten eine größere Sünde als zu frühes Auftreten...

Hier findet sich auch die Antwort auf meine Zukunftsperspektive: Ich möchte noch lange aktiv tanzen, sicher!! Aber das Vermitteln des Orientalischen Tanzes aus meiner Sicht,, das Weitergeben meiner Erfahrungen und das Inspirieren meiner Schüler und das Lernen durch das Lehren ist sicher eine neue Straße. Ich freue mich darauf, auf ihr zu fahren!



Kontaktadresse:

RAKSAN

Internet: www.raksan.de
Email: kontakt@raksan.de

Photos: Klaus Rabien

 

 

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