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Wann
und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Ich habe schon mit 4 auf den Parties meiner Eltern wilde, nicht
enden wollende Tänze aufgeführt - in die Gardinen meiner
Oma gehüllt. Später, Anfang 20, habe ich auf Zypern gelebt
und dort im Autoradio die libanesischen Sender gehört: Die
Musik hat mich damals sehr berührt.19885 habe ich dann in Berlin
aus Zufall Feyrouz! tanzen sehen - und bin ihr und ihrer Kunst sofort
verfallen. Ein Geschenk, denn mit einem Schlag war mir klar, was
ich wirklich in meinem Leben tun will. Sie wurde meine Meisterin,
ein anderes Wort würde ihrer Rolle nicht gerecht.
Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu
gekommen?
RAKSAN kam über einen Umweg zu mir und begleitet mich seit
16 Jahren. Ich wollte schon als Kind eine Zigeunerin sein und Roxana
heißen. Als ich dann bei meinem ersten Auftritt mit Live -
Musik den Musikern meinen Namen sagte, weigerten die sich: Eben
Zigeuner!! Als Kompromiss ergab sich Raksana. Damals noch mit "a".
Diese Endung erwies sich als fatal, denn mehr als einmal wurde "Rexona"
daraus... ich habe kurzer Hand das "a" gekappt und bin
mit meinem alter Ego RAKSAN sehr glücklich geworden. Vor nicht
so langer Zeit hat mir ein Musikethnologe eröffnet, das RAKSAN
die Bezeichnung eines selten genutzten 15/8 Rhythmus ist, der seinen
Ursprung in der Musik der Sufis hat. Er bedeutet so etwas wie "
Das was tanzt, das Tanzende". Ich wusste es nicht...Nomen est
Omen, sicher kein Zufall.
Gibt
es jemanden, der Dich besonders beeinflußt hat? Oder hattest
Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Oh ja...Feyrouz! natürlich. An ihre Inspiration denke ich mit
viel Dankbarkeit zurück.
Auch an Momo Kadous, der mir geholfen hat, meine Größe
(ich bin 1,80 m) in den Tanz zu integrieren. Er hat nur eine kleine
Bemerkung über meine langen Arme und Beine gemacht... danach
war alles gut.
Und an einen Pantomimen, Willi hieß er, der mir während
meines ersten Circus - Engagement gezeigt hat, wie ich mit Räumen
umgehen muß, die viel Präsens erfordern. Die Begegnung
mit Jazz und Modern Dance.
Meine vielen wunderbaren Variete - Kollegen und die Arbeit mit Ihnen
und - das OASIS DANSE ENSEMBLE!!
Was
bedeutet der orientalische Tanz für Dich?
Brötchenberuf. Berufung. Inspiration. Kreative Spielwiese.
Ständige Arbeit und Entwicklung auf vielen Ebenen...eine äußere
und innere Reise.
Was
sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Tanzen. Trainieren. Unterrichten !!!
Wie
würdest Du Deinen eigenen Tanzstil beschreiben?
Wie gesagt, habe ich die letzten 15 Jahre meiner Tanzlaufbahn hauptsächlich
auf der Bühne von intern. Varietes oder in Circusmanegen gearbeitet.
Obwohl ich immer darauf geachtet habe, der Orientalischen Tradition
so treu wie möglich zu bleiben, musste ich natürlich technisch
und choreographisch mit anderen Elementen umgehen.
Auf diesem Weg bin ich erst dem Modern Dance und dann dem Jazz begegnet,
erst nur in Ansätzen, später immer konkreter. Das hat
meinen Stil sehr geprägt, in der äußeren Form auf
der Bühne und auch inhaltlich im Unterricht.
Gibt
es eine Tanzart, eine Musikrichtung, die Du besonders magst oder
hast Du ein Lieblingsaccessoire im Tanz?
Seit 6 Jahren gehört meine große Liebe dem Tanz mit dem
Säbel. Dort kann ich Phantasie mit Kraft und Spiritualität
verbinden... eine wachsende Herausforderung und eine Fülle
von Möglichkeiten. Choreographisch fehlt bei mir auch fast
nie Bodenarbeit, eine weitere, wichtige Ebene.
Was
mir ebenfalls in den letzten 5-6 Jahren immer wichtiger wurde, ist
das Unterrichten - das Weitergeben an Andere. Ich hatte lange, teils
aus Termingründen und teils aus Überzeugung, keine Stunden
gegeben. Ich hatte nicht die wirkliche Reife dazu. Meiner Meinung
nach sollte man viel künstlerische und persönliche Erfahrungen
gesammelt haben, bis man wirklich etwas zu vermitteln hat oder kann
- Ich bin erst jetzt an diesem Punkt ...nach 17 Jahren Tanz.
Das gilt sicher nicht für alle Lehrer/innen und Tänzer/innen
unseres Genres - aber vielleicht ist das zu frühe und unreflektierte
Unterrichten eine größere Sünde als zu frühes
Auftreten...
Hier
findet sich auch die Antwort auf meine Zukunftsperspektive: Ich
möchte noch lange aktiv tanzen, sicher!! Aber das Vermitteln
des Orientalischen Tanzes aus meiner Sicht,, das Weitergeben meiner
Erfahrungen und das Inspirieren meiner Schüler und das Lernen
durch das Lehren ist sicher eine neue Straße. Ich freue mich
darauf, auf ihr zu fahren!

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