Portrait der Bauchtänzerin Narajana: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse


Künstlername: Narajana
Geburtsjahr:  1969
Sternzeichen: Waage / Skorpion
Beruf / Tätigkeit: Gymnastiklehrein/ angehende Diplom Pädagogin
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Neben meinen Tanzaktivitäten und meinem Studium engagiere ich mich vor allem im Tierschutz. Ich bin aktives Mitglied einiger Tierschutzorganisationen, die besonders im Bereich Massentierhaltung, Tiertransporte und Nutzvieh aktiv sind. Außerdem bin ich absoluter Indienfan und meine Wege führen mich immer wieder in dieses faszinierende Land, welches mich auch in tänzerischer Hinsicht geprägt hat.
Was findest Du an Dir positiv? Meine Anteilnahme, meine Begeisterungsfähigkeit (ich möchte so viele Dinge lernen, nur bleibt mir oft keine Zeit dazu), meine Mäßigkeit- ich brauche nicht viel Geld, Statussymbole, und andere Güter um glücklich zu sein 
Und was magst Du nicht an Dir? Meine Dominanz und manchmal auch meine Intoleranz anderen Menschen gegenüber. Daß ich oftmals nicht so direkt sein kann wie ich es gerne möchte. Ich kann ziemlich faul sein und Dinge vor mir her schieben – ganz nach dem Motto: das mache ich morgen...
Worüber kannst Du Dich aufregen? Tiertodestransporte; Massentierhaltung; die Maßlosigkeit, Brutalität und Arroganz der menschlichen Rasse; Gedankenlosigkeit, Menschen die keine Ansprüche an sich selbst stellen, Rassismus, Extremismus, Gewalt, Protzer, „Schickie-Mickies“, (unendlich viele Dinge)
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Meine Familie und Freunde, meine Katzen, die vier Jahreszeiten, Mondschein, Sonnenschein, ein Vogel auf einem Baum... Musik, Tanz, glückliche Hühner, freie Sonntage, ...   

Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?

In meiner Kindheit schon hatte ich eine lebhafte Phantasie rund um den Orient, Indien und auch den Orientalischen Tanz. Also belegte ich mit 15 meinen ersten VHS Kurs, der ein absoluter Reinfall war. Ich fand daraufhin eine orientalische Tanzschule und meine Lehrerin machte mich nach einiger Zeit zu einem Ensemblemitglied – dem Nesthäkchen der Gruppe. Nach einigen Jahren in dieser Gruppe trennte ich mich schließlich von ihr und ging meinen eigenen Weg um auch andere Dozentinnen und Tänzerinnen kennen zu lernen. 

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Eigentlich habe ich nicht viel mit meiner Namensgebung zu tun. Vor vielen Jahren habe ich mal mit einer Band (Melodic-Rock) zusammengearbeitet, die zwei orientalische Lieder in ihrem Repertoire hatten, zu denen ich tanzte. Von ihnen habe ich meinen Namen erhalten, da eines Tages Flyer gedruckt werden sollten und alle Mitglieder mit Künstlername aufgeführt werden sollten. Ich hatte aber keinen und konnte mich auch überhaupt nicht entscheiden (noch eine meiner schlechten Eigenschaften). Also gab mir einer den Namen Narajana ohne so richtig zu wissen was er eigentlich für eine Bedeutung hat. Ich behielt den Namen, habe mich aber im Nachhinein darüber geärgert, weil er zu lang ist und ihn kaum einer aussprechen kann. Dann werden immer so Sachen wie Naranja oder ähnliches angesagt. Aber jetzt ist es einfach zu spät um meinen Namen zu ändern und eigentlich habe ich mich auch schon längst daran gewöhnt.Narajana mit y geschrieben bedeutet: Eine Erscheinungsform des indischen Gottes Vishnu, der als Schöpfer auf der Weltenschlange Sheesha liegt.

Gibt es jemanden, der dich besonders beeinflußt hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das dich besonders geprägt hat?
Beeinflußt in meiner Tanzphilosophie hat mich vor allem meine Lehrerin Saadet, die mir von Anfang an eine ästhetische nicht auf Erotik und Sex reduzierte Tanzkunst vermittelte, wie ich es schon so oft von Laien gesehen. Besonders geprägt hat mich außerdem das Erlernen des Indischen Bharat Natyam bei meiner Indischen Tanzlehrerin Indira Kadambi in Madras, Indien. Durch mehrere Aufenthalte dort, habe ich diesen schwierigen Tanz mit all seinen Feinheiten kennen lernen dürfen. Übertragen auf andere Tänze profitiere ich vor allem von der Genauigkeit und Professionalität sowie dem komplexen Ausdruck mit all seinen Hintergründen. Neben dem indischen Tanz beeinflußt mich auch der Flamenco, den ich seit einigen Jahren tanze. Auch er gibt mir Kraft, Anregungen sowie eine gute Haltung, die meinem orientalischem Tanz bereichern.

Was sind deine Aktivitäten in Sachen Oriental. Tanz?
Also zunächst einmal unterrichte ich Orientalischen Tanz sowie Tribal Style in zwei verschiedenen interkulturellen Institutionen in Moers. Dann mache ich noch jede Menge Auftritte auf privaten und öffentlichen Festlichkeiten sowie in Restaurants.
Weiterhin arbeite ich experimentell mit anderen Künstlern wie Bands, Trance DJ`s , Kulturveranstaltern, Flamencotänzerin zusammen.

Was ist dir im Tanz wichtig (Technik, Gefühl, Ausstrahlung)? Was möchtest du mit deinem Tanz rüberbringen?
Wenn ich vor Publikum tanze ist es mir wichtig den Tanz als Kunst zu präsentieren. Da ich meistens vor Laienpublikum tanze, und weniger vor Fachpublikum, möchte ich den gängigen Vorurteilen  und oberflächigen Bildern über o. Tänzerinnen durch ein seriöses Programm entgegenwirken. Dabei ist es mir wichtig ein tänzerisch anspruchsvolles Programm, daß von Herzen kommt zu bieten. Die Ästhetik des Tanzes und weniger die Authentizität  habe ich mir dabei besonders auf die Fahne geschrieben.

Glaubst Du, daß oT und Erotik zusammen gehören?
Mit der erotischen Dimension des oT habe ich so meine Probleme, da ich eigentlich keine erotische Wirkung auf mein Publikum haben möchte. Die Körperlichkeit des Tanzes muß nicht zwangsläufig mit Erotik, bzw. der vergeistigten Form des Geschlechtlichen in Verbindung gebracht werden. Mit dieser Meinung wiederspreche ich wohl dem gängigen Bild des orientalischen Tanzes, beziehungsweise kommt es darauf an welche Definition des Wortes Erotik der Betrachtung zu Grunde liegt.  Weiterhin denke ich, daß gerade die orientalischen Tänze, eine solch große Anziehungskraft besitzen, weil sie durch die Erfahrung des Fremden, die Normen und Zwänge des eigenen kulturellen Körpers aufbrechen. Durch das Erlernen solcher Tänze werden nicht nur fremde Kulturen und Körperweisheiten, sondern zugleich auch eigene Disziplinierungen und Blockierungen spürbar. Hierbei ist zu bedenken, daß bei aller Selbsterfahrung durch den Tanz, diese Kunst nicht nur zum „Tanz um das eigene Selbst“ bzw. zum Vehikel eines falsch verstandenen Narzißmus degeneriert werden sollte. Es ist die Frage, ob die Lust am Tanzen einem wahren Bedürfnis entspringt, oder eher aus dem medienträchtig geförderten Kult um Körperlichkeit, Schönheit und vor allem Erotik.

Hast du ein Vorbild oder eine Person, die Du bewunderst?
Ich war letztes Jahr zwecks Fortbildung 1 ½ Monate in San Francisco und habe täglich Unterricht bei Caroleena Nerichio genommen. Es war super!!!! Auch ich bin im sogenannten „Tribal Fieber“. Carolena hat mich in ganz besonderem Masse fasziniert, motiviert und mich angeregt neue Dinge auszuprobieren. Sie ist eine wundervolle Tänzerin, die einen Stil entwickelt hat der im Grunde so einfach aber doch so kompliziert ist. Damit meine ich, daß Tribal weitaus mehr ist als nur ein Gruppentanz, der improvisiert getanzt wird und der allen viel Spaß und demokratisches „Tanzfeeling“ verleiht. Die Tanztechnik, die Fat Chance Belly Dance unterrichtet ist sehr anspruchsvoll und erfordert exakte Genauigkeit. Ich habe alle Klassen von Anfänger bis Fortgeschritten besucht und es ist nicht einmal langweilig oder unterfordernd gewesen, was hier in Deutschland oftmals der Fall ist. Ich denke auch, daß es bei Fat Chance Belly Dance nicht nur in erster Linie auf das Gruppengeschehen ankommt, sondern ganz besonders auch auf die perfekten Bewegungen und die perfekte Haltung einer jeden Tänzerin. Trotz all der Perfektionalität, wer sie einmal beherrscht, ist in der Lage sich dem Gruppengeschehen und dem „Tanzfeeling“ hinzugeben. Hinzu kommt der erhabene, stolze Ausdruck der diesem Tanz eine besondere „Seriosität“ verleiht, die auch der Zuschauer spürt.         

Was hältst Du von Authentizität und Phantasie von Tradition und Weiterentwicklung im OT?
Also zunächst einmal glaube ich, daß jeder Tanz zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft weiterentwickelt werden muß um zu „leben“. Somit denke ich, durchläuft auch der oT hier in Deutschland, in unserer Gesellschaft eine andere Entwicklung als beispielsweise im Orient. Sicherlich gibt es viele Tänzerinnen die sich bemühen eine authentische Form des OT zu präsentieren, die jedoch meines Erachtens immer auch von unserer Gesellschaft, unseren Normen, unserem Kunstverständnis und den Bedürfnissen des deutschen Publikums geprägt ist. Dazu gehört gerade die in unserer europäischen Gesellschaft so typische Formalisierung und Technisierung des Tanzes. In Bezug auf die Weiterentwicklung des oT habe ich so meine Bedenken, die darauf hinauslaufen, daß alles Mögliche in irgendeiner Form gemixt, kombiniert und verbunden wird. Ich denke hier beispielsweise an: Afro-Oriental, Arabic-Flamenco, Indisch-Orientalisch, Latino-Oriental, und so weiter. Im Prinzip ist dagegen nichts einzuwenden, wenn die Künstlerin oder der Künstler sich in beiden Richtungen der Kombination einigermaßen auskennt. Oftmals habe ich jedoch daß Gefühl, daß manche Kombinationen nur der Repertoireerweiterung dienen, und amateurhaft verschiedene anspruchsvolle Tänze „verwurstet“ werden. In jedem Tanz steckt meiner Meinung nach ein Geist, der durch intensives Auseinandersetzen mit dem Tanz, der Musik und dem Gesang erfahren werden kann. Eine gelungene Kombination lebt durch die Existenz beider Geister.    

Dein Motto: Ich esse nichts was Augen hat!


Kontaktadresse:

Narajana
N. Urbantat
Sybelstr. 69
45145 Essen

Tel.: 0201 – 7491523
Mobil: 0177 - 4306896

Homepage: www.narajana.de
e-mail: narajana@narajana.de

      

 

 

 

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