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Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Als ich 17 Jahre alt war fragte mich meine Mutter, ob ich Lust hätte mit ihr zusammen einen Kurs für orientalischem Tanz zu besuchen. Sie hörte nach einiger Zeit wieder auf und ich machte immer weiter. Damit fing alles an. Mama, dafür bin ich Dir zutiefst dankbar! Wer weiß, ob ich sonst jemals diesen Weg gegangen wäre, der mir so viel bedeutet.
Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Nö, wie gesagt, ich finde meinen Namen ganz stimmig für mich und meine Kunst.
Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Ich muss sagen, dass mich die Auftritte meiner ersten Lehrerinnen zutiefst beeindruckt und motiviert haben. Heute werde ich viel von Schachlo geprägt. In ihrem Unterricht mittelasiatischer Tänze habe ich viel zu Thema Haltung und Ausdruck gelernt - ebenso für den orientalischen Tanz. A Nada bin ich dafür dankbar mich damals in ihr Team aufgenommen zu haben und für die gute Zusammenarbeit über die Jahre. Schlüsselerlebnisse sind für mich das Lob von Tanzkollegen, die ich schätze und bewundere. Dies bestätigt mich in meinem Tun und sagt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Was bedeutet der orientalische Tanz für Dich?
Der orientalische Tanz ist seit langer Zeit mein treuester Begleiter - ich liebe ihn und hoffe niemals die Freude an ihm zu verlieren.
Als Tänzerin, die auch Paartänze tanzt, muss ich sagen, dass das Besondere am OT für mich ist, dass ich alleine die Musik interpretieren kann und nichts weiter dafür brauche als meinen Körper. Damit will ich den Paartänzen natürlich nicht ihre spezifischen Qualitäten absprechen, die Solo-Tänze nicht zu bieten haben.
Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Ich bin Auftrittstänzerin und Lehrerin. Ich unterrichte orientalischen Tanz, Samba, Bollywood und Tribal (Tribal-Dozentin der BATO-Ausbildung) in Kursen und Workshops. Mit Auftritten und Workshops zu "Orient-Comedy" und dem Stilmix "Samba-Oriental" habe ich mir in den letzen Jahren einen Namen gemacht.
Glaubst Du, dass orientalischer Tanz und Erotik zusammengehören?
Das kommt sehr darauf an, was man unter Erotik versteht... Ist Erotik eher sinnlich und weiblich dann ja - sexuell aufreizend und provokativ dann nicht zwingend... Für mich ist der orientalische Tanz sinnlich und zutiefst weiblich. Je nach Tanz, Tänzerin und ihrer Ausstrahlung kann der Tanz auch erotisch sein und das ist für mich solange in Ordnung, wie ich ihn nicht als vulgär empfinde. Es ist immer schön zu sehen, wie eine Frau im Tanz ihre Weiblichkeit zelebriert. Ich persönlich möchte die Zuschauer mit meinem Tanz in den Bann ziehen, faszinieren und sie für eine Weile ein "lebendes Kunstwerk" betrachten lassen. Ich will Gefühl und auch Sinnlichkeit vermitteln aber es ist nicht mein Anliegen sexuelle Phantasien zu provozieren. Letztlich hängt das, was jemand in meinen Tanz hineininterpretiert aber auch stark von dessen vorgefertigten Vorstellungen ab. Wichtig finde ich es, dass die negativen Klischees (billige Anmache etc.) des orientalischen Tanzes von Tänzerinnen, die den Tanz lieben, wiederlegt werden und finde es traurig, wenn Tänzerinnen diese Klischees bestätigen.
Tanzt Du eher choreographiert oder lieber frei?
Ich sehe in beiden Tanzformen ihre Vor- und Nachteile. Mich persönlich stresst es nicht frei zu tanzen und zu improvisieren. Allerdings weiß ich nachher nicht mehr genau, was ich getanzt habe und ob es abwechslungsreich oder eher langweilig war. Insofern entwickle ich für große Shows schon lieber eine Choreographie. So weiß ich, welche Bewegungen ich untergebracht habe und kann sicher sein einen abwechslungsreichen Tanz zu bieten. Auf der anderen Seite besteht bei einer Choreographie die Gefahr Schritte zu vergessen und das kann wiederum stressen.Um dies zu überspielen nutze ich die Improvisation und sehe die Fähigkeit zur Improvisation als wichtig Kompetenz eines Profis an. Letztlich entsteht eine Choreographie für mich auch aus der Improvisation nur dass ich mich irgendwann auf eine Variante festlege. Ich rate jeder Tänzerin viel frei zu Tanzen, um ein Gefühl für die Musik und den Körper zu bekommen. Bei der Improvisation ist der Kopf frei, bei einer Choreographie ist das Gedächtnis im Spiel, das ist ein großer Unterschied und man sollte beides kennen, unterscheiden und nutzen können.

Was ist Dir in Deinem Unterricht wichtig? Was macht für Dich eine gute Lehrerin aus?
Mir ist wichtig den Frauen eine gute Technik mitzugeben, die sie dann im Laufe der Zeit immer selbständiger beherrschen und mit der sie spielen können.
Ich freue mich wenn meine Schülerinnen kreativ werden, selbständig Tänze entwickeln und eine emotionale Beziehung zum Tanz aufbauen - glücklich beim Tanzen sind.
Ich möchte als wohlwollende Begleiterin empfunden werden, welche die individuelle Entfaltung der Schülerin mit ihrem Wissen, Geduld und Humor fördert.
Natürlich gehört dazu auch konstruktive Kritik, Fleiß, Hintergrundinformationen wie Rhythmuskunde etc. und vernünftiges Warm-up und Cool-down.
Wenn Du noch mal von vorne beginnen und ganz am Anfang Deiner tänzerischen Laufbahn stehen würdest, was würdest Du anders machen?
Ich glaube, ich wäre gut in einer Institution aufgehoben gewesen, die professionelle Tänzer und Künstler ausbildet. Diesen Weg hätte ich gerne früher eingeschlagen.
Was für Pläne hast Du für die Zukunft?
Ich möchte...
...viel Tanzen - Solo aber auch mit anderen Tänzerinnen Projekte umsetzen und Menschen begeistern.
...immer viel dazulernen.
...Frauen mein Wissen weitergeben und sie zu guten Tänzerinnen ausbilden.
...wenn es klappt eines Tages ein eigenes Studio besitzen.
...interessante Menschen und Orte kennen lernen.
...mit meinem Mann Nachwuchs produzieren und den richtigen Ort zum Leben wählen.
Dein Motto? Genieße das Leben - Du hast nur eins.
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