Portrait der Bauchtänzerin Leyla Nahrawess: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse


Künstlername: LEYLA Nahrawess
Geburtsjahr:  1958
Sternzeichen: Widder
Beruf / Tätigkeit: Tänzerin und Dozentin für Orientalischen Tanz
Was findest Du an Dir positiv? Meine Disziplin, Kreativität, Zuverlässigkeit, Selbstbeherrschung, Geduld - und ich kann alle zum Lachen bringen.
Und was magst Du nicht an Dir? Dass ich mir vieles zu sehr zu Herzen nehme, ich würdmir gerne ein dickeres Fell zulegen.
Worüber kannst Du Dich aufregen?

Über die viele Ungerechtigkeit und Brutalität in dieser Welt, Respektlosigkeit, Intoleranz, Kriege, Hunger, Krankheiten ,vor allen Dingen Perversitäten aller Art gegen Kinder und Frauen

Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich?

Dass ich so leben darf wie ich möchte, meine beiden Söhne, die Unterstützung meiner Mutter, Zufriedenheit, keine Sorgen zu haben, die Zuneigung die ich überall erfahre.


Wann und wie bist Du zum OT gekommen?
Ich probierte nach der Geburt meines zweiten Sohnes allerlei Sportarten, darunter auch OT, das war dann auch gleichzeitig mein Schlüsselerlebnis. In der ersten Unterrichtsstunde (ich ging gleich in einen Fortgeschrittenenkurs, da der Anfängerkurs nicht zustande kam) machte es „Klick“, die Musik von George Abdou traf mich mitten ins Herz. Ich konnte sofort alle Bewegungen machen, die die Lehrerin vormachte. Da ich seit meiner Kindheit Sport trieb, Turnen und Leichtathletik, hatte ich eine gute Körperbeherrschung und feurige Rhythmen und Tänze begeisterten mich schon immer. Als Kind lebte ich längere Zeit in Kolumbien und Libyen, da mein Vater dort arbeitete. Das Interesse an Kunst und Kultur wurde in meiner Familie immer groß geschrieben, sowie den Respekt davor, denn wo wir lebten, waren wir die Ausländer.

Hast Du einen Künstlernamen und wie bist Du dazu gekommen?
Vor ca. 10 Jahren tanzte ich auf einer Kulturveranstaltung für die Türkei. Die zuschauenden Türken sagten nach meinem Auftritt, es hätte früher in der Türkei eine Tänzerin gegeben, diese hieß Leyla und ich würde tanzen wie sie und ab sofort würden sie mich „Leyla“ nennen, das fand ich o.k. Den Namen „Nahrawess“ erhielt ich vom gleichnamigen Hotel in Hammamet/Tunesien, wo ich seit 1994 tanze und unterrichte. Im Sommer 1996 nach einer Show kam Madame Bouslama, die Frau des Hotelbesitzers auf mich zu und meinte: now you are „Leyla Nahrawess“. Und ich antwortete: why not! Der Name Nahrawess hat in Tunesien eine schöne Bedeutung, es gab ein Liebespaar namens Nahrawess und Salambo. Die Geschichte ist ähnlich, wie die von Leyla und Meschnun.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen OT?
Ich gebe regelmäßige Kurse, sowie Workshops in ganz Deutschland und im Ausland, hauptsächlich in der Türkei und in Tunesien, wo ich schon seit 1994 dauerengagiert bin. Seit diesem Jahr bilde ich Dozentinnen für Anfängerkurse aus, mit den Schwerpunkten – Medizinisch / Therapeutisch / Psychologisch, sowie Didaktik, da meiner Meinung nach hier die Hauptverantwortung der Lehrerin liegt und ich eigentlich davon ausgehe, dass eine Frau, die OT unterrichten will eine hinreichende tänzerische Ausbildung aufzuweisen hat.

Wie motivierst Du Dich,  woher nimmst Du Deine Anregungen, Ideen?
Motivation habe ich genügend einerseits von meinem Publikum andererseits von meinen Schülerinnen und Workshop-Teilnehmerinnen. Ich nehme meine Arbeit sehr ernst und bin darauf bedacht immer die professionelle Leistung zu bringen, die man von mir erwartet. Dazu gehört einen Saal voller Zuschauer zum Toben zu bringen und ihnen zu geben, was sie sehen wollen, genauso wie die Frauen im Unterricht so zu faszinieren, dass sie bis zur letzten Minute den Stoff aufmerksam aufnehmen und verarbeiten.
Die Ideen zu Choreographien und Shows „überfallen“ mich regelrecht, allerdings bezogen auf die Musik. Höre ich ein Musikstück, bei dem mein Herz anfängt zu pochen, ist auch im Geiste die Choreographie schon da und ich brauche sie nur noch aufzuschreiben. Auf diese Art habe ich schon mindestens 100 Choreographien aller Art gemacht. Manchmal geht es aber umgekehrt, nämlich dass ich eine Choreographie im Kopf habe und die passende Musik dazu suchen muss, was ungleich schwieriger ist.

Tanzt Du eher choreographiert oder lieber frei?
So präzise ich Choreographien für Gruppen oder Solotänzerinnen mache, so frei tanze ich selbst. Ich habe nie solo Choreographie getanzt, sondern immer „frei Schnauze“. Ich bin ein sehr emotioneller Mensch und nehme die Energien des Publikums auf, das ist mein „Strom“. Man sagt mir ja nach, ich würde tanzen, als hätte ich den Finger in der Steckdose.

Was machst Du lieber tanzen bzw. auftreten, oder unterrichten?
Ich mache beides gleich gerne. So leidenschaftlich wie ich tanze, unterrichte ich auch. Die Erfahrungen, die ich als Tänzerin sammle, gebe ich in vollem Umfang an meine Schülerinnen weiter, die ich auch coache, wenn eine beginnt aufzutreten. Hierfür habe ich die Orient Disco im La Pyramide in Heilbronn ins Leben gerufen, damit Tänzerinnen die Möglichkeit haben mit meiner Unterstützung professionell vor Publikum zu treten. Wenn meine Gruppen oder Solistinnen erfolgreich aufgetreten sind, bin ich überaus stolz und das ist für mich ein großartiges Gefühl.

Was war das schönste, oder amüsanteste Erlebnis Deiner bisherigen Laufbahn?
Ich hatte bisher unzählige schöne und auch amüsante Erlebnisse, viele auch in Istanbul im Orient House, wo ich ein paar Mal im Jahr auftrete und ich jedes Mal Menschen aus aller Welt kennen lerne, genauso wie bei meinen zahlreichen Auftritten im Sommer und im Winter in Hammamet, wo ich schon viele Leute aus Kultur und Politik, wie z.B. den Wirtschaftsminister und den Gesundheitsminister kennen lernte. Ein herausragendes Erlebnis war sicher die Privatvorführung für die Präsidentengattin von Tunesien – Wassila Bourguiba und ihren Damen. Sie hat sich sehr über meinen Auftritt gefreut, den sie sich extra am Nachmittag gewünscht hatte. Selten habe ich eine derart charismatische Frau getroffen. Leider ist sie ein Jahr darauf verstorben.     

Dein Motto?  Lob bekommst Du geschenkt, Neid musst Du Dir verdienen!

Kontaktadresse:

LEYLA NAHRAWESS

Tel. (06261) 35666
Fax (06261) 35666

Homepage: www.leylanahrawess.de
Email: leylanahrawess@surfeu.de 

Bilder:
1: Georg Niedrich / Orient Magazin
2 und 4: Foto Nuss
3: privat
5: Hotelfotograf Hotel Nahrawess / Hammamet

 

 

 

 

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