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Wann
und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Zufall! Vor einigen Jahren, ein regnerisches Wochenende
an dem ich die Zeitung besonders gründlich gelesen habe. Eine
Kleinanzeige: Schnupperwochenendworkshop Orientalischer Tanz
.Ich bin hingegangen und so fing es an......
Hast
Du einen Künstlernamen und wie bist Du dazu gekommen?
Das Kennen- und Erlernen des OT, die Möglichkeiten die sich
immer wieder ergeben, das Glitzern und Rascheln der Kostüme,
das Gefühl zu tanzen.... da gefiel mir der Name Hulyà, er bedeutet
Traum.
Gibt
es jemanden, der Dich besonders beeinflußt hat?
Mit Sicherheit Sharmila, meine erste Trainerin. Es war für
mich einfach ein Glücksfall
mit ihr zu arbeiten. Sie hat mich unterstützt und mich meinen
eigenen Stil finden lassen. Eine Trainerin mit viel Wissen um
Körperarbeit, Haltung, Technik, Ausdruck fordern und fördern
ebenso wie Hintergrundwissen über Traditionen und Geschichte
des Orientalischen Tanzes. Die Weitergabe dieses Wissens war
immer sehr interessant und wichtig.
Was
sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Ich tanze auf verschiedenen
Festen, Veranstaltungen und in Restaurants. Das nächste ist
ein interkulturelles Frauenfest. Ich freue mich schon sehr darauf,
die unterschiedlichen Tänze aus den verschiedensten Kulturen
zu erleben und auch auf meinen Auftritt dort. Diesen Abend werde
ich mit einer Frau gemeinsam gestalten. Wir werden gemeinsam
tanzen, und an einem Treffpunkt Bauchtanz zum Anfassen anbieten
Glaubst
Du, daß der Tanz Dich in Deiner persönlichen Entwicklung beeinflußt
hat?
Der Tanz hat mich ganz sicher beeinflußt und ist für mich
viel mehr als ein Hobby. Mir gefällt, daß ich als reife Frau
ein tolles Körpergefühl entwickeln konnte. Für mich ist der
OT auch ein altersloser Tanz und ich finde, gerade auch ältere
Frauen bringen viel mit und strahlen etwas ganz besonderes aus.
Mich jedenfalls hat der Tanz
ganz neue Kräfte entwickeln lassen. Getanzt habe ich
immer schon gerne, aber beim OT habe ich viel mehr Möglichkeiten
Musik durch mich auszudrücken.
Glaubst
Du, dass orientalischer Tanz und Erotik zusammengehören?
Dieser Tanz ohne Erotik, Sinnlichkeit, Ausstrahlung? Pasta
ohne Sauce? Fettarmer Käse? Auf jeden Fall gehört Erotik dazu
und ich meine nicht den gnadenlos durchsichtigen, geschlitzten
Rock mit großem Dekolleté und mächtig geschüttelter Oberweite.
Ich meine Erotik, für mich ist es die ganze Person, die Authentizität,
eine Geste, ein Blick, eine Stimme, eine Bewegung, die Ausstrahlung,
wundervoll! Erotik gehört doch zum Leben, ein Stück Individualität,
Freiheit, auch wenn der Begriff in unserer Kultur manchmal anrüchig
verstanden wird.
Tanzt
Du eher choreographiert oder frei?
Am liebsten frei mit Gerüst. Für mich hat jedes Stück
ein anderes Gesicht mit verschiedenen Stationen, ich kann darüber
hinwegtanzen oder mich wieder einfinden.
Was
war das schönste Erlebnis Deiner bisherigen Laufbahn?
Ich hatte ein wunderschönes Erlebnis anläßlich eines 40.
Geburtstages. Zwei Auftritte waren für den Abend angesagt. Der erste Auftritt, gute Stimmung, nette Gäste, es
wird mitgeklatscht (in Westfalen!!!) Ich beende den Tanz und
verlasse den Raum mit wehendem Schleier. Hinter mir ein Rufen
:Hallo, kommen Sie mal, Tante Änne möchte Sie sehen! ??????
Ich zurück, wo ist Tante Änne?. Aha, dort sitzt sie, stolze
98 Jahre alt und blitzt mich mit neugierigen Augen an Ich konnte
nichts sehen!! Also, das Geburtstagskind herzitiert und die
Dame saß beim zweiten Auftritt in der ersten Reihe. Es war herrlich
und ich habe viele schöne Augen-Blicke mit ihr gewechselt, sie
war sichtlich angetan. Anschließend hat sie sich energisch bei
ihrer Familie beschwert: Zu meinem Geburtstag bekomme
ich immer Wärmedecken und Pantoffeln, ich wünsche mir auch so
etwas Schönes! Demnächst werde ich für Tante Änne tanzen, in
kleinem Kreis und nur für sie und ich freue mich total darauf.
Dein
Motto?
Wer
keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen.
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