Portrait der Bauchtänzerin Bambi Sahab: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse



Künstlername: Bambi Sahab
Geburtsjahr:  1968
Sternzeichen: Stier / Aszendent Skorpion
Beruf / Tätigkeit: Tänzerin und Lehrerin für Orientalischen Tanz, Leitung von TARAB, Zentrum für Orientalischen Tanz in Heidelberg
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Geboren bin ich in Freiburg, aufgewachsen in Mittelfranken in der Nähe von Nürnberg und seit 1985 lebe ich im Raum Mannheim/Heidelberg. Ich war schon immer viel unterwegs und habe mich für das Unbekannte, Neue und Andersartige interessiert und nach Hintergründen und dem "tieferen Sinn" gesucht. Das Leben ist für mich ein wunderbares Abenteuer, obwohl es auf meinem Lebensweg neben vielen Höhepunkten auch schon ziemlich viel Leid gab. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass mich meine Neugier und Offenheit irgendwann zu einem Leben im Ausland führt. Einstweilen lebe ich in Heidelberg und neben der Freude an meiner Arbeit als Tänzerin und Tanzlehrerin habe ich noch folgende Leidenschaften: lesen, lesen, lesen, kochen, essen, meine Pflanzen, Katzen, meinen Freund, unser Haus und die Freundschaft und Verwandtschaft mit anderen lieben Menschen.
Was findest Du an Dir positiv? Mein Durchhaltevermögen und die Tatsache, dass mir dies hilft meine Ideen und Träume zu realisieren (von denen ich immer viele habe, was ich auch positiv finde).
Und was magst Du nicht an Dir? ich bin sehr selbstkritisch und mache es mir manchmal etwas schwer damit, Komplimente einfach so anzunehmen und mich darüber zu freuen.
Worüber kannst Du Dich aufregen? über Ungerechtigkeiten aller Art und über Dummheit in ihren vielfältigen Erscheinungsformen.
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Glück ist für mich ein kostbares Gefühl, welches den Menschen in völlig unerwarteter Weise begegnen kann und absolut nicht dauerhaft ist! Oft macht uns gerade das am glücklichsten, was uns auch am meisten leiden lässt, wie zum Beispiel die Liebe in all ihren Ausprägungen. Ja, ich denke so lässt es sich für mich definieren: es ist die Liebe über die ich das Glück erfahre, die Liebe zu anderen Menschen, zu Gott, zur Natur und zum Tanz!

Wann und wie bist Du zum O.T. gekommen?
Ich habe meine Liebe zum Orientalischen Tanz 1989 entdeckt und zwar in einem VHS-Kurs in Mannheim. Schon als Kind hat mich das Tanzen begeistert und ich hatte immer den Traum, es "richtig" zu lernen. Aber daraus sollte zunächst nichts werden und so tobte ich meine Tanzlust als Teenager nächtelang in irgendwelchen Discos aus. Sehr früh, mit 19 Jahren, wurde ich schwanger, bekam meine Tochter und heiratete (und zwar genau in dieser Reihenfolge und mit 23 war ich wieder geschieden). Mit 21 Jahren hatte ich dann das Gefühl, etwas für mich tun zu müssen und so erinnerte ich mich an meinen alten Traum von der Tanzausbildung. Und dann begann ich mich zu informieren, welche Tanzart ich denn in diesem (für eine Tanzausbildung schon ziemlich fortgeschrittenen Alter) lernen könnte und mir fiel eines Tages das VHS-Programm mit dem Angebot für Orientalischen Tanz in die Hände und was darin stand von Weiblichkeit, Anmut und Lebensfreude sprach mich ganz stark an und dann lockte noch das Fremde und Exotische, was mich auch schon immer fasziniert hatte. Ich ging also zu meinem 1. Kurs und war sofort völlig begeistert von diesen Bewegung, dieser Musik und so ist es bis heute geblieben!

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Ja, das werde ich wirklich häufig gefragt! Also, Bambi, das ist ein Spitzname von mir, den ich schon vor meiner Zeit als Orientalische Tänzerin hatte und als ich mir Gedanken über einen Künstlernamen machte, da war für mich klar, da mich ja sowieso schon alle so nennen, bleibe ich dabei. Aber alleine war mir das Wort "Bambi" irgendwie zu niedlich und auch zu kurz und so wollte ich unbedingt noch einen 2. Namen dazu, hatte aber den Anspruch, dass er auf jeden Fall einen Bezug zu mir und meinem Leben haben sollte. Der arabische Name Sahab (sprich: Sahaab) bedeutet "Wolken" und ich habe ihn in einem Buch gelesen, in dem ein junger Mann von einer Frau schwärmt, die so heisst. Er schwärmt auch von diesem Namen und unter anderem wird das folgende arabische Sprichwort erwähnt: "Die Hunde bellen, aber die Wolken ziehen weiter!" und da wusste ich, das ist der richtige Name für mich, denn ich lasse mich, wenn ich das Gefühl habe, etwas ist richtig für mich, nicht beirren und wenn hundert "Hunde" bellen!

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat?
Besonders beeinflusst haben mich drei Frauen, bei denen ich jeweils mindestens 2 Jahre Unterricht in Orientalischem Tanz hatte und denen ich hiermit auch danken und meinen tiefsten Respekt aussprechen möchte, da sie mich durch ihre jeweils individuelle Weise in meinem Weg als Tänzerin sehr weitergebracht haben: Mitra Mir-Emadi, Sigrid Souriah Brenner und Reyhan Seward.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen Orientalischer Tanz?
Wochenkurse, Workshops und Projekte im eigenen Studio TARAB, Zentrum für Orientalischen Tanz in Heidelberg und seltener (aber gerne) auch ausserhalb. Tanzabende für Frauen im Studio und Auftritte auf privaten und betrieblichen Festen, jährlich Organisation und Auftritte anlässlich der Benefiz-Tanzshow-Oriental, einem Lieblingsprojekt von mir: mit dem Erlöss dieser Show finanziere ich SOS-Kinderdorf-Patenschaften in Marokko und Ägypten, eine weiteres Lieblingskind von mir sind Tanzreisen (Marokko, Türkei etc.)

Was bedeutet der Orientalische Tanz für Dich?
Ohne den O.T. kann ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen, er ist mein absoluter Lebensinhalt! Ich sehe den Orientalischen Tanz übrigens nicht isoliert von arabischer Kultur, Mentalität, Lebensart und Religion, sondern für mich umfasst meine Leidenschaft für den Orientalischen Tanz auch ein riesiges Interesse an den genannten Bereichen! Warum dieser uralte Tanz gerade in der orientalischen Welt überdauert hat, das lässt sich, so glaube ich, nur dann wirklich verstehen, wenn alle Themen ganzheitlich gesehen werden, was durchaus auch den spirituellen Aspekt einschliesst! Abgesehen davon gehört für mich auch gründliche Aufklärungsarbeit und sorgfältiger Umgang mit der anderen Kultur dazu, um Vorurteilen und kitschigen Orientfantasien den Boden zu entziehen.

Was ist Dir im Tanz wichtig (Technik, Gefühl, Ausstrahlung)?
Mir ist alles wichtig, denn ohne saubere Technik gibt es keine Ausstrahlung, weil plumpe und ungekonnt wirkende Bewegungen auch kein Gefühle "rüberkommen" lassen und nur rein technisch betrachtet verkommt der Tanz zu Gymnastik nach Musik!

Tanzt Du eher choreografiert oder eher frei?
Zwar entwickle ich sehr viele Choreografien für den Unterricht und für die Auftritte meiner Schülerinnen auf der Benefiz-Tanzshow-Oriental, aber für meine Solo-Auftritte bevorzuge ich es, ohne Choreografie zu tanzen. Allerdings heisst das nicht, dass meine Auftritte nicht strukturiert wären und ich mich nicht vorbereiten würde. Die Musik, zu der ich auftrete, kenne ich meistens sehr gut und habe vor dem Auftritt viel dazu getanzt und geübt, um dann auch ohne Choreografie entsprechend reagieren zu können. Oft verwende ich auch eine Rahmen-Choreografie, d.h. ich setze mir bestimmte Eckpunkte und Highlights, die ich dann immer ähnlich tanze und überlege mir vorher genau, wie ich einen Tanz beginnen oder beenden möchte.Der Rest ist Improvisation und so ergibt sich je nach Publikum immer wieder Neues und das macht mir viel Spass!

Was machst Du lieber, tanzen, bzw. auftreten und unterrichten?
Auftreten und Unterrichten sind zwei total andere Dinge! Meine Tänzerinnen-Persönlichkeit unterscheidet sich völlig von meiner Lehrerinnen-Persönlichkeit. Ich sehe es so: eine gute Lehrerin sollte sich im Unterricht als Tänzerin so weit wie möglich zurückstellen, denn es geht nicht darum, den Schülerinnen zu zeigen, dass man selbst toll tanzen kann, sondern es geht darum, den Frauen möglichst viel mitzugeben, damit sie selbst sich so gut es geht weiterentwickeln und vom Unterricht profitieren können. Bei einer Tänzerin während eines Auftritts sollte es meiner Ansicht nach genau umgekehrt sein: hier stehe ich im Mittelpunkt und alle sollen sehen, was ich kann und wie viel Spass es mir macht! Ich möchte auf keinen dieser beiden Aspekte des Tanzes verzichten: meine Individualität als Tänzerin und das Wechselspiel mit dem Publikum bedeuten mir ebenso viel, wie meine pädagogische Tätigkeit und die Weiterentwicklung meiner Schülerinnen und gerade die Unterschiedlichkeit der beiden Bereiche finde ich sehr interessant und bereichernd.

Was wünschst Du Dir für den Orientalischen Tanz in Deutschland?
Seit ich mit diesem Tanz begonnen habe, hat sich viel getan in punkto Unterrichtsangebote, Informationsfluss, etc. ... insgesamt kommt der Orientalische Tanz in Deutschland immer professioneller daher und ich wünsche mir, dass dies so weitergeht, damit er gleichberechtigt neben anderen Tanzsparten stehen kann! Professionalität bedeutet für mich aber auch ein bewusster Umgang mit Konkurrenz!
Ist es zu "blauäugig", wenn ich mir mehr Austausch, mehr freundliches Akzeptieren unbekannter Tänzerinnen und anderer Tanzstile und mehr gegenseitige Unterstützung für die Orientalische Tanzszene wünsche?


Kontaktadresse:

TARAB
Zentrum für Orientalischen Tanz
Bambi Sahab Held
Hans-Böckler-Str. 2a
69115 Heidelberg

Tel: 06221/164815

E-Mail: BambiSahab@gmx.de
Homepage: www.tarab-online.de

Alle Fotos: Jojo Heitkamp


 

 

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