Auf dieser Seite möchte
ich einige der wichtigsten Grundrhythmen der orientalischen Musik
vorstellen. Ich habe mir viel Mühe gegeben und es hat viel Arbeit
gekostet, die einzelnen Rhythmen zu notieren, dann einzuspielen,
Musikbeispiele herauszusuchen, aufzunehmen, umzuwandeln usw.
Da ich mich nicht
professionell mit Musik beschäftige, musste ich mich auf die Möglichkeiten
beschränken, die mir zur Verfügung standen. So habe ich z.B. die
verschiedenen Rhythmen mit einem Keyboard eingespielt, und sicher
ist auch das eine oder andere Trommelmuster nicht perfekt gespielt.
Aber darum soll es
in diesem Skript auch gar nicht gehen. Ein gutes Rhythmus- oder
Trommel-Seminar, bei dem Du das Ganze "live" erleben und
erlernen kannst, ist sicher dadurch nie zu ersetzen. Aber vielleicht
entdeckt Du dabei, wie viel Spaß und und gute Laune es machen kann,
in die Welt der Rhythmen einzutauchen...
In diesem Sinne wünsche
ich Dir viel Freude beim Entdecken!
Djamila
P.S. Nobody is perfect. Das gilt natürlich auch für mich. Daher meine
Bitte: Wenn Du einen Fehler entdeckst, eine Definition anders kennst
oder beim einen oder anderen Rhythmus anderer Meinung bist, dann schreib
mir eine
. Ich freue mich auf Anregungen und Diskussionen!
Bitte beachte
auch meine Hinweise zur Namensgebung, Takteinteilung und Notation
auf der Einführungsseite.
Die
Audio-Dateien sind in zwei unterschiedlichen Formaten abgespeichert:
Die Grundrhythmen
jeweils als WAV-Datei
Diese Dateien werden z.B. per Windows Media Player abgespielt, der
automatisch auf Deinem Computer vorhanden, wenn Du mit Windows arbeitest.
Die Wav-Dateien laufen im ersten Durchgang noch nicht korrekt ab,
da sie erst Stück für Stück geladen werden. Warte daher ab, bis
der Computer die gesamte Datei geladen hat, und spiele dann den
Rhythmus nochmals ab. Dann wird er korrekt wiedergegeben.
Die Musikbeispiele
jeweils als RealAudio-Datei Zum Anhören dieser
Dateien brauchst Du ein Programm zum Abspielen, den Real Player.
Falls Du noch keinen hast - eine kostenlose Version des Real Players
gibt es hier
zum Download.
Daneben
muss Dein Computer natürlich mit einer Sound-Karte sowie Lautsprechern
ausgerüstet sein, sonst kannst Du leider keine Audio-Dateien abspielen.
Bitte habe etwas Geduld, wenn das Laden der einen oder anderen Datei
etwas länger dauert. Audio-Dateien brauchen leider etwas mehr Speicherplatz.
Saghier bedeutet klein, daher die "eingedeutschte"
Bezeichnung kleiner Masmoudi. Dieser Rhythmus wird sehr oft als
"Baladi" bezeichnet. Allerdings wird der Begriff Baladi
für viele verschiedene Dinge verwandt (Baladi-Tanz, Baladi-Kleid,
Baladi-Musik usw.). So werden auch viele andere Rhythmen zu den
"Baladi-Rhythmen" gezählt.
Den kleinen Masmoudi man gut an den beiden Dums auf 1 erkennen.
Oft beginnt mit ihm in einer Show nach dem Entree der eigentliche
Tanzteil. Er eignet sich auch wunderbar zum Zimbeln.
dum
dum
p
tak
dum
p
tak
p
1
+
2
+
3
+
4
+
Möchtest
Du Dir anhören, wie der kleine Masmoudi klingt? Dann klick einfach
auf die jeweilige Grafik.
Der Saidi-Rhythmus kommt aus der Folklore
(aus dem Said - Oberägypten), begegnet und jedoch auch oft in klassischen
Tanzstücken. Bei ihm sind die Dums genau "umgekehrt" zum
kleinen Masmoudi, also ein Dum am Anfang und zwei in der Mitte.
Daher wird er auch Makloub genannt, was soviel wie umgekehrt heißt.
dum
tak
p
dum
dum
p
tak
p
1
+
2
+
3
+
4
+
Möchtest
Du Dir anhören, wie der Saidi klingt? Dann klick einfach auf die
jeweilige Grafik.
Großer Masmoudi (Masmoudi kabir, Masmoudi
kabier, Masmoudi)
8/4- oder 8/8-Rhythmus
Kabier bedeutet groß. Dieser Rhythmus ist
also sozusagen der "große Bruder" des kleinen Masmoudi,
dem er vom Muster her ähnelt. Trotzdem ist er gut von ihm zu unterscheiden,
weil der große Masmoudi doppelt so lang und langsamer ist. Der große
Masmoudi wird oft als Eingangsrhythmus einer Show benutzt.
dum
dum
p
tak
dum
p
tak
p
1
2
3
4
5
6
7
8
Möchtest
Du Dir anhören, wie der Große Masmoudi klingt? Dann klick einfach
auf die jeweilige Grafik.
Großer Masmoudi - Grundrhythmus
dum
dum
taka
taka
dum
taka
tak
taka
1
2
3
4
5
6
7
8
Großer Masmoudi - Grundrhythmus
leicht gefüllt
Großer Masmoudi - Musikbeispiel
Großer Masmoudi - Musikbeispiel
mit Variation 3 Dums am Anfang Diese Variation
wird Masmoudi Kabier Mehagar (Steiniger Grosser Masmoudi,
mehagar=Stein) oder Masmoudi Kabier Takiel (Schwerer grosser masmoudi,
takiel=schwer) genannt.
Taqsim-Rhythmus (Taksim-Rhythmus, Chiftetelli, Chifte, Auadi)
8/8- oder 8/4-Rhythmus
Dieser Rhythmus ist sowohl in der Türkei
als auch in arabischen Ländern unter verschiedenen Namen verbreitet.
Der Taksim Rhythmus ist ein 8/4 oder 8/8-Rhythmus, je nachdem, wie
schnell er gespielt wird. Er wird oft beim Solo eines Instrumentes
(Taqsim) eingesetzt, daher einfach die Bezeihnung Taqsim-Rhythmus.
Er ist sehr gut an dem charakteristischen "dum-dum-tak"
zum Schluß zu erkennen.
dum
tak
tak tak tak
dum
dum
tak
p
1
2
3
4
5
6
7
8
Möchtest
Du Dir anhören, wie der Taqsim-Rhythmus klingt? Dann klick einfach
auf die jeweilige Grafik.
Taqsim - Grundrhythmus
Taqsim - Musikbeispiel
(hier am Beispiel eines Flöten-Taksim
Dieser lebhafte Rhythmus wird oft dazu genutzt,
auf die oder von der Bühne zu gehen (Eingangs- oder Ausgangsrhythmus).
Vor dem letzen tak ist eine winzige Pause, die bei dieser Notierung
nicht ausgedrückt werden kann, aber vom Gehör und Gefühl deutlich
warnehmbar ist.
dum
p
tak
p
tak
1
+
2
+
Möchtest
Du Dir anhören, wie der Malfuf klingt? Dann klick einfach auf die
jeweilige Grafik.
Dass der Karachi ein außergewöhnlicher Rhythmus
ist, erkennt man schon daran, dass er als einziger nicht mit einem
Dum, sondern einem Tak anfängt (Achtung, bei längerem Hören entsteht
leicht der Eindruck, der Rhythmus würde mit dem zweiten Tak beginnen,
also tak-dum-tak lauten, dem ist aber nicht so!). Seinen Namen hat
er von einer Stadt in Pakistan. Dennoch hat er Eingang in die arabische
und nordafrikanische Musik gefunden, wo er bis heute weit verbreitet
ist.
tak
p
tak
dum
1
+
2
+
Möchtest
Du Dir anhören, wie der Karachi klingt? Dann klick einfach auf die
jeweilige Grafik.
Die Fellahen sind die Bauern im ägyptischen
Nildelta, und fellahi bedeutet daher soviel wie "bäuerlich".
Fellahi-Rhythmen werden atemberaubend schnell gespielt und es gibt
siw in sehr vielen Variationen - entweder auf Grundlage des Ayub
oder des Maqsum.
Wir wollen hier den Fellahi auf der Grundlage des Maksoum nehmen,
dem er dann zwar ähnlich ist, aber sehr viel schneller gespielt
wird.
Variante 1 (mit 3 bzw. 2 taks gefüllt)
dum
tak
tak
tak
dum
tak
tak
p
1
2
3
4
5
6
7
8
Möchtest
Du Dir anhören, wie der Fellahi klingt? Dann klick einfach auf die
jeweilige Grafik.
Fellahi - Grundrhythmus
Variante 1
Variante 2 (mit 2 bzw. 1 tak gefüllt) Diese zweite Variante ist von der Position dums und taks genau
wie der Maksoum, wird aber schneller gespielt.
Der 6/8 ist dem 3/4 sehr ähnlich, das Muster
ist lediglich etwas gefüllt. Die Betonung des 6/8 liegt ebenfalls
auf der 1, aber er klingt etwas dynamischer.
dum
tak
tak
tak
tak
tak
1
2
3
4
5
6
Möchtest Du Dir anhören, wie der Sechs-Achtel
klingt? Dann klick einfach auf die jeweilige Grafik.
Der Karshlima ist ein sehr bekannter türkischer
Rhythmus, der durch die ungerade Notenzahl erst einmal recht ungewöhnlich
klingt. Er kann auch gut gezimbelt werden!
dum
p
dum
p
dum
p
tak
tak
tak
1
2
3
4
5
6
7
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9
Möchtest
Du Dir anhören, wie der Karshlima klingt? Dann klick einfach auf
die jeweilige Grafik.
Ein wunderschöner Rhythmus, der für den arabisch-andalusischen
Tanz (Muwashahat) benutzt wird. Manchmal findet man ihn aber auch
als "Abwechslung" in orientalischen Tanzkompositionen.
Im Unterschied zum großen Masmoudi liegt die Betonung auf 1 sowie
auf 6 und 7.
dum
p
p
tak
p
dum
dum
tak
p
p
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Möchtest
Du Dir anhören, wie der Samai klingt? Dann klick einfach auf die
jeweilige Grafik.
Samai - Grundrhythmus
Samai - Musikbeispiel
(hier am Beispiel eines Muwashahat - andalusisch-arabisch
Wer sich nun noch
näher mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei das Buch von Mihrimah
empfohlen:
Rhythmen in der orientalischen
Musik - Mihrimah (Regina Göbel) Kurzbeschreibung der Autorin: Eine
ausführliche Beschreibung vieler orientalischer Rhythmen, ihrer
Grundformen und Variationen, Informationen zur Herkunft, individuelle
Erkennungsmerkmale und Besonderheiten, mit Hinweisen zum Zimbeln,
Zimbelmustern und detaillierten musiktheoretischen Grundlagen. Ein
übersichtlich gegliedertes Handbuch zum Lernen und Nachsehen orientalischer
Rhythmen. Es ist sowohl für das Selbststudium, als auch als Begleitmaterial
zum Unterricht geeignet.
Mein Tip: Sehr empfehlenswert!!
- Mihrimah beschreibt die verschiedenen (auch weniger gebräuchlichen)
Rhythmen sehr ausführlich und detailliert, dabei leicht verständlich.
Hervorragend für Lehrerinnen und Schülerinnen geeignet, die ihre
Kenntnisse auf dem Gebiet der Rhythmen ergänzen und vertiefen möchten.
Skript, 73 Seiten
Bezug: Regina Göbel, Burgwedel 24, 22457 Hamburg
Tel. (040) 5501424, Fax (040) 55970581, Email: mihrimah@mihrimah.de
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