Auf dieser Seite möchte ich Dir die wichtigsten orientalischen Musikinstrumente vorstellen.
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Saiteninstrumente

Ud (Oud, Üd)
Der Ud (arabisch: Holz) ist eine Kurzhalslaute mit 5 Saiten. Sein Korpus sieht in etwa wie eine halbierte Birne aus; er wird aus Holz gefertigt und verfügt über einen weichen, schmelzenden Klang.
Der Ud ist ein Hauptträger der arabischen Musik-Tradition, so orientiert sich das arabische Tonleiter-System an den Bünden der Laute. Bereits in der vorislamischen Zeit ein äußerst beliebtes Instrument, wird er bis heute in der ganzen arabischen Musik verwandt, wobei er an keine spezielle Musikrichtung gebunden ist. Vor allem türkische Instrumente sind für ihren reichen Klang berühmt, sie zählen zu den teuersten Modellen.
Über das arabische Andalusien kam der Ud im Mittelalter mit den Troubadouren nach Europa, wo er im 16. Jahrhundert den Höhepunkt ihrer Popularität erreichte.

Möchtest Du Dir anhören, wie ein Ud klingt? Dann klick einfach auf die nebenstehende Grafik.


Kanoun (Qänum, Kanun, Qanun)
Der Kanoun ist ein großes Saiteninstrument in Form eines halbierten Trapezes und ähnelt in Aussehen und Klang unserer Zither oder dem Hackbrett. Bereits seit dem 10. Jahrhundert bekannt, ist der Kanoun heute sowohl in arabischen Ländern als auch in der Türkei verbreitet. Das Instrument ist aus Holz gefertigt und verfügt über 63 bis 84 Saiten (je nach Region verschieden), die mit kleinen Zupfplektren an den beiden Zeigefingern gespielt werden. Früher setzte sich der Kanoun-Spieler im Scheidersitz auf den Boden und hielt das schwere Instrument auf den Knien. Heute hat er es etwas leichter: Der Musiker sitzt auf einem Stuhl, und der Kanoun liegt vor ihm auf einem Tisch. Auf diesem Tisch legt übrigens auch die Tänzerin ihre Zimbeln ab, um sie während des Tanzes zur Hand zu haben. Als Vorläufer unseres Cembalos hatte das Kanoun ebenfalls Einfluß auf die europäische Musik.

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Santur
Der Santur ist eine Kastenzither und im Irak beheimatet. Das Instrument mit einem Nusbaumkorpus ist in Form eines Trapezes angefertigt und verfügt über 92 Drahtsaiten. Im Gegensatz zum Kanoun wird das Santur mit Holzschlegeln geschlagen. Das Instrument verfügt über einen reinen, metallischen Klang.




Rababa (Rebaba)
Die Rababa ist eines der ältesten Streichinstrumente überhaupt. In ihrer Urform besaß sie nur über eine Saite, der Korpus varrierte von Region zu Region und bestand z.B. aus einer halben Kokosnuss oder einem Schildkrötenpanzer. Die moderne Form verfügt über 2 Saiten, die mit einem Bogen gespielt werden. Die Rababa gilt als Urform der Kamandscha, aus der sich später die europäische Violine entwickelte, und gehört bis heute zum festen Ensemble der Saidi-Musik (zusammen mit Mizmar und Tabla Baladi). Ebenso spielt sie in der Ghawazi-Musik eine wichtige Rolle. Besonders oft ist die Rababa in der Musik von Metkal Kenawi zu hören.

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Kamandscha (Dschose, Kamanga) und Violine
Die Kamandscha ist eine viersaitige Spießgeige und wurde bereits im 10. Jahrhundert als Bestandteil des arabischen Orchesters genannt. Wie die Laute fand auch sie über das arabische Andalusien nach Europa, wo sie als "Fiedel" bekannt wurde. Ursprünglich wurde sie aus einer Kokosnuss-Hälfte gefertigt, die mit Schaf- oder Fischhaut bespannt wurde. Beim Spielen setzte man sich in den Schneidersitz und hielt das Instrument im Schoß.
Im 20. Jahrhundert wurde die Kamadscha durch die Violine ersetzt, die sich von unserem Instrument nur durch die unterschiedliche Stimmung unterscheidet.

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Blasinstrumente

Nai (Näi, Nay, Ney)
Die Nai ist ein traditionelles Istrument der arabischen und türkischen Musik. Die Längsflöte besteht aus einem an beiden Enden offenen Bambus- oder Schilfrohr und verfügt auf der Vorderseite über 6 Löcher, auf der Rückseite über ein Loch. Obwohl von der Struktur her ein recht einfaches Instrument, ist die Nai doch nicht leicht zu spielen. Der Ton wird erreicht, indem man gegen den Rand der vorderen Öffnung bläst. Die Tonhöhe wird dabei durch die Länge der Flöte bestimmt.

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Mizmar (Mizmar Baladi, Muzmar)
Die Mizmar ähnelt unserer
Klarinette oder Oboe und ist in allen arabischen Ländern verbreitet. Dieses volkstümliche Blasinstrument verfügt über einen wahrhaft durchdringenden Klang und wird - wie der Zusatz "Baladi" bereits sagt - ausschließlich in der Volksmusik, nicht jedoch in der Kunstmusik verwandt. Besonders oft begegnet sie uns in der Saidi- und Baladi-Musik. Form, Grösse und Material variieren von Instrument zu Instrument.

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Schlaginstrumente



Darbukka
(Tabla, Darabukka, Darbuka, Derbuka, Dumbek, Dumbec, Doumbek, Doumbec, Dunbak, Durbakke)

Die Darbukka ist für uns Tänzerinnen wohl das wichtigste Instrument überhaupt und ein überaus populäres Schlaginstrument in der arabischen Volks- als auch Kunstmusik. Die becher- oder kelchförmige Trommel wird traditionell aus Ton gefertigt und mit Ziegen- oder Schafhaut bezogen, wohin gegen Profi-Musiker als

  Eine Darbukka aus Holz
mit Mosaik-Einlegearbeiten
und einer Bespannung aus Tierhaut.


Eine Darbukka aus Metall
mit Spannring und Schrauben

Bespannung Fischhaut wählen. Um die Trommel zu spannen und so einen hellen, satten Klang zu erzeugen, erwärmt man sie durch Reiben mit der Handfläche oder indem man sie über Feuer hält. Die Darbukka wird entweder stehend gespielt, indem man sie unter den Arm klemmt oder auch sitzend, dann ruht die Trommel auf den Oberschenkeln. In der Volksmusik wird die Darbukka übrigens auch von Frauen gespielt, in der Kunstmusik jedoch praktisch ausschließlich von Männern.

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Daff (Duff Tar, Tar)
Der Daff ist eine Rahmentrommel ohne Schellen mit einem Durchmesser von ca. 60 cm. Die Zarge ist ca. 6 cm hoch und ohne Mosaikauflagen gearbeitet (also keine Verzierungen). Der Daff wird oft bei rituellen und religiösen Handlungen eingesetzt.

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Riqq (Reqq Reque)
Der Riqq ist eine
Schellentrommel mit einer Membran aus Fisch- oder Ziegenhaut. Der Rahmen hat einen Durchmesser von ca. 20 cm und ist mit Mosaikplättchen verziert. Darin eingelassen sind zehn Schellenpaare, die in zwei direkt übereinander liegenden Reihen von Schellenöffnungen sitzen.

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Tabla Baladi
Bei der Tabla Baladi handelt es sich um eine große, b
reite Rahmentrommel von etwa 60cm Durchmesser. Sie ist auf beiden Seiten mit Ziegenhaut bespannt, deren Zugkraft durch Kordeln gehalten wird. Durch Ziehen dieser Kordeln kann der Ton geändert werden. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird diese Trommel zum Saidi und Baladi gespielt.



Naqqarat
Die Naqqarat ist eine Trommel-Paar aus Ton- oder Kupferkesseln, die mit Kamelhaut bespannt sind. Sie werden sowohl in der Kunst- und der Volks- wie auch in der religiösen Musik verwandt. Die Trommel wird mit zwei Schlegeln geschlagen (dum auf der rechten, tak auf der linken Trommel), wobei der Musiker im Schneidersitz sitzt. Die Naqqarat gibt es in verschiedenen größen - bis hin zu riesigen Exemplaren (Naqarya und Naqrazan genannt), die bei Prozessionen rechts und links auf Kamelen oder Eseln transportiert werden, wobei der Musiker auf dem Rücken des Tieres sitzt.



Mazhar (Mizhar)
Der Mazhar ist wie der Riqq eine Schellentrommel und mit einem Durchmesser von ca. 30 bis 40 cm zwar etwas größer, jedoch nur mit 5 Schellenpaaren ausgestattet. Auch ist die mosaikbesetzte Zarge ist etwas niedriger gehalten.



Bandir
Das Bandir ist eine einfellige Rahmentrommel mit etwa 40 cm Durchmesser. Die Zarge ist ca. 10 cm hoch. Unter der Trommelmembran verlaufen zwei Schnarrsaiten. Wie das Mazhar ist auch das Bandir dem religiösen Bereich zuzuordnen.



Zimbeln (arabisch: Sagat, Zagat, türkisch: Zills )
Gibt es in unterschiedlichen Größen, Formen und Metalllegierungen. Zu diesem Thema findest Du hier eine eigene S
eite mit Tipps & Tricks rund um den Zimbelkauf, Einsatz und Pflege.

Möchtest Du Dir anhören, wie Zimbeln klingen? Dann klick einfach auf die nebenstehende Grafik.



Weitere Instrumente

Heute hören wir oft noch die folgenden beiden Instrumente in der Orientalischen Musik

Accordion

Möchtest Du Dir anhören, wie ein Accordion klingt? Dann klick einfach auf die nebenstehende Grafik.

Saxophon

Möchtest Du Dir anhören, wie ein Saxophon klingt? Dann klick einfach auf die nebenstehende Grafik.

Quellen und weiterführende Links:

Bücher:
Habib Hassan Touma: "Die Musik der Araber"
Khaled Seif Abou Zeid: “Musik Rhythmus & Tanz im Orient”
Dietlinde Karkutli: "Das Bauchtanzbuch"

Links zum Thema:
Music of the Near East Informationen, Bilder und Videos zu allen wichtigen Instrumenten. In Englisch.
Shira – Middle Eastern Musik: A Very Brief Introducion
Lark in the morning - Vertreibt eine Vielzahl arabischer Musikinstrumente, von dieser Seite habe ich auch die meisten Bilder übernommen


 

 

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