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"Hilfe, mein BH
sitzt nicht richtig"
"Mein Rock ist zu kurz geraten!"
"Mein Gürtel macht sich beim Tanzen selbständig"
Wer kennt nicht die Probleme,
wenn ein Kostüm einfach nicht richtig sitzt. Selbst wenn
man hochwertige Kostüme kauft, kommt man nicht daran vorbei,
diese mit ein paar Stichen auf die eigene Figur abzuändern.
Damit man mit solchen Kleinigkeiten nicht jeweils zu einer Schneiderin
rennen muss, lohnt es sich, wenigstens die einfachsten Grundkenntnisse
im Nähen anzueignen. Trotzdem ist es oft nicht so einfach,
das Kostüm so abzuändern, dass es wirklich optimal sitzt.
Daher habe ich auf dieser Seite einige Tipps und Kniffe zusammen
gestellt, die im Laufe der Jahre aus der Erfahrung heraus entstanden
sind und sich als nützlich erwiesen haben.
Wenn ich mir also ein neues Kostüm
kaufe, so beginne ich meist mit dem kniffligsten Stück, dem
BH-Oberteil
Unterbrustweite einstellen
Der erste Schritt ist immer das passend-machen der Unterbrustweite.
Dazu ziehe ich das Oberteil an und lasse die Träger einfach
locker rechts und links hängen. Dann bitte ich einen Helfer
(netter Ehemann oder Freundin, zur Not geht´s aber auch
alleine) den BH hinten so zu schließen bzw. die Enden übereinander
zu halten, dass er sehr straff und eng sitzt (in etwa so, dass
man gerade noch gut Luft bekommt) und die Stelle vorsichtig mit
Bleistift o.ä. zu markieren.
Verschluß und Verschluß-Sicherung
annähen
An die markierte Stelle nähe ich nun einen kräftigen
Haken an. Bei ägyptischen Kostümen werden überwiegend
flache Haken und Ösen (werden normalerweise für Hosen
verwendet) genommen, die türkischen Designer verwenden eher
einfache Haken und Ösen. Der Haken kommt an das eine Ende
des Rückenteils, die Öse oben auf das andere Rückteil.
Ist der Verschluß angebracht, probiere ich das Oberteil
nochmals an, um zu überprüfen, ob es auch nicht zu eng
oder weit ist. Stimmt alles, nähe ich nun am zweiten Rückenteil
ebenfalls einen Haken an und fixiere ihn durch eine Öse,
die diesmal von innen an das Gegenstück angenäht wird.
So ist gewährleistet, das im Falle, dass ein Haken sich löst,
der andere Haken das Oberteil noch sicher an Ort und Stelle hält.
Evtl. tun es auch große Druckknöpfe als Sicherung,
diese halten aber nicht ganz so viel Spannung aus und öffnen
sich wesentlich schneller (außerdem ist es mehr Arbeit,
sie anzunähen). Von daher habe ich mit Haken und Ösen
bessere Erfahrung gemacht.
Überlappen sich die beiden Rückenteile sehr weit, nähe
ich in der Mitte noch etwas Klettband oder einen stabilen Druckknopf
an, damit die beiden Teile auch übereinander liegen bleiben
und nicht eines oben oder unten rausguckt.
Tipp: Wenn Dein Gewicht öfter mal schwankt, lohnt
es sich, gleich 2 Haken (einen engeren und einen weiteren) oder
3 Haken (einen normalen, einen engeren, einen weiteren) anzunähen.
So kannst Du sicher sein, dass das Oberteil in jedem Fall gut
passt.
Träger befestigen
Als nächstes kommen die BH-Träger dran: Sind sie an
der richtigen Stelle angenäht? Sind sie zu lang oder zu kurz?
Zunächst überlege ich mir, wie ich die Träger befestigt
haben möchte. Nicht immer ist die vorgegebene Lösung
die beste. Sind die Schultern eher schmal oder breit? Wieviel
Halt braucht der Busen? Sollen Ärmel oder Schulterapplikationen
an den Trägern befestigt werden?
Diese Überlegungen spielen bei der Auswahl der folgenden
Möglichkeiten eine Rolle:
a) Normale seitliche Träger
In dem Fall werden die Träger hinten mehr oder weniger außen
oder innen an den beiden Rückenteilen des BHs festgenäht.
b)
Nackenträger
Diese Methode gibt nicht ganz so viel Halt, jedoch kann man einen
schönen Push-up-Effekt erzielen - somit eignet sich diese
Lösung eher für kleinere Oberweiten. Bei dieser Variante
werden die beiden Träger hinten im Nacken mit Haken und Ösen
beschäftigt. Wem das zu straff ist, der kann auch ein breites,
festes Gummiband zwischen die Träger nähen - aber Vorsicht:
Die Brust sollte beim Tanzen nicht "Wippen". Außerdem
nachteilig: In dem Fall kann man das Oberteil nur noch im Rücken
schließen, was allein praktisch unmöglich ist - man
braucht also immer eine Ankleidehilfe.
c)
Gekreuzte Träger
Diese Methode bietet einen sehr guten Halt sowohl bei großem
als auch bei kleinem Busen, jedoch müssen die Träger
lang genug dafür sein. Die Träger werden im Nacken gekreuzt
und dann rechts und links in den beiden Rückenteilen des
BH mittels Haken und Ösen eingehakt und befestigt. Als ich
diese Methode das erste Mal sah, hätte ich schwören
können, dass das das nie im Leben beim Tanzen hält.
Die Erfahrung lehrte mich eines besseren: Es hält nicht nur
fantastisch, es sitzt auch absolut perfekt! Auch hier liegt wiederum
der Nachteil darin, dass man den BH nicht alleine schließen
kann sondern eine Anziehhilfe dazu braucht.
d)
Mittelträger
Diese Methode würde ich nur bei kleinerer und knackiger Oberweite
empfehlen, da diese Form einen ohnehin schon leicht hängenden
Busen noch zusätzlich betonen kann und nicht allzuviel Halt
gibt. Möchte man trotzdem nicht darauf verzichten, kann man
evtl. noch seitlich hautfarbene Träger befestigen, die praktisch
unsichtbar sind und zusätzlichen halt geben.
d)
Doppelträger (Seitliche + Nackenträger)
Diese Methode war lange Zeit bei ägyptischen Kostümen
weit verbreitet und gibt auch bei einer größeren Oberweite
guten Halt. Bei dieser Version würde ich die Nackenträger
mit einem breiten Gummiband verbinden, da sonst die seitlichen
Träger die Tendenz haben, durch zu wenig Spannung ständig
über die Schulter nach unten zu rutschen.
e)
Doppelträger (Seitliche + Mittelträger)
Bei dieser Variante wird die vordere Mitte des BHs noch mal fixiert
und nach oben gezogen, was ebenfalls bei einer größeren
Oberweite von Vorteil sein kann.
f) Normale Träger mit Querverbindung
Bei
dieser Träger-Lösung sind die beiden seitlichen Träger
hinten im Rücken noch einmal miteinander verbunden. Dies
kann durch einen festen Steg geschehen, oder man näht rechts
und links an den Träger ein dünnes Band in Kostümfarbe
an, welches man dann als Schleife bindet. Diese Methode ist sehr
bequem zu tragen und man kann den Push-up-Effekt, der dadurch
entsteht, sehr gut variieren.
Daneben gibt es noch 1001 andere Möglichkeiten,
die Träger am BH zu befestigen. Wer hier auf Ideensuche ist,
dem empfehle ich das Buch "Cabaret Belt and Bra for Bellydancers"
von Dina Lydia, der Costum Goddess (www.costumegodess.com).
Hat man sich für eine Lösung
entschieden, geht es daran, die BH-Träger an der richtigen
Stelle und in der richtigen Länge zu befestigen.
Die richtige Länge für die
Träger finden
Als Fausregel kann man sagen, daß
die Träger grundsätzlich sehr fest und schön straff
sitzen sollten, ohne jedoch in die Schulter einzuschneiden. Der
Abstand von BH und Gürtel sollte immer größer
sein als zwischen BH und Schulter - dies ist umso wichtiger, je
höher man seine Gürtel trägt (danke an Nadya
für diesen Tipp). Eine der Todsünden bei Kostümen,
die man leider immer wieder sieht, sind zu lange BH-Träger,
die den Eindruck vermitteln, der Busen würde "hängen".Generell
kann man davon ausgehen, dass der Abstand zwischen BH und Gürtel
immer größer sein sollte als zwischen BH und Schulter
- . Dabei sollte man berücksichtigen, dass beim Tanzen durch
die Körperwärme, den Schweiß und die Belastung
die Träger immer noch ein wenig nachgeben und länger
werden.
Je
nachdem, wo man die Träger vorne und hinten am Oberteil befestigt,
werden die Träger natürlich wieder kürzer oder
länger. Näht man die Träger im Rückenteil
an, sollte man folgdes beachten:
Setzt man die Träger mehr nach außen, werden die Träger
länger. Näht man sie eher enger zusammen, verkürzen
sich die Träger. Damit die Träger gut halten und nicht
die Tendenz haben über die Schulter zu rutschen, sollten
sie hinten immer leicht nach innen laufen.
Wenn Du die Träger fertig angenäht
hast, kommt der große Moment: Passt alles? Sitzt es wie
gewünscht? Hier ein paar Tipps, anhand derer man bei der
Anprobe überprüfen kann, ob die Träger kurz genug
sind:
Schließe den BH im Rücken und
streife die Träger locker über die Arme (aber noch locker
nach unten hängen lassen). Jetzt ziehe den BH so weit nach
oben, bis er richtig sitzt. Nun probiere die Träger über
die Schultern nach oben zu ziehen. Wenn Du das Gefühl hast,
sie sind sehr eng und straff und Du kannst sie gerade noch über
die Schulter streifen, sitzen sie richtig.
Andere Möglichkeit: Probiere den BH
an und versuche dann, die Brust vorne hochzuheben. Ist dies problemlos
möglich, sollten die Träger noch etwas gekürzt
werden.
Auch wenn die Träger in der richtigen
Länge angenäht sind, kann es sein, dass das Oberteil
noch nicht optimal sitzt. Vielleicht liegen die Cups zu sehr an
oder stehen ab, der BH steht seitlich ab oder die Körbchen
sind einfach zu klein? Dann können die folgenden Problemlösungen
vielleicht weiterhelfen:
BH-Passform
- Häufige Problemfälle und Lösungen
Oberteil auspolstern
Solange man es nicht übertreibt, ist bei einer kleineren
Oberweite ein bisschen schummeln immer erlaubt. In Ägypten
polstern häufig selbst Tänzerinnen mit großer
Oberweite ihre BH´s noch etwas aus - nicht zuletzt deshalb,
weil die festen Oberteile die Brust auch oft optisch kleiner erscheinen
läßt. Zum Auspolstern hat man verschiedene Möglichkeiten:
Man kann Watte, normale Schaumstoffteile, Schulterpolster (schon
teurer) oder richtige Brustpolster (richtig teuer, aber dafür
auch toll in der Form, erhältlich im Kurzwarengeschäft
oder Sanitätsfachhandel) nehmen.
Wer mag, kann auch aus einem Futterstoff in Kostümfarbe ein
kleines ovales Täschchen nähen und dieses dann mit Watte
füllen (danke an Shirin-Yasar
für diesen Tipp).
Ich plädiere grundsätzlich dafür, die Polster lieber
fest innen unter dem Futterstoff im Oberteil einzunähen (Ausnahme
siehe unten), da dies einfach sicherer ist (es gab auch schon
peinliche Fälle, bei denen sich BH-Polster während des
Tanzens selbstständig gemacht haben). Ich würde die
Polster hautfarben oder in der Kostümfarbe wählen. Um
einen Push-up-Effekt zu erzielen, werden die Polster einmal seitlich
außen in den Körbchen (drückt den Busen nach innen)
sowie im unteren/mittleren Bereich der Cups platziert (drückt
den Busen nach oben). Die Polster sollten wenn irgend möglich
nicht ganz bis zum oberen BH-Rand gehen, da man sonst Gefahr läuft,
dass die Auspolsterung von oben zu sehen ist. Also Futterstoff
auftreffen, Polster platzieren und evtl. mit einigen Stichen fixieren
und Naht wieder schließen.
Tipp: Wenn Deine Oberweite hormonell bedingt mal weniger und mal
mehr ist, kannst Du die Polster auch mit zwei oder drei Druckknöpfen
an der Innenseite am Futter befestigen. Bei Bedarf kannst Du sie
so schnell entfernen oder wieder befestigen - wie Du es gerade
benötigst.
Oberteile vergrößern
Ist Deine Oberweite eher üppig, hast Du wahrscheinlich häufiger
das Problem, dass die Cups eigentlich zu klein für Dich sind.
In diesem Fall kannst Du die Körbchen vergrößern,
indem Du am oberen Rand ein Stück Stoff (z.B. das Haarband)
oder eine Borte ansetzt.
Körbchen schneiden oben ein / sind
zu klein (Brust quillt raus):
In diesem Fall müssen die Träger weiter nach außen
gesetzt werden, so dass der obere BH-Rand etwas mehr nach vorne
kippt und dem Busen mehr Platz läßt (Balkon-Form).
In diesem Fall wird das Dekollté allerdings auch etwas
freizügiger (Tipps, was man dagegen tun kann, weiter unten),
so dass man darauf achten sollte, dass dennoch alles am rechten
Fleck bleibt.
Körbchen stehen ab / sind zu gross
(zwischen Cups und Brust ist zuviel Luft):
In diesem Fall müssen die Träger etwas mehr nach innen
versetzt werden, wodurch der obere BH-Rand mehr zur Brust gezogen
wird und enger anliegt.
Unterbrustweite ist zu klein, BH geht
nicht zu
Hier kann man entweder vorne einen breiteren Mittelteil zwischen
die Körbchen setzen (es darf jedoch nicht zuviel sein, sonst
sind die Körbchen zu weit auseinander). Oder man setzt hinten
im Rückenteil, wo der Verschluß hinkommt, ein Stück
an. Hat man ein Stirnband oder einen Handschmuck zum Kostüm,
den man nicht braucht, kann man diese gut nehmen.Oder man nimmt
farblich passenden Stoff und bestickt diesen selbst ein bisschen.
BH steht seitlich ab: In diesem
Fall ist der BH wahrscheinlich für eine etwas größere
Brust ausgelegt. Abhilfe: Von innen seitlich neben den Cups ein
breites Gummiband straff in den BH einnähen und mit Kreuzstich
fixieren. Dadurch zieht sich die Stelle zusammen (siehe auch:
Gürtel steht seitlich ab).
BH rutscht im Rücken hoch:
In diesem Fall ist oft die Unterbrustweite zu groß eingestellt,
in diesem Fall also einfach enger nähen. Bei Bustier-Oberteilen
hatte ich jedoch auch schon den Fall, dass die Unterbrunstweite
schon so eng genäht war, wie es nur ging, und dennoch das
Rückenteil hoch rutschte. In diesem Fall liegt es meist daran,
das das Rückenteil des BHs und/oder die Träger zu elastisch
sind. In diesem Fall hilft nur: Alle Teile gegen nicht-elastisches
Material austauschen. Wie man das macht, kannst Du bei Nadyas
Nähtipps unter dem Stichwort "Oberteile" nachlesen.
BH liegt vorne nicht fest unter dem
Busen an, rutscht vorne hoch:
In diesem Fall ist ebenfalls die Unterbrustweite zu groß
eingestellt, evtl. sind auch die Träger zu kurz geraten.
Abhilfe: Unterbrustweite enger nähen, Träger evtl. länger
einstellen.
Träger schneiden in die Schulter
ein:
Hier sind die Träger im Vergleich zum Gewicht, das sie tragen
müssen, zu dünn. Abhilfe: Breitere, weiche Träger
zusätzlich unter die normalen Träger nähen.
Träger rutschen seitlich runter:
Dies kann zwei Ursachen haben: Bei der seitlichen Trägervariante
kann dies dadurch kommen, dass sie Träger hinten am Oberteil
etwas zu weit außen angenäht sind. Wenn man diese hinten
etwas weiter zu Mitte (Verschluß) hin befestigt, dürfte
das Problem gelöst sein.
Außerdem tritt dieses Problem oft auf, wenn man die doppelte
Trägervariante seitliche Träger plu Mittelträger
im Nacken zu schließen wählt. Wenn der Mittelträger
im Nacken gut sitzt, rutschen nämlich oft die seitlichen
Träger herunter. Lösung: Ich habe in diesen Fällen
beim Nackenträger hinten in der
Mitte ein kleines Stück festes Gummiband eingesetzt (sieht
keiner, da die Stelle ja ohnehin später von den Haaren verdeckt
wird). So sitzt der der Mittelträger straff, ohne einzuschneiden
und die seitlichen Träger bleiben an Ort und Stelle.
Oberer oder
unterer BH-Rand stehen stellenweise ab:
In diesem Fall kann es sein, dass die Körbchen vorne
durch den Mittelsteg nicht an der richtigen Stelle verbunden sind.
Am besten mal die Körbchen per Hand in die eine oder andere
Richtung kippen und beobachten, ob sie so besser sitzen. Ist dies
der Fall, den Mittelsteg heraustrennen und an der gewünschten
Position wieder annähen.
Körbchen
stehen zu weit auseinander:
In diesem Fall muss der Mittelsteg verkürzt werden. Den
Mittelsteg raustrennen und enger zusammensetzen, dabei ist es
meist vorteilhaft, wenn man unten einen grösseren Abstand
nimmt als oben. Alternativ kann man auch den Mittesteg komplett
rausnehmen und die Körbchen direkt zusammen nähen.
Körbchen
stehen zu eng zusammen:
Hier kann man evtl. selbst ein breiteres Mittelteil dazwischen
setzen - vielleicht ein Stück vom Stirnband, oder man nimmt
farblich passenden Stoff und bestickt diesen selbst ein bisschen.
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