Buchbesprechung

"Bauchtanz"

Titel: Bauchtanz - Der sanfte Weg zu einem besseren Körpergefühl
Autoren: Dolphina
ISBN: ISBN: 3831007802
Verlag: Dorling Kindersley
Ausgabe:

Broschiert - Erschienen September 2005

Djamilas Bewertung:

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Inhalt:

Dieses Buch versteht sich als Unterrichtsbuch, d.h. der Schwerpunkt liegt auf dem Zeigen, Vermitteln und Erklären der einzelnen Tanzbewegungen. Diese sind in insgesamt 3 Stufen aufgeteilt. Innerhalb dieser Stufen werden die verschiedenen Arm-, Oberkörper und Hüftbewegungen zuerst erklärt und anschließend ein einer "Tanzübung" aneinander gehängt und miteinander verbunden.

Im Eingangsteil gibt es zusätzlich einige Informationen über die Geschichte des Orientalischen Tanzes und welche Vorteile er bietet (Fitneß- und Spaßfaktor). Zusätzlich gibt es Tipps zum Üben sowie einige Dehnübungen. Den Abschluß des Buches bildet das Kapitel "Bauchtanz - Lifestyle" - in dem man Informationen über Kostüme, Musik, Auftritte und Bauchtanzstile findet. Eine Auflistung von verschiedenen Bezugsquellen rundet das Buch ab.

Was mir gut gefallen hat:

Nimmt man das Buch zur Hand und wirft einen Blick hinein, fallen einem als erstes die vielen Fotos auf. Das Layout des gesamten Buches ist sehr ansprechend und professionell gemacht, die Gestaltung übersichtlich und schnörkellos, die Fotos sehr schön und von hervorragender Qualität.

Positiv ist mir auch gleich die Kleidung der Tänzerinnen auf den Fotos aufgefallen: Top, Leggins und Hüfttuch. Nicht nur hieran merkt man, daß Dolphina auch oder hauptsächlich als Fitnesstrainerin tätig ist. Die Outfits sind weitgehend schnörkellos aber doch schön, und vor allem zweckmäßig, da man die Bewegungen so wirklich gut sehen kann. Die Fotos sind an unterschiedlichen Locations aufgenommen (teils im Studio, teils am Strand) und vermitteln viel Atmosphäre, ohne dabei vom Wesentlichen abzulenken.

Gut gefallen hat mir auch die Einführung in das Thema Orientalischer Tanz und die Tipps zum Üben und zur Nutzung des Buches sowie das Aufzeigen von möglichen Fehlerquellen, die der Selbstkorrektur dienen sollen. Auch die Bezugsquellen sind im Vergleich zu anderen Büchern recht umfangreich: Auf 3 Seiten findet man findet man hier interessante Internetadressen zu Musik, Fachzeitschriften, Literatur bis hin zu weiteren Informationsquellen.

Was mir weniger gut gefallen hat:

Auch dieses Buch macht leider wieder den weitverbreiteten Fehler, Dehnübungen mit Aufwärmen gleichzusetzen. So wird empfohlen, zum Aufwärmen jeweils den "Gruß der Göttin" auszuführen, einer Abfolge verschiedener Dehnübungen, die jedoch weder als besonders effektiv (da die Muskulatur kaum gedehnt wird), noch als besonders sinnvoll betrachtet werden kann. Der Hinweis auf ein Cardio / Kreislauf-Warmup vor den Dehnübungen fehlt komplett. Fazit: So kann man sich höchstens mental auf das Training einstellen.

Das Verwirrendste des ganzen Buches war für mich die Reihenfolge der gezeigten Tanzbewegungen: Statt mit Hüftbewegungen startet man zuerst mit Armen , dann folgen Oberkörper und erst danach die Hüfte. Erst nach 5 Grundbewegungen (darunter Schlangenarme als dritte Bewegung ganz am Anfang !!!) folgt als sechstes schließlich die erste Hüftbewegung: Eine unisolierte Hüftwippe mit Horizontale, die als Hüftschwung bezeichnet wird. Das Problem der fehlenden Isolation und Zentrierung setzt sich leider fast ausnahmslos durch das gesamte Buch fort. Ob Hip Pop, Hip Lift oder kleiner Hip Circle - einen Hinweis, dass es ein Unterschied ist, ob man das Becken auf einer Ebene verschiebt oder eben wippt oder kippt, sucht man vergeblich.

Ein weiterer Negativpunkt ist die Beinstellung bei verschiedenen Tanzfiguren: Sie ist z.B. beim großen Hüftkreis sowie bei der Hüftschleife und Maya viel zu groß und viel zu weit, die Bewegungen können so nicht korrekt ausgeführt werden und sehen dadurch plump und unelegant, ja schon fast grotesk aus.

Die Idee der Tanzsequenzen, in denen die gezeigten Bewegungen miteinander verbunden werden, ist zwar grundsätzlich gut, scheitert jedoch in der Praxis, da keinerlei Erklärung zu Geschwindigkeit und Tempo sowie passender Musik gegeben wird. Auf den Fotos wirkt das Ganze daher auch eher wie eine Abfolge GymnastischerÜbungen denn wie ein Tanz.

In den Tanzübungen der Stufe drei wird zusätzlich der Schleier als Tanz-Accessoires eingeführt, jedoch werden keine Schleierfiguren gezeigt, sondern der Schleier lediglich in der Hand gehalten und die bisherigen Bewegungen lediglich mit verschiedenen Armpositionen umrahmt.

Ebensfalls sehr irritiert hat mich auch die "denglischen" Bewegungsbezeichnungen, die verwandt werden. Einmal wird von Hüftschwung und Hüftshimmy gesprochen, denn wieder von Hip Pop, kleinem Hip Circle und Hip Camel. Die Oberkörperbewegungen werden als Chest-Lift, Chest-Circle usw. bezeichnet. Ob jedem Leser klar ist, dass mit Chest Slide ein einfaches Verschieben des Oberkörpers gemeint ist? Jedenfalls dürfte das deutsche-englische Mischmasch bei den Bewegungsbezeichnungen selbst bei entsprechenden Vorkenntnissen nicht gerade für Klarheit, sondern eher für Verwirrung sorgen.

Zusammenfassung:

Dolphina legt den Schwerpunkt ihres Buches ganz klar eher auf Fitneß denn auf Tanz. Dagegen ist zunächst einmal nichts einzuwenden, wenn die gezeigten Übungen denn auch wirklich etwas für die Fitneß bringen würden. Dieses Gefühl stellt sich aber nicht ein. Ins Schwitzen dürfte man bei den gezeigten Bewegungen jedenfalls kaum kommen. Statt dessen wird mit Bezeichnungen wie "Work Out der Göttin" und der Entdeckung der "Göttin in mir" der spirituelle Faktor betont. Eine exotische Tanzform, gemischt mit Fitneß und ein wenig Esoterik - eine Mischung, die sich zweifelsohne zumindest in den USA gut verkaufen lassen sollte. Zum Tanzen lernen ist sie jedoch weitestgehend ungeeignet.

Auch wenn man sich bei den Bewegungserklärungen viel Mühe gegeben hat und die Fotos und Gestaltung durchweg sehr schön ist, kann dies doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vermittelten Inhalte keinem wirklichen Konzept folgen und unzureichend sind. Daher hat das Buch weder für reine Anfänger einen praktischen Nutzen, noch könnten Frauen mit Vorkenntnissen davon profitieren. Da helfen auch die Referenzen von Dolphina, die laut Klappentext bereits Salma Hayek, Minnie Driver, Heather Locklear und Pamela Anderson unterrichtete, nicht weiter. Fazit: Leider noch ein Buch, das die Bauchtanzwelt nicht braucht. Daher auch die Bewertung: Nur ein Stern.

Djamila

 

 

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