Bauchtanz-Stars: Kurzportraits & Infos über berühmte Orientalischen Tänzerinnen gestern und heute - Kurz-Biographie, Fotos, Infos, Links, Videoclips
Stars des Orientalischen Tanzes gestern und heute
Möchte man sich ernsthaft mit dem Orientalischen Tanz auseinandersetzen, gehört es mit dazu, sich mit den großen, bekannten TänzerInnen und Namen zu beschäftigen, die den Tanz in der Vergangenheit wie auch heute maßgeblich geprägt haben.
Leider ist in der Vergangenheit immer öfter zu beobachten, dass dieses Wissen bei vielen Schülerinnen mehr und mehr in den Hintergrund tritt. Woher hat also der Suheir-Saki-Step seinen Namen? Was ist der Reda-Stil? Diese Seite soll einen Überblick über die bekanntesten Namen und Stars des Orientalischen Tanzes von gestern und heute geben. In Kurzform wird jede Tänzerin/Choreograph/in vorgestellt und Hinweise auf weiterführende Informationen gegeben. Das Internet macht es außerdem möglich, dass man von der einen oder anderen Tänzerin auch Videoclips anschauen kann, um einen Eindruck vom jeweiligen Stil zu bekommen und die Stars direkt "in action" zu erleben. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Entdecken!
Amani wurde in Hamat im Norden des Libanon geboren und begann als Teenager mit dem Tanz. 1987 entschloß sie sich schließlich, als professionelle Tänzerin zu arbeiten. Bedingt durch die Schwierigkeiten durch den Bürgerkrieg in ihrem Heimatland arbeitete sie nicht nur im Libanon, sondern auch viel im Ausland. Heute gilt sie als die bekannteste libanesische Tänzerin unserer Zeit. Ihr Stil ist - wie bei vielen anderen libanesischen Tänzerinnen auch - von Nadia Gamal beeinflußt und beinhaltet auch viele westliche Elemente. Sie hat verschiedene CDs/DVDs auf den Markt gebracht und organisiert jährlich ein Festival für orientalischen Tanz im Libanon.
Badia Masabni war Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin und gilt als "Mutter" vieler bekannter Tänzerinnen des goldenen Zeitalters, wie Samia Gamal, Tahia Karioka etc.
1940 eröffnete sie in Kairo das berühmte Casino Badia, für das sie Künstler aus dem gesamten arabischen und europäischen Ausland holte. Neben einer Tanzgruppe, deren Programm eher westlich orientiert war und für die eigens ausländische Choreographen engagiert wurden, repräsentierten die Solistinnen eher den ägyptischen Tanz, hier jedoch erstmals im "Bühnenstil", den wir heute als Cabaret-Stil kennen.
Durch den zweiten Weltkrieg, politische Unruhen und den zunehmend schlechten Ruf des Tanzes und der Nachtclubs hatte Badia ab 1945 zunehmend mit finanziellen Problemen zu kämpfen und konnte nicht mehr an das goldenen Zeitalter ihres Casinos anknüpfen. In den 1950er Jahren kehrte sie schließlich Kairo den Rücken und kehrte nach Beirut zurück, wo sie am 23. Juli 1976 starb.
Dina wurde 1966 in eine Mittelstands-Familie geboren und von Ibrahem Akef (Onkel von Naima Akef) und Raqia Hassan unterrichtet. Zunächst vor allem für ihre extravagant und zum Teil sehr gewagten Kostüme berühmt und berüchtigt, hat auch ihr Tanzstil mit seinen knackigen, akzentuierten und feinen, kleinen Bewegungen neue Trends innerhalb des orientalischen Tanzszene gesetzt. Heute gehört sie zu den heutigen Topstars und absoluten Spitzenverdienern der orientalischen Tanzszene in Ägypten. Oft kopiert, nie erreicht gilt sie nach wie vor als Trendsetterin in Sachen Kostümmode und Tanzstil, sorgte in den vergangenen Jahren aber auch für jede Menge Skandale und Schlagzeilen.
Fifi wurde in Meet Abouel Kom, einen kleinen Dorf nördlich von Kairo geboren, ging jedoch sehr früh nach Kairo, wo sie in den 70er Jahren ihre unvergleichliche Karriere begann. Seit den 80er Jahren gilt sie als eine der bekanntesten und bestbezahltesten Tänzerinnen Ägyptens und wirkte außerdem in zahlreichen Filmen mit. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, aber mit einem untrüglichen Geschäftssinn ausgestattet, zählt sie heute zu den reichsten und mächtigsten Frauen Ägyptens. Die amerikanische Tänzerin Shareen el Safy sagte einmal über sie "Fifi is a real party girl" und diese Bezeichnung trifft es meines Erachtens sehr genau. Ihr Stil ist locker, erdig, und mit viel Power. Bekannt ist sie vor allem für ihren Baladi. Fifi verfügt über eine starke Bühnenpräsenz - sie liebt es, richtig Stimmung zu machen und ist sozusagen die geborene Show-Frau.
Lucy stammt aus dem Viertel der Mohammed-Ali-Strasse und ist bis heute stolz auf ihre Wurzeln. Sie gilt neben Dina und Fifi Abdou zu den Topstars der heutigen orientalischen Tanzszene in Ägypten.
Sie ist nicht nur als Tänzerin aktiv, sondern singt auch und wirkte in zahlreichen Fernsehserien mit. In ihren Shows - sie tritt regelmäßig im Parisianna auf (einem Nachclub auf der Pyramidenstrasse, der ihrem Mann gehört) - zeigt sie nicht nur Raqs Sharqi, sondern auch Folklore und integriert speziell in den letzten Jahren auch vermehrt westliche Elemente.
Mahmoud Reda ist der Begründer des ersten ägyptischen Folklore-Ensembles, der weltweit bekannten Reda-Gruppe, die insgesamt in 58 Ländern aufgetreten ist. Über Jahre hinweg hat er vor Ort die verschiedenen ägyptischen Folklore-Tänze studiert und diese in leicht adaptierter Form auf die Bühne gebracht. Solotänzerin des Ensembles war die bekannte Tänzerin Farida Fahmi, auch die bekannte ägyptische Choreographin Raqia Hassan ging aus der Reda-Gruppe hervor. Mahmoud Reda unterrichtet bis heute sowohl in Ägypten wie auch weltweit. Sein typischer, vom Ballett geprägter Tanzstil hat viele TänzerInnen geprägt und ist heute als Reda-Stil bekannt. Für seine herausragende Arbeit und besonderen Verdienste um die ägyptische Folklore wurde er mehrfach von verschiedenen arabischen Ländern und Institutionen ausgezeichnet: 1967 Ägypten "Order of Arts and Science", 1965 Stern von Jordanien, 1973 "Order of Tunisia", 1999 International Dance Committee / Unesco und Mai 2001 International Conference on Middle Eastern Dance. (Text von www.bellypedia.de)
Mona Said zählte ebenfalls in den 70er/80er Jahren zu den großen Namen der orientalischen Tanzszene.
Ihr Stil war elegant und kraftvoll. Tahia Karioka nannte sie einmal "The princess of raks sharki". In Kairo arbeitete sie in zahlreichen 5-Sterne-Hotels und beeinflußte zahlreiche damalige und heutige Tänzerinnen.Viele Jahre lebte sie außerdem in London, wo sie einen großen arabischen Nachtclub führte, in dem sie auch regelmäßig auftrat und der zum Treffpunkt des arabischen Jet-Set avancierte. Nach einem kurzen Come-Back Anfang der 90er Jahre zog sie sich danach endgültig von der Bühne zurück. Mona lebt und unterrichtet bis heute in Kairo.
Nadia Gamal (nicht zu verwechseln mit Samia Gamal) war eine, wenn nicht sogar die bekannteste libanesische Tänzerin. Wie viele andere begann auch sie ihre Karriere im Casino von Badia Masabni, ging dann aber in den Libanon.
Neben orietalischem Tanz studierte sie auch Ballet, Modern Dance und Jazz und ließ Elemente davon in ihren Tanz einfließen. Nadia Gamal gilt bis heute als Vorbild vieler Tänzerinnen und hat den libanesischen Stil nachhaltig beeinflußt.
Nadia Hamdi stammt aus einer der typischen Künstlerfamilien der Mohammed-Ali-Strasse und führte mit ihrem Tanz die Tradition der Awalim fort. Sie begann bereits in frühester Kindheit zu tanzen und wurde von ihrer Großtante und Großmutter unterrichtet. In ihrer Glanzzeit in den 70er/80er Jahren arbeitete sie in mehreren hochkarätigen Nachtclubs und 5-Sterne-Hotels in Kairo. Ende der 90er Jahre verabschiedete sich von der Bühne, unterrichtet aber bis heute noch. Ihr Tanzstil war stark vom Baladi beeinflußt. Berühmt wurde Nadia vor allem durch ihren spektakulären Leuchtertanz.
Nagua Fuad gehörte ebenfalls zu den bekanntesten Tänzerinnen der 70er/80er Jahre. Im Gegensatz zu Suheir, die eher den volkstümlichen, traditionellen Stil verkörperte, galt Nagua jedoch als typische Bühnen-Tänzerin, sowie als ebenso vielseitig wie innovativ. Durch ihre ausgefeilten Bühnenshows, für die sie eigens ein eigenes Ensemble gründete und sowohl Raqs Sharqi wie auch Folklore zeigte, verschaffte sie dem orientalischen Tanz Respekt und Anerkennung und galt viele Jahre als Liebling der Kairoer Gesellschaft. Die Meinungen über sie sind bis heute geteilt: Für die einen ist sie bis heute die "Queen of Bellydance", die anderen wiederum finden sie eindeutig zu "derb" und abschreckend unelegant. Im Laufe der Zeit arbeitete Nagua dabei mit verschiedenen Choreographen zusammen, deren Handschrift sehr deutlichen Einfluß auf ihre jeweilige tänzerische Entwicklung genommen hat.
Naima Akif wurde in eine Zirkus-Familie hineingeboren und begann bereits sehr früh mit dem Tanzen. Für viele berühmte Tänzerinnen war und ist sie bis heute ein großes Vorbild, so z.B. für Nagua Fuad und Fifi Abdou.Sie sang, tanzte und schauspielerte und wirkte in vielen Filmproduktionen mit. Zu ihren bekanntesten Filmen zählt "Tamr Henna" (die Hennablüte). 1957 wurde sie als beste Tänzerin bei einem Jugend-Folklore-Wettbewerb in Moskau ausgezeichnet. Ihr Stil war fein und elegant, niemals vulgär. 1964 beendete sie ihre Bühnenkarriere, um sich fortan um ihren Sohn und ihre Familie zu kümmern. Naima Akif starb am 21. April 1966 leider viel zu früh an einem Krebsleiden - im Alter von nur 27 Jahren.
Nesrin Topkapi zählte in den 80er Jahren zu den bekanntesten Tänzerinnen der Türkei und stammt aus einer Künstlerfamilie (Mutter Tänzerin, Vater Schauspieler). Nesrin gilt als eine der wenigen - wenn nicht als die einzige Tänzerin, die in der Türkei aufgrund ihrer künstlerischen Arbeit gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung fanden und genießen.
Nachdem sie einige Jahre in London gelebt und sich dort bereits einen Namen gemacht hatte, kehrte sie in die Türkei zurück.
1979 trat Istanbuls Tanzstar als erste Tänzerin öffentlich im Fernsehen auf, was zu überregionaler Bekanntheit und Popularität in der Türkei führte.Nesrin zog sich in den 80er Jahren aus dem Showgeschäft zurück, unterrichtet aber bis heute in Istanbul Orientalischen Tanz an der Universität und ihn ihrem eigenen Studio.
Raqia war erhielt ihre grundlegende Technik als Mitglied der Reda-Truppe (im Ensemble und als Solo-Tänzerin). In den 70er/80er Jahren trainierte sie bereits mehrere berühmte Tänzerinnen und entwarf für diese Choreographien, darunter u.a. Azze Sherif, Mona Said, Nelly Fuad und in den 90er Jahren dann Dina.
Heute ist sie Organisatorin des Ahlan-Wa-Sahlan-Festivals in Kairo und eine weltweit gefragte Choreographin und Dozentin für den modernen ägyptischen Stil. Daneben hat sie mehrere Unterrichtsvideos herausgegeben.
Samia begann ihre Karriere in den frühen 40er Jahren im legendären Casino Opera von Badia Masabni, aus dem viele bekannte Tänzerinnen hervorgegangen sind. Sie wirkte in unzähligen Filmen mit, oft zusammen mit Farid el Atrache, einem bekannten Sänger und Komponisten, mit dem sie nicht nur eine enge künstlerische Zusammenarbeit, sondern auch eine langjährige Liebesbeziehung verband. Zu den bekanntesten Verehrern ihrer Tanzkunst zählte übrigens der ägyptische König Faruq. Samia Gamal war bekannt für ihre raumgreifenden Arabesquen und ausdruckstarken Armbewegungen. Ihr Stil war stets elegant, dabei weich und fließend.
Geboren und aufgewachsen in Mansoura und Alexandria, begann Suheir bereits im Alter von 11 Jahren als professionelle Tänzerin zu arbeiten. Zusammen mit Nagua Fuad über Jahre hinweg die Spitze der orientalischen Tanzszene und zählt bis heute zu den berühmtesten Tänzerinnen Ägyptens.
Wie kaum eine andere verkörperte sie das Bild der klassischen, traditionellen orientalischen Tänzerin und ist stark vom Baladi beeinflußt.
Suheir Saki soll die erste Tänzerin gewesen sein, die die Lieder der legendären Oum Kalsoum tänzerisch interpretierte.
Ihr Stil war klar, puristisch und von kleinen, präzisen Bewegungen gekennzeichnet. Anfang/Mitte der 90er Jahre zog sie sich endgültig von der Bühne zurück.
Auch Tahia begann wie Samia Gamal ihre Karriere als Gruppentänzerin bei Badia Masabni und arbeitete sich dann langsam als Solo-Tänzerin hoch. Im Gegensatz zu Samia galt Tahia mehr als Vertreterin des traditionellen Stils einer "Hanem", also einer vornehmen Dame oder echten Lady. Charakteristisch für sie waren vor allem ihre spannungsreichen, binnenkörperliche Bewegungen und ihre große Ausdruckskraft und Präsenz.
Tahia Carioca beendete ihre Tanzkarriere bereits im Alter von 32 Jahren, um dem Publikum in ihrer vollen Schönheit in Erinnerung zu bleiben, blieb aber dem Theater und Film bis zu ihrem Tod 1999 treu.
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