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Der
Orientalische Tanz in
der Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung
Dr.
med. Marion Spörl, Brüssel
Seit
einigen Jahren wird Orientalischer Tanz in Deutschland gezielt für
Schwangere angeboten. Die Kursgestaltung und das Kursleiterspektrum
sind jedoch sehr inhomogen. Teils sind es Hebammen oder Physiotherapeutinnen,
die Elemente des Orientalischen Tanzes in ihre Geburtsvorbereitungskurse
integrieren, teils sind es Lehrerinnen für Orientalischen Tanz,
die entweder aus persönlichem oder aber kommerziellen Interesse
Bauchtanzkurse für Schwangere anbieten. Trotz zahlreicher Probleme
bezüglich einer qualitativ hochwertigen, medizinisch korrekten
und den Bedürfnissen der schwangeren Frau gerechten Umsetzung,
bietet der Orientalische Tanz ein breites Spektrum positiver Effekte
unter dem Aspekt moderner Geburtsvorbereitung.
Bevor man nun hinterfrägt, welche Rolle der Orientalische Tanz
auf geburtshilflichem Sektor wahrnehmen kann, gilt es erst einmal
die Ziele der Geburtsvorbereitung zu kennen:
-
Schwangerschaftsgymnastik mit dem Ziel allgemeiner körperlicher
Ertüchtigung, Dehnung und Kräftigung der durch Schwangerschaft
und Geburt besonders beanspruchten Muskeln sowie Vorbeugung
und Linderung typischer Schwangerschaftsbeschwerden
-
Förderung von Körperwahrnehmung und Entspannung
-
Bewusstmachen verschiedener Atemtypen und Atemarbeit
- Bewältigung
von Ängsten werdender Mütter.
Positive
Effekte des Orientalischen Tanzes
Die
Vorteile, die der Orientalische Tanz im Rahmen der Geburtsvorbereitung
bietet, liegen im Training der durch Schwangerschaft und Geburt
beanspruchten Muskulatur, der allgemeinen Verbesserung der körperlichen
Leistungsfähigkeit sowie in der Förderung eines intensiven
Körper- und Selbstbewusstseins. Ein geschultes Körperempfinden
ist gerade für die schwangere Frau sehr wichtig. Wer gelernt
hat, in sich hineinzufühlen und auf die Signale des Körpers
zu achten, wer sich seiner physischen und psychischen Leistungsfähigkeit
bewusst ist, wird während der Geburt sich und seinem Körper
stärker vertrauen. Dadurch lassen sich Verkrampfungen aus Angst
und Unsicherheit und ein Gefühl des Ausgeliefertseins vermeiden.
Training
wichtiger Muskelgruppen
Der
Orientalische Tanz zählt wie beispielsweise auch der Hula auf
Hawai oder die Maori-Tänze der Bewohner Rarotongas
zu den hüftbetonten Tänzen.
Folglich sind es vorwiegend die beckennahen und an der Beckenbewegung
beteiligten Muskelgruppen, die durch das Tanzen gestärkt und
gedehnt werden. Häufiges Aufstellen und Abrollen der Füße
bei den verschiedenen Schrittarten und Bewegungen fördert durch
Aktivieren der Wadenmuskulatur als natürliche Venenpumpe den
Blutrückstrom aus den Beinen und kräftigt das Fußgewölbe.
Fließende Arm- und Handbewegungen regen die Zirkulation in
der oberen Extremität an. Eine Erläuterung zahlreicher
Orientalischer Tanzbewegungen in ihrer physiologisch korrekten Ausführung
und Wirkung auf den Bewegungs- und Stützapparat würde
den Rahmen dieses Artikels sprengen. Für alle Interessierten
sei auf das gleichnahmige Buch verwiesen: Marion Spörl,
Der Orientalische Tanz in der Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung,
Richard Pflaum Verlag, 2001. Quasi exemplarisch sollen die Grundhaltung
als Ausgangsposition vieler Bewegungen und das Hüftkreisen
als bekannte und einfache Hüftbewegung einen kleinen Einblick
in die Bewegungsvielfalt des Orientalischen Tanzes verschaffen:
Grundhaltung
Die Füße stehen parallel etwa hüftbreit auseinander,
das Körpergewicht ruht auf den Fersen, die Knie sind leicht
gebeugt, das Becken etwas aufgerichtet (dadurch Abflachung der
Lendenlordose), der Brustkorb ist angehoben, die Schultern hängen
locker herab, der Kopf ist geringgradig angehoben und der Blick
geradeaus, erwartungsvoll und offen. Eine Bauchtänzerin tanzt
den Ursprüngen entsprechend erdverbunden - nicht leichtfüßig
und entgegen den Gesetzen der Schwerkraft, wie es beim Ballett
der Fall ist. Ihre Körperhaltung soll Selbstbewusstsein ausstrahlen.
Wirkung:
Für
die Schwangere bietet allein diese veränderte Körperhaltung
zahlreiche positive Effekte. Aufgrund der Verlagerung des Körperschwer-
und Körpermittelpunktes während der Schwangerschaft
nach vorne, kommt es durch das kompensatorische Zurücklehnen
von Oberkörper und Kopf zu einer erhöhten Belastung
der Lendenwirbelsäule (Verstärkung der Lordose). Dies
führt häufig zu Schmerzen im Hals- und Lendenwirbelsäulenbereich.
Die Bauchdecken werden zunehmend passiv gedehnt.
Durch die oben beschriebene Haltung für den Orientalischen
Tanz wird ein Teil der aufzubringenden Haltearbeit von der Rücken-
auf die Bauchmuskulatur und die beiden Musculi glutaei maximi
übertragen. Die Bauchdecken sind weniger passiv gedehnt und
belastet. Der Körperschwerpunkt und somit ein Großteil
des Gewichts ruht nicht mehr vor sondern über dem Becken.
-
Da
Gluteal-, Bauch- und Beckenbodenmuskulatur kooperieren, kommt
es zu einer gewissen Grundspannung und Straffung des Beckenbodens,
wodurch Senkungs- und Inkontinenzproblemen vorgebeugt wird.
-
Die
Beinstellung mit leicht gebeugten Knien bewirkt eine Beanspruchung
der Oberschenkelmuskulatur, v.a. des Musculus quadriceps femoris.
Eine Stärkung dieser Muskeln ist für die Schwangere
angesichts der steten Zunahme des Körpergewichts sehr hilfreich
und besonders dann erforderlich, falls sie zu 'alternativen'
und somit hauptsächlich vertikalen Gebärpositionen
tendiert.
-
Durch
den aufrechten Oberkörper und die bewusste Streckung im
Bereich der oberen Brust- und Halswirbelsäule kann sich
die Lunge frei entfalten. Dies garantiert eine optimale Sauerstoffversorgung
für Mutter und Kind. Es handelt sich um eine aktive Haltung,
bei der durch Muskelarbeit Bänder und Gelenke entlastet
werden.
Hüftkreisen
Beim Hüftkreisen kreist die Hüfte in einer horizontalen
Ebene. Das Becken sollte nicht gekippt werden, das bedeutet keine
Hyperlordose der LWS beim Zurückschieben der Hüfte.
Das Kreisen wird durch ein Verschieben der Hüfte mit gleichzeitiger
Gewichtsverlagerung auf einer imaginären horizontalen Kreisbahn
erreicht. Wird die Hüfte nach vorne geschoben, verlagert
sich das Körpergewicht auf die Fußspitzen; befindet
sie sich hinten, ruht das Körpergewicht auf den Fersen. Das
Gleiche gilt für das seitliche Verschieben der Hüften.
Das Körpergewicht wird entsprechend der Hüftverlagerung
vom rechten oder linken Fuß getragen. Die vier Hauptrichtungen
- vorne, links, hinten, rechts - werden dann zu einer Kreisbahn
verbunden. Beim Hüftkreisen ist die Regel der Isolationsbewegung
gelockert (v.a. bei sehr großen Kreisen) und ein Gegensteuern
des Oberkörpers aus Gründen der Balance erlaubt. Dies
gilt besonders für die Hochschwangere, wegen des nach vorne
verlagerten Körperschwerpunktes und des großen Bauchumfanges.
Mit völlig fixiertem Oberkörper würde der Bauch
beim Zurückschieben der Hüfte zwischen Becken und Brustkorb
eingeengt werden, beim Vorschieben der Hüfte überdehnt.
Wirkung:
Bei der Kraftaufwendung beteiligt sind Bauch- und Rückenmuskulatur,
Hüftstrecker und -beuger, Hüftabduktoren und -adduktoren.
Es kommt zu einem wechselseitigen Dehnen und Anspannen der betroffenen
Muskeln.
In der heutigen Geburtsvorbereitung findet man im Bewegungsrepertoire
bereits viele Bewegungen, die Elemente des Orientalischen Tanzes
darstellen. Neben dem Hüftkreis sind dies z.B. der Beckenkreis,
das Hüftwippen in vertikaler Ebene oder das Hüft- bzw.
Beckenkippen in der Sagittalebene. Dies spricht für die wohltuende
Wirkung dieser Bewegungen.
Veränderung
der Körper- und Selbstwahrnehmung
Da Tanz ein Medium darstellt, dass eine Verbindung zwischen der
somatischen und psychischen Bewusstseinsebene schafft, ist er eine
der ältesten Formen, um starke emotionale Reaktionen, positive
wie negative, zu verarbeiten. Bei Naturvölkern findet man Tänze
zu allen bedeutenden Lebensereignissen, wie z.B. Geburtstänze,
Totentänze, Tänze anlässlich bestimmter Bräuche
oder zur Verehrung von Göttern. Heutzutage tendieren viele
Menschen unserer Gesellschaft zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise
des Organismus und der Psyche. Die zunehmende Bedeutung des Sports,
die Hinwendung zu fernöstlichen Entspannungs- und Mediationsformen
wie Yoga oder Tai Chi, die stärkere Gewichtung der Psychosomatik
in der Medizin und vieles mehr sind Folgen einer Suche nach dem
verlorenen Wissen über die Einheit zwischen Körper und
Geist. Beim Orientalischen Tanz, der als individueller Tanz nicht
einem fest vorgegebenen Schema folgt, sind Kreativität und
Eigeninitiative gefordert. Im Tanz spiegelt sich die momentane psychische
Verfassung wider.
Viele Frauen haben Angst davor, während der Geburt die Kontrolle
über ihren Körper zu verlieren und anderen ausgeliefert
zu sein. Dies liegt meist an einem mangelnden Körperbewusstsein
und Vertrauen in die eigene physische und psychische Leistungsfähigkeit.
Das Tanzen zwingt zur Beschäftigung mit dem eigenen Körper.
Die Wahrnehmung der konsekutiven somatischen Veränderungen
beeinflusst wiederum die Psyche der Frau. Sie erfährt die Grenzen
ihrer Beweglichkeit und Kondition, lernt jedoch zugleich, diese
durch gezieltes Training zu erweitern. Sie ist sich somit der aktuellen
Leistungsfähigkeit ihres Körpers bewusst und kann ihm
dadurch mehr Vertrauen entgegenbringen - ein wichtiger Aspekt zur
Vermeidung von Versagens-ängsten während der Geburt.
Da der Orientalische Tanz vorwiegend durch isolierte Binnenbewegungen
charakterisiert ist, erlangt die Frau durch das Erlernen der Kontrolle
über einzelne Muskelgruppen und die Fähigkeit
zu willentlichem An- und Entspannen ein erweitertes Körperbewusstsein.
Ein sensibilisiertes Körpergefühl kommt dabei v.a. der
schwangeren Frau zugute, aufgrund der starken körperlichen
Veränderungen im Verlauf von Schwangerschaft und Geburt.
Durch
die Betonung der weiblichen sekundären Geschlechtsmerkmale,
wie Hüften, Brüste oder Haare (letzteres v.a. durch die
Handhaltung), fordert und fördert der Orientalische Tanz die
Auseinandersetzung der Frau mit ihrer bisherigen Auffassung von
Weiblichkeit, Erotik und Rollenverständnis. In der Hinwendung
zum eigenen Körper liegt der erste Schritt zur Selbstwahrnehmung
und Selbstakzeptanz. Manche Schwangere fühlen sich unförmig
und unattraktiv. Ein gestärktes Selbstbewusstsein hilft
bei der Akzeptanz der körperlichen Veränderungen als Ausdruck
weiblicher Fruchtbarkeit. Gefühle, wie Stolzsein auf den Bauch
und das Kind darin oder Attraktivitätsbewusstsein trotz dickem
Bauch, werden geweckt. Die Konzentration auf Becken, Hüften
und Bauch beim Tanzen bewirkt zudem eine bewusste Hinwendung
zum Kind, das darin heranreift. Dies und die späteren Reaktionen
des Kindes auf die Tanzbewegungen unterstützen eine intensive
Beziehung zwischen der Schwangeren und ihrem Kind.
Auch der Musik beim Orientalischen Tanz kann eine psychologische
Wirkung zugerechnet werden. Musik kann unterschiedlichste körperliche
und emotionale Reaktionen bewirken, sie kann aggressiv machen und
Verspannungen provozieren, eine traurige oder euphorische Stimmung
hervorrufen, sie kann beruhigen, entspannen, hypnotisieren oder
anregen. Dies ist bei der Auswahl der Musik für das Tanzen
mit Schwangeren zu berücksichtigen.
Atmung
Einer
der wichtigsten Punkte heutiger Geburtsvorbereitung ist das Erlernen
unterschiedlicher Atemtypen und ihr richtiger Einsatz während
der verschiedenen Phasen der Geburt. Für sämtliche Geburtsvorbereitungsmethoden
ist gerade die Atmung so bedeutend, weil sie sowohl vegetativ als
auch willentlich gesteuert wird und dadurch eine bewusste Einflussnahme
der Psyche auf das Vegetativum möglich ist.
Der
Orientalische Tanz kann das aktive Arbeiten an der Atmung nicht
ersetzen. Dennoch ist er in vielerlei Hinsicht beim Erspüren
und Regulieren des körpereigenen Atemablaufs hilfreich.
Beim Orientalischen Tanz lernt die Frau, einzelne Muskel-gruppen
isoliert zu innervieren, u.a. auch die Atemhilfsmuskulatur, das
Zwerchfell und die Bauchmuskulatur. Dies erhöht ihre Sensibilität
für diese am Atemablauf beteiligten Muskelgruppen und ermöglicht
ihr dadurch bei aktiver Hinwendung ein besseres Erspüren und
Modulieren des Atemvorgangs. Zudem
ist gerade bei diesem Tanz mit seinen zahlreichen, z.T. recht anstrengenden
isolierten Bewegungen eine ruhige, den jeweiligen Bewegungen angepasste
Atmung äußerst wichtig, um Muskelkrämpfe in Form
von Seitenstechen, schnelle Erschöpfung oder auch Hyperventilation
zu vermeiden. Dies gilt besonders für Übungen, bei denen
auch die Atemhilfsmuskulatur eingesetzt wird, wie z.B. beim Brustkorbheben
und -senken, der Brustkorbwelle oder dem Kamelgang.
Mögliche Gefahren
Auch wenn häufig auf die Wurzeln des Orientalischen Tanzes
in altertümlichen Fruchtbarkeits- und Geburtstänzen verwiesen
wird, darf nicht vergessen werden, dass der Tanz, so wie er heute
präsentiert wird, einen Jahrhunderte langen und multikulturellen
Einflüssen ausgesetzten Entwicklungsprozess durchlaufen hat.
Mit archaischen Ritualtänzen hat er nur noch wenig gemeinsam.
Nicht alle Bewegungen des heutigen Tanzspektrums sind für die
schwangere Frau geeignet. Manche (v.a. Bodentanzfiguren oder z.B.
seitliches Kopfgleiten) sind sehr belastend für Bänder
und Gelenke, andere können vorzeitig Wehen auslösen (z.B.
extreme Shimmys). Zudem kann ein und dieselbe Bewegung zu unterschiedlichen
Zeitpunkten der Schwangerschaft verschiedene Wirkungen haben oder
von zwei Schwangeren im gleichen Schwangerschaftsstadium unterschiedlich
empfunden werden. Kriterien bei der Auswahl adäquater Bewegungen
für einen auf Schwangere abgestimmten Orientalischen Tanzkurs
sind die Tanzerfahrung der Frauen, d.h. ob sie bereits mit Bewegungen
des Orientalischen Tanzes vertraut sind oder nicht, und der Zeitpunkt
des Kursbeginns bezogen auf das Schwangerschaftsstadium.
Es lassen sich einige grundsätzliche Regeln für die schwangerschaftsgerechte
Ausführung des Orientalischen Tanzes aufstellen (s. Tab. 1
und 2). Letztendlich obliegt es aber der Kursleiterin, den Orientalischen
Tanz den individuellen Gegebenheiten in ihrem Kurs anzupassen, damit
er seine wohltuenden Wirkungen bei jeder Schwangeren optimal entfalten
kann. Dies verdeutlicht die zwingende Notwendigkeit einer sowohl
tanztechnisch als auch geburtshilflich qualifizierten Lehrerin.
Wer Orientalischen Tanz gezielt für Schwangere anbietet, muß
über schwangerschaftsbedingte Veränderungen des Organismus,
Komplikationen, physische und psychische Probleme der Schwangeren
informiert sein. Eine Aus- oder Weiterbildung in Geburtshilfe sind
ratsam, die eigene Erfahrung von Schwangerschaft und Geburt stellt
keine Qualifikation hierfür dar. Lehrerinnen für Orientalischen
Tanz haben z.B. die Möglichkeit, über die Gesellschaft
für Geburtsvorbereitung e.V. eine Ausbildung zur Geburtsvorbereiterin
zu absolvieren. Dennoch wären mit Orientalischem Tanz vertraute
Hebammen oder Physiothera-peutinnen am besten qualifiziert, die
positiven Aspekte des Orientalischen Tanzes den Schwangeren näherzubringen.
Einige haben ihr Tanzhobby bereits mit ihrem Beruf in Einklang gebracht,
bei anderen weckt dieser Artikel vielleicht das Interesse.
Tab. 1:
Anpassung des Orientalischen Tanzes an das Schwangerschaftsstadium
bei Frauen ohne Tanzerfahrung
Schwangere
ohne Erfahrung mit Orientalischem Tanz
|
|
Beginn
in der Frühschwangerschaft
|
Beginn
in der Spätschwangerschaft
|
-
Grundsätzlich
alle Bewegungen möglich
-
Empfehlung
einfacher Bewegungen der Hüfte, des Oberkörpers,
der Arme und Hände
-
Unkomplizierte
Schritte
-
Vorsicht
beim Erlernen von Shimmies
-
Von
der Bauchrolle ist abzuraten
-
Kein
Bodentanz
-
Keine
horizontalen Kopfbewegungen
|
-
Empfehlung
weicher und wenig kraftvoller Bewegungen der Hüfte
und des Oberkörpers, sowie einfacher Arm- und Handbewegungen
(eventuell im Sitzen)
-
Reduktion
des Bewegungsumfanges, v.a. bei Bewegungen mit stärkerer
Dehnung der Bauchdecken wie z.B. beim Hüftkreis oder
der Hüftacht
-
Vorsicht
bei vertikalen Oberkörper- oder Hüftbewegungen
-
Keine
Brustkorbwelle
-
Keine
Shimmies
-
Keine
Bauchrolle
-
Keine
ruckartigen oder sehr kraftvollen Bewegungen, wie z.B.
Beckenstöße
-
Kein
Bodentanz
-
Keine
horizontalen Kopfbewegungen
|
Tab. 2:
Anpassung des Orientalischen Tanzes an das Schwangerschaftsstadium
bei Frauen mit Tanzerfahrung
Schwangere
mit Erfahrung im Orientalischen Tanz
|
|
Tanzen
in der Frühschwangerschaft
|
Tanzen
in der Spätschwangerschaft
|
-
Alle
Bewegungen möglich
-
Vorsicht
bei extremen Bewegungen wie z.B. kraftvollen Shimmies
oder schnellem Twisten
-
Vorsicht
beim Bodentanz, allenfalls einfache Hüft- oder Oberkörperbewegungen
im Knien oder besser noch im Fersensitz
-
Keine
horizontalen Kopfbewegungen
-
Bauchrolle
von oben nach unten ausüben
-
Achtung
auf eventuell veränderte Reaktionen des Körpers
bei ursprünglich vertrauten Bewegungen
-
Keine
Selbstüberschätzung
|
-
Reduktion
des Bewegungsumfanges
-
Lockerung
des Prinzips der Isolation verschiedener Körperteile
-
Bewegungen
weicher, langsamer und weniger kraftvoll ausführen
-
Bevorzugung
horizontaler gegenüber vertikaler Bewegungen
-
Kein
Bodentanz
-
Keine
horizontalen Kopfbewegungen
-
Keine
Bauchrolle
-
Keine
exzessiven Drehungen (Sturzgefahr)
-
Kritische
Selbstwahrnehmung beim Tanzen wichtig
|
Zuletzt sollen noch verschiedene Integrationsmöglichkeiten
des Orientalischen Tanzes in die Geburtsvorbereitung aufgezeigt
werden. Unterschiedliche Kursmodelle sind hier denkbar (Tab.
3):
Tab.
3: Kursmodelle für den Orientalischen Tanz mit Schwangeren
- ein separater
Orientalischer Tanzkurs für Schwangere zusätzlich
zum herkömmlichen Geburtsvorbereitungskurs;
Vorteil: Tanzen während der gesamten Schwangerschaftsdauer
möglich;
Probleme: Mangel an qualifizierten Lehrerinnen, Frauen in
unterschiedlichen
Schwangerschaftsstadien im Kurs, häufiger Wechsel der
Gruppenmitglieder
|
- ein gemischter
Kurs mit schwangeren und nicht schwangeren Frauen;
Vorteile: Tanzen während der gesamten Schwangerschaft
möglich, die Schwangere kann in ihrer vertrauten Gruppe
bleiben;
Probleme: schwangerschaftsgerechte Kursgestaltung kaum möglich,
"Zweiklassenunterricht" nötig, Mangel an
qualifizierten Lehrerinnen
|
- Integration
des Orientalischen Tanzes in einen umfassenden herkömmlichen
Geburtsvorbereitungskurs;
Vorteile: qualifizierte Lehrerin, geschlossener Kurs;
Probleme: keine optimale Wirkung der Tanzbewegungen durch
Beginn in spätem Schwangerschaftsstadium, wenig Zeit
im Kurs für das Tanzen, da viele andere Aspekte (wie
z.B. Atemarbeit oder Informationsvermittlung) berücksichtigt
werden müssen
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